03.08.2014

Kauder bei 119. Allianzkonferenz: „Kein Profit mit dem Sterben“

In den kommenden Wochen wird im Bundestag das Thema Sterbehilfe diskutiert. Am Abschlusstag der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz bezog der CDU-Fraktionsvorsitzende, Volker Kauder, klare Position zum Thema: „Das Leben ist in jeder seiner Stufen und in all seinen Formen, die Gott geschenkt hat, lebenswert.“ 

Kauder sagte: „Wir wollen das organisierte Helfen zum Sterben verbieten.“ So gibt es etwa in der Schweiz Einrichtungen, die für ihren Dienst zum Sterben Geld verlangen. „Kein Profit mit dem Sterben“, forderte Kauder. 

Kauder kritisiert Schneiders Haltung zur Sterbehilfe 

Bezug nehmend auf die Sterbehilfe-Debatte um das Ehepaar Schneider sagte der Politiker: „Wir müssen klar und deutlich machen – und davon kann es keine Ausnahme geben –, dass das Leben von Gott geschenkt ist.“ Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, hatte erklärt, dass er seine an Krebs erkrankte Frau im Zweifelsfall aus Liebe in die Schweiz zum Sterben begleiten würde. Kauder sagte dazu: „Bei allem Respekt vor der Liebe muss ich sagen: Das reicht nach meiner Auffassung nicht aus. […] Das Geschenk des Lebens kann man nicht zurückgeben.“ 

Der entscheidende Punkt sei deswegen, dass sich Menschen darauf verlassen können sollten, dass ihnen Leid erspart werde. Der Fraktionsvorsitzende forderte deswegen einen Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizbewegung: „Es muss heute nicht sein, dass Menschen qualvoll sterben.“ 

Von Christen verlangte der Fraktionsvorsitzende: „Wenn wir Christen in dieser Diskussion nicht klar und deutlich formulieren, dass es entscheidend ist, die Sterbenden zu begleiten und nicht das rasche Beenden von Leben, dann verlieren wir eine wichtige Verantwortung in unserer Gesellschaft.“ 

Über 2.000 Teilnehmer bei er 119. Allianzkonferenz 

Am heutigen Sonntag endet die 119. Allianzkonferenz. Insgesamt nahmen 2.400 angemeldete Teilnehmer an der Konferenz teil, 400 mehr als im vergangenen Jahr. Dazu kamen viele Tagesgäste, sodass sich die Gesamtteilnehmerzahl auf etwa 2.700 beläuft. „Das ist ein gutes Ergebnis, auch wenn das Ziel von 3.000 Teilnehmern nicht ganz erreicht ist“, sagte Thomas Günzel, Direktor des Allianzhauses. Erfreulich sei es auch, dass über 100 Kinder und Jugendliche an der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz teilnahmen. 

„Ich hoffe, dass die Themen der Konferenz Auswirkungen auf die einzelnen Familien und Gemeinden haben“, sagte Günzel. Die Aktion „Kerzen und Gebete“ am Samstag auf dem Marktplatz von Bad Blankenburg, die an die friedliche Revolution 1989 erinnerte, habe zudem einen Akzent auf gesellschaftspolitische Themen gesetzt. 

In seiner Abschlusspredigt zum Thema „Vergeben und vergessen“ verdeutlichte der Allianz-Vorsitzende Dr. Michael Diener, dass es keine größere Kraft für Christen gebe als die Vergebung: „Vergebung ist die konkretisierte Form der Liebe.“ Ein zentraler Grund dafür, dass in Deutschland das Christentum stagniere, sei, „dass wir in diesem Land zu wenig aus der Vergebung leben.“ 

Im kommenden Jahr steht die Konferenz unter dem Thema „Argument: Liebe“. Vom 5. bis 9. August 2015 werden sich die Teilnehmer der 120. Allianzkonferenz in Bibelarbeiten und Vorträgen mit biblischen Texten aus dem 1. Korintherbrief beschäftigen.