16.03.2016

China: Kirchenneubau in Guangzhou

In anderen Regionen gibt es einen antireligiösen Kurs

Guangzhou (idea) – In der südchinesischen Millionenmetropole Guangzhou soll in den kommenden Wochen der erste Kirchenneubau in der Provinz Guangdong seit der Gründung der Volksrepublik 1949 seine Pforten öffnen. Das berichtet die Online-Zeitung „China Christian Daily“. Das Gebäude werde die größte Kirche der Stadt sein und ein „Wahrzeichen des Christentums“. An der Tianhe-Kirche wurde zehn Jahre gebaut. Entstanden sei ein moderner Gemeindekomplex mit Kapelle, Glockenturm, Multifunktionshalle, Bürogebäude und einer Tiefgarage. Der Pastor der Gemeinde, Yang Yongchun, sagte, der Neubau sei nicht nur für die Gemeinde ein Gewinn, sondern als Begegnungszentrum auch für andere Menschen aus dem Umfeld. Während sich Gemeinden in der Provinz Guangdong offenbar relativ ungehindert entfalten können, stehen Christen in anderen Regionen Chinas stark unter Druck. Besonders betroffen sind gegenwärtig Gemeinden in der ostchinesischen Provinz Zhejiang, wo es besonders viele Hausgemeinden gibt. Die staatlichen Behörden ließen dort seit Jahresbeginn mehr als 1.800 Kreuze von Kirchendächern entfernen. Pastoren, die dagegen protestierten, wurden inhaftiert. Insgesamt verschärft die kommunistische Regierung Chinas derzeit ihren antireligiösen Kurs. So sollen Religionsvertreter künftig sogenannte Berechtigungsausweise erhalten, die ihnen die legale Ausübung ihrer Arbeit ermöglichen. Ziel ist es, auf diese Weise die religiösen Gruppen im Land besser zu kontrollieren. Wer kein solches Dokument vorweisen könne, dem soll nach Vorstellung des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten künftig die Ausübung seiner Religion untersagt werden. Nach Schätzungen leben in der fast 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik China bis zu 130 Millionen Christen. Damit übertreffen sie die Zahl der 83 Millionen kommunistischen Parteimitglieder.