18.05.2018

Ägypten: Leichen von 20 in Libyen enthaupteten Kopten bestattet

Särge der Ermordeten wurden in der Kirche aufgebahrt.

Kairo (idea) – In Ägypten sind die sterblichen Überreste von 20 in Libyen ermordeten Kopten bestattet worden. Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hatten sie am 15. Februar 2015 an einem Strand vor laufenden Filmkameras geköpft. Die Tat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Unter den Getöteten war neben den 20 ägyptischen Christen, die als Gastarbeiter in dem Nachbarland tätig waren, auch ein Mann aus Ghana (Westafrika). Die Leichen waren im Oktober 2017 nahe der Stadt Sirte entdeckt worden. Die Überführung erfolgte nun nach einer DNA-Identifizierung. Der koptische Papst Tawadros II. nahm die Toten am Flughafen von Kairo in Empfang. Er hatte die Ermordeten einen Monat nach der Tat zu Märtyrern und Heiligen erklärt. Am 15. Februar war eine Kirche in dem Ort Al-Our (Provinz al-Minya) in Mittelägypten zur Erinnerung an die Männer eingeweiht worden. 13 von ihnen stammten von dort. Wie das Internetportal World Watch Monitor berichtet, wurden die Enthaupteten am fünfzehnten Mai in dieser Kirche in einem gemeinsamen Grab bestattet. Bei der Zeremonie waren Hunderte Menschen anwesend. Der IS hatte die Ermordung der Christen in einem Video unter dem Titel „Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ (gemeint sind christliche Staaten) veröffentlicht. 2017 wurden sieben Islamisten – drei von ihnen in Abwesenheit – von einem ägyptischen Gericht für die Tat zum Tode verurteilt. Sie sollen einer Terrorzelle in Marsa Matruh im Nordwesten Ägypten angehört haben und teilweise an dem Massenmord beteiligt gewesen sein. Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Ihre Zahl unter den rund 92 Millionen Einwohnern des Landes wird auf sieben bis zehn Millionen geschätzt.