Weltmission und Bibelübersetzung
Monatliches Allianzgebet für April 2009
„Der Herr sagt: Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden.“ Jesaja 66,18
Ergänzende Texte: Nehemia 8,1-9; Offenbarung 7,9
Gottesdienst in einer deutschen Gemeinde: Jeder hat ein Gesangbuch, (fast) keiner eine Bibel. Warum? Welche Rolle spielt die Bibel in unserem Leben? Im Leben der Gemeinde? Was ist die Basis unseres Glaubens? Martin Luther sagte: Sola Scriptura – allein die Schrift!
Gottesdienst in einer kleinen Lehmkirche im Tschad: Die Christen singen und tanzen voller Begeisterung zum Lob Gottes. Keiner hat ein Liederbuch. Die meisten können gar nicht lesen. Zwei Männer haben eine Bibel dabei und versuchen, die Verse nachzuschlagen, über die der Pastor predigt. Aber die Bibel ist in Französisch, das sie kaum verstehen. Eine Bibel in ihrer Sprache Gabri gibt es nicht.
Was ist die Grundlage ihres Glaubens? Wovon ernähren sich diese Christen? Wie können im Gabri-Volk im Tschad und in 1.000 anderen Völkern lebendige Gemeinden entstehen, wenn es keine Bibel in der Sprache der Leute gibt? Ein Pastor aus Asien hat es einmal so ausgedrückt: „Wenn wir die Bibel nicht in unserer Sprache haben, wird unser Glaube nur 2 cm tief.“
Bibelübersetzung ist nicht die Erfindung von Hieronymus, John Wycliff oder Martin Luther. Schon im Alten Testament gab es Bibelübersetzer. Lesen Sie dazu Nehemia 8,1-9! Es geht ums Verstehen. Gottes Wort ist nicht ein magisches Wort mit Zauberwirkung. Es will verstanden, geglaubt und gelebt sein. Das Verstehen war Jesus sehr wichtig. Immer wieder hat er die Jünger gefragt: „Versteht ihr, was ich sage?“
Zu allen Zeiten haben Menschen die Bibel übersetzt, damit ihre Mitmenschen Gottes Worte verstehen. Heute teilen viele Missionswerke die Überzeugung, dass Evangelisation und Gemeindegründungen keine Langzeitperspektive haben ohne die Bibel in der Sprache der Leute. Es ist eine mühsame Arbeit voller sprachlicher, theologischer und geistlicher Herausforderungen. Martin Luther sagte: „… und ist uns wohl oft begegnet, dass wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen haben ein einziges Wort gesucht und gefragt, haben’s dennoch zuweilen nicht gefunden.“ Was Luther für die Übersetzung ins Deutsche beschrieb, gilt umso mehr für Sprachen, die noch gar keine Schrift haben.
Zurzeit wird in über 1.900 Sprachen an der Bibelübersetzung gearbeitet. Für weitere 2.000 Völker gibt es noch kein einziges Wort der Bibel. Oft kommt zu den genannten Herausforderungen noch hinzu, dass die politischen oder religiösen Verhältnisse nicht zulassen, dass Bibelübersetzung öffentlich geschieht. Viele der betroffenen Völker zählen zu den Unerreichten. D.h. es gibt kaum Christen, die bei der Übersetzung mitarbeiten könnten. Oft sind an solchen Orten einheimische Mitarbeiter durch den Kontakt mit Bibelübersetzern und die intensive Beschäftigung mit Gottes Wort die ersten Christen ihres Volkes geworden.
Werner Riderer, Missionswerk Wycliff, Burbach
Zur Vorbereitung und Gestaltung
- Auf einem Tisch deutsche Bibeln in verschiedenen Übersetzungen sowie Bibelkommentare, Bibellexika usw. aufstapeln: So reich sind wir! Daneben ein leerer Tisch: In über 2.000 Sprachen gibt es keine Bibel.
- Bibelverse in verschiedenen Sprachen vorlesen lassen.
- Bibelverse in verschiedenen Sprachen auf Plakate schreiben und im Raum aufhängen.
- Eine Weltkarte aufhängen und darauf die 10 Länder mit den meisten Völkern ohne Bibel markieren: Indonesien, Nigeria, Papua-Neuguinea, Indien, China, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Malaysia, Tansania, Nepal.
- Eine Weltkarte auf den Boden legen und jedem Anwesenden eine Playmobil-Figur geben. Dann setzt jeder seine Figur auf ein Land seiner Wahl und betet (evtl. still) für die Bibelübersetzung in diesem Land.
- Weitere Module, z.B. auch Anspiele, unter: www.wycliff.de/Gemeinde und Mission/Materialien.
Über das Gebet hinaus
- Darüber ins Gespräch kommen, welchen Beitrag Ihre Ortsgemeinde zur weltweiten Missionsarbeit leistet, und ggf. Weltmission als Posten ins Gemeindebudget aufnehmen!
- Sie können gemeinsam überlegen und dafür beten, wer aus Ihrer Gemeinde zu einem Missionseinsatz ermutigt und ausgesandt werden könnte.
- Ihre Gemeinde könnte sich entschließen, einen Missionar oder Bibelübersetzer zu „adoptieren“, evtl. erst einmal für einen befristeten Zeitraum.
Zum Beten
Lob und Dank
- Dass Gott sich in seinem Wort in menschlicher Sprache offenbart hat
- Dass Gottes Wort in allen Sprachen der Welt ausgedrückt werden kann und die Herzen der Menschen erreicht
- Für die Missionare, die in der Bibelübersetzung arbeiten
- Dass es in 2.454 Sprachen Teile der Bibel gibt
- Für die Freiheit und Offenheit in vielen Ländern
Buße und Bekenntnis
- Dass Gottes Wort in unserem persönlichen Leben und in unseren Gemeinden mehr und mehr an Einfluss verloren hat
- Die Gemeinde Jesu hat dem Missionsbefehl nicht vollständig gehorcht: 2.000 Jahre nach Christus gibt es noch über 2.000 Völker ohne Gottes Wort
Bitte
- Um Menschen, die sich zu den unerreichten Völkern senden lassen
- Dass mehr Gemeinden in Deutschland bereit werden, Mitarbeiter in die weltweite Arbeit auszusenden
- Für die Missionare und einheimischen Bibelübersetzer, dass sie durch ihr Leben und ihre Art der Zusammenarbeit Gott ehren und Lichter in der Welt sind.
Zum Singen
- Herr dein Wort, die edle Gabe
- Dass dein Wort in meinem Herzen starke Wurzeln schlägt
- Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg

