Allianzgebetswoche und Gebetswoche für die Einheit der Christen
Keine Konkurrenz zwischen zwei Gebetswochen

Die Generalsekretärin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Regina Claas. Foto: PR
Köthen (idea) – Dass sich Christen in Deutschland zum Jahresbeginn gleich an zwei überkonfessionellen Gebetswochen beteiligen können, begrüßt die Generalsekretärin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), Regina Claas (Elstal bei Berlin). Es sei immer gut, wenn „Christen sich auf verschiedene Weise zum gemeinsamen Gebet treffen“. Den Anfang machte die Gebetswoche der Evangelischen Allianz mit 300.000 Teilnehmern in Deutschland vom 8. bis 15. Januar, gefolgt von der Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. bis 25. Januar. Deren Ausrichter ist in Deutschland die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), deren Bundesvorstand Claas angehört. In diesem Amt wirkte sie als Liturgin am zentralen Gottesdienst am 22. Januar in Köthen in Sachsen-Anhalt mit. Hingegen war sie bei keiner Allianzveranstaltung beteiligt. Wie sie dazu gegenüber idea sagte, sei es eher „zufällig“, ob das Präsidium und die Bundesgeschäftsführung ihrer Freikirche dort mitwirken. Da hänge davon ab, ob sie eingeladen würden. Sie freue sich darüber, dass Gemeinden ihrer Kirche sich an beiden Gebetswochen beteiligten. Immer wieder habe es Ansätze gegeben, die beiden Gebetswochen miteinander zu verbinden: „Besonders aus Sicht der Ortsgemeinden wäre das wünschenswert.“ Doch im letzten Kontaktgespräch zwischen der Deutschen Evangelischen Allianz und dem ACK-Bundesvorstand habe man „mit Bedauern festgestellt, dass die Organisationsformen und Traditionen der Vorbereitung und Durchführung einfach nicht aufeinander passen“. Die Freikirchenleiterin sieht in beiden Gebetsinitiativen eine „Ergänzung“ und „keine Konkurrenz“.
Hartmut Steeb: In der Urgemeinde traf man sich täglich zum Gebet
Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), bestätigte gegenüber idea diese Einschätzung: Die 1846 in London gegründete Evangelische Allianz und mit ihr die Gebetswoche sei die älteste interkonfessionelle Bewegung: „Sie ist stark an der Basis verankert.“ Dass dem Gebet auch innerhalb des 1948 gegründeten Ökumenischen Rates der Kirchen auf weltweiter Ebene und innerhalb der ACK eine große Bedeutung beigemessen wird, hält Steeb für begrüßenswert. Auch bei zwei Gebetswochen im Jahr sieht Steeb keine Gefahr, „dass das Gebet plötzlich überbetont würde“. In der Urgemeinde habe man sich schließlich täglich zum Gebet getroffen. Zum Unterschied der beiden Gebetswochen meinte Steeb, dass die Gebetswoche für die Einheit der Christen stark von liturgischen Vorgaben ausgehe. In der Allianzgebetswoche stehe dagegen das freie Gebet aller Teilnehmer im Mittelpunkt: „Darauf können und wollen wir nicht verzichten.“ Weil die Allianz eine Basisbewegung sei, nehme der Hauptvorstand auch keinen Einfluss auf die 1.100 Orte, wer dort als Redner eingeladen werde. Konfliktpotential gebe es an der Stelle nicht, so Steeb.



