14.02.2017

AD(H)S: Was tun, wenn Kinder verträumt, impulsiv oder hyperaktiv sind?

Tipps vom Fachmann: Betroffene akzeptieren und ihr Selbstwertgefühl stärken

Tagung in Bad Blankenburg im Allianzhaus, Foto EHA

Bad Blankenburg (idea) – Zwischen drei und zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden an AD(H)S, also an Aufmerksamkeitsdefiziten. Sie sind unkonzentriert, verträumt, leicht ablenkbar, impulsiv oder hyperaktiv. Das sagte der Psychologe Joachim Kristahn von der christlichen IGNIS-Akademie (Kitzingen/Unterfranken) auf einer Tagung der Deutschen Evangelischen Allianz im thürinigischen Bad Blankenburg. Kinder mit AD(H)S hätten es besonders schwer, ihre Aufmerksamkeit zu behalten, beispielsweise im Schulunterricht oder bei häuslichen Pflichten. Mit Dingen, die sie interessierten, könnten sie sich jedoch oft stundenlang konzentriert beschäftigen. Zu ihren Stärken zählt Kristahn Kreativität und Fantasie, Charme und Humor, Sensibilität und Hartnäckigkeit sowie Offenheit für Neues. Besonders wichtig sei es, den Kindern immer wieder zu vermitteln, dass man sie bejahe, wie sie sind. So könne ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden. Klare Regeln und Strukturen seien eine Hilfe, mit ihrem Leiden zurechtzukommen. Dazu gehöre, pünktlich zu sein, zuzuhören, wenn andere reden, nicht zu schreien und im Streit weder die Füße noch die Fäuste oder Fingernägel einzusetzen. Die IGNIS-Akademie wurde 1983 von ehemaligen Atheisten gegründet, die in den 70er Jahren Christen geworden sind. Seither wurden in Fern- und Ausbildungskursen sowie Seminaren mehrere Tausend Personen zu haupt- und ehrenamtlichen „christlichen Beratern und Seelsorgern“ für Kirchen und Gemeinden ausgebildet. Veranstalter der Tagung war der Arbeitskreis „Kinder in Kirche und Gesellschaft“ der Deutschen Evangelischen Allianz.

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