27.07.2017

122. Allianzkonferenz: Die „Perle der Gnade“ neu entdecken

Wenn der „Schriftgelehrte in uns“ wieder hochkommt

Konferenzteilnehmer in der Konferenzhalle, Foto: DEA

Bad Blankenburg (idea) – Christen sollten den reformatorischen Grundsatz „Allein die Gnade“ stärker im Umgang mit anderen Menschen berücksichtigen. Dazu haben Redner in Bibelarbeiten bei der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz ermuntert, die vom 26. bis 30. Juli im thüringischen Bad Blankenburg stattfindet. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (Chemnitz) warb dafür, die „Perle der Gnade“ neu zu entdecken: „Du wirst gnädiger sein, wenn dich Gottes Gnade erreicht hat.“ Eine solche Haltung führe dazu, Menschen ohne Ansehen der Person zu lieben. Jesus Christus habe Gnade gelebt, indem er Kranke heilte. Heinrich, der dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz angehört, warnte vor dem „Schriftgelehrten in uns“, der meine, die Gerechtigkeit vor Gott mit frommen Werken „hinzukriegen“. Der Mensch könne „ackern“, wie er wolle: „Es kommt am Ende auf die Gnade an.“

Wer Gottes Wort ernst nimmt, muss mit Widerständen rechnen

Nach Angaben des Öffentlichkeitsreferenten der Evangelisch-methodischen Kirche in Deutschland, Klaus Ulrich Ruof (Frankfurt am Main), ist die Wiederentdeckung der Rechtfertigung aus Glauben in der Reformation „phasenweise bis aufs Blut“ bekämpft worden. Wer das Wort Gottes ernst nehme, es entsprechend auslege und den Menschen weitergebe, habe nicht immer Befürworter, sondern unter Umständen sogar viele Gegner. So sei den Christen, die in der Heiligen Schrift erkannt hätten, dass die zum Teil biblisch begründete Sklaverei etwas Unmenschliches sei, viel Widerstand entgegengeschlagen. Ruof mahnte die Christen heute, im Blick auf das Wort Gottes hör-, erkenntnis- und korrekturbereit zu sein. Dies bedeute, das Lernen nicht einzustellen und manche Überzeugungen zu überdenken. Das Treffen steht unter dem Motto „reform.aktion“ und behandelt die Grundanliegen der Reformation.