05.08.2014

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Dr. Michael Diener, zur Fernsehsendung im Ersten gestern Abend "Mission unter falscher Flagge":

Säkulare und christliche Weltbilder klaffen weit auseinander

"Generell ist festzustellen, dass der Film deutlich macht, wie sehr säkulare und christliche Weltbilder auseinander klaffen und wie groß das Unverständnis ist gegenüber allen Glaubensformen, Gottesdienstformen oder religiösen Kundgebungen, die nicht durch eine klassische kirchliche Praxis noch legitimiert sind. 

In dem Film geht Vieles sehr durcheinander - direkte Beziehungen zur Deutschen Evangelischen Allianz oder zu einer Ortsallianz stehen neben Gruppen, die keinerlei Verhältnis zur evangelischen Allianz haben.

Leider sind kritische Stellungnahmen durchweg anonymisiert und nachprüfbare Fakten und Behauptungen wechseln sich auf undurchschaubare Weise ab. 

In seinem Fazit differenziert der Film zwischen evangelikalen Christen als solchen und radikalen Auswüchsen an ihren Rändern. Dieses Fazit kann ich durchaus mittragen, leider stellen die beiden Filmtitel wie auch die Zusammenstellung der einzelnen Filmbeiträge evangelikale Christen unter einen Generalverdacht.  Das kann und darf in dieser Weise nicht geschehen. 

Zugleich will ich deutlich sagen: christlicher Glaube soll befreien und nicht in die Abhängigkeit führen. Es ist notwendig, dass christliche Gemeinden und Gruppen immer wieder überprüfen, ob die Erlebnisdimension des Glaubens überbetont wird oder die Gefahr der Manipulation von Menschen besteht.  Wir sind als Evangelische Allianz dankbar für das Glaubensprofil charismatischer und pfingstlicher Gemeinden, aber gerade hier ist an dieser Stelle besondere Vorsicht geboten. Durch Handzeichen eine Heilung von einer Depression anzuzeigen, ist ebenso unseriös, wie die Aufforderung, Spendengelder für alle sichtbar hochzuhalten. Auch schriftliche Beichtspiegel, die weit in die Intimsphäre eines Menschen eingreifen, halte ich für unangebracht. Evangelische und christliche Beichte insgesamt sehen anders aus. 

Es  ist auch nicht verkehrt, sich einmal aufzeigen zu lassen, wie unsere Veranstaltungen auf säkulare Besucher wirken können. Die Deutsche Evangelische Allianz stellt sich ausdrücklich hinter die Mitglieder ihres Hauptvorstandes und wird zugleich darauf hinwirken, dass eventuelle substantielle Vorwürfe auch lückenlos aufgeklärt werden. 

Wir erwarten von Fernsehbeiträgen gerade öffentlich-rechtlicher Sender, dass sie sich um ein differenziertes Bild auch der Evangelikalen bemühen und nicht einseitig nur auf teils durchaus negativ zu betrachtende Erscheinungen hinweisen."