Christival: Reduziertes Musikprogramm in Straßenbahnen
Reaktion auf Kritik an dem Treffen – Straßenbahn AG: Keine Missionierung
B r e m e n (idea) – Nach Kritik aus der Politik am Jugendkongress Christival und Beschwerden aus der Bevölkerung wird es während des Treffens vom 30. April bis 4. Mai in Bremen nur ein eingeschränktes Musikprogramm in den Straßenbahnen geben. Das sieht eine Vereinbarung zwischen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und dem Veranstalter des Kongresses vor, zu dem sich rund 15.000 Dauerteilnehmer angemeldet haben. Ursprünglich war es der Wunsch der Veranstalter, dass in allen Straßenbahnen während des Festivals Musikgruppen auftreten. Die jetzige Vereinbarung sehe vor, dass dies nur in speziell gekennzeichneten Fahrzeugen geschieht, sagte BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer am 21. April auf idea-Anfrage. Er begründete dies unter anderem damit, dass politische Vertreter scharfe Kritik an der Ausrichtung des Treffens geübt hätten. Die Attacken links orientierter Kreise kommen vor allem aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen. Ein Seminar „Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung“ wurde nach Protesten des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der Grünen im Bundestag, Volker Beck, abgesagt. Der Homosexuelle lehnt Therapieangebote für Personen, die unter ihrer homosexuellen Prägung leiden und Veränderung wünschen, als „gefährliche Scharlatanerie“ ab. Weiter in der Kritik steht ein geplantes Seminar zur Abtreibungsproblematik. Ein Bündnis von Christival-Gegnern in der Hansestadt, die das Treffen für fundamentalistisch halten, hat zu Demonstrationen aufgerufen.
Beschwerden von Fahrgästen
Wie BSAG-Sprecher Meyer weiter sagte, hätten auch Fahrgäste erklärt, dass sie Auftritte von Musikgruppen in Straßenbahnen als Belästigung empfänden. Bürger, die entsprechende Musikdarbietungen erleben wollten, könnten in die gekennzeichneten Bahnen mit Christival-Schild einsteigen. Meyer sieht die Vereinbarung mit dem Christival nur musikalische Beiträge vor: „Wir wollen keine Angebote mit missionierendem Charakter haben.“ Natürlich könnten die Musiker aber ihre Beiträge kurz erläutern. Die „Bremer Atheisten und Freidenker Union“ hatte mit Boykott gedroht. Meyer zufolge hat diese Drohung für die Entscheidung keine Rolle gespielt. Nach seinen Angaben wird die BSAG in Spitzenzeiten bis zu 20 Sonderfahrzeuge für die Christival-Teilnehmer einsetzen. Das Unternehmen werde im Internet darüber informieren, zu welchen Zeiten die Musikgruppen in den gekennzeichneten Bahnen auftreten werden.
Festival will Kontakte zu Bürgern herstellen
Christival-Geschäftsführer Heiko Linke teilte mit, dass das Straßenbahn-Festival als Dankeschön an die Bremer Bürger gerichtet sei und den Kontakt zwischen ihnen und den Christival-Besuchern herstellen solle. Bedauerlicherweise hätten einige wenige Kunden des öffentlichen Nahverkehrs bereits im Vorfeld ein juristisches Vorgehen wegen nicht erlaubter „Werbeveranstaltungen in Straßenbahnen“ angekündigt. Deshalb sei mit der BSAG entschieden worden, das Festival auf die Christival-Sonderlinien zu konzentrieren. Alle Bremer Bürger seien herzlich eingeladen, in diesen Sonderlinien mitzufahren.

