Und Gott ruhte...

Monatliches Allianzgebet für Oktober 2008

Und so vollendete Gott am siebten Tag seine Werke, die er machte, und ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. 
1. Mose 2,2–3
Jesus sprach: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ 
Markus 2,27

© ACTG/iStockphoto

Wie gestalte ich meinen Sonn- oder Feiertag? Vor vielen Jahren hatte ich in meinem Beruf jeweils Arbeit für den Sonntag mit nach Hause genommen. Ich dachte, den Sonntag „sinnvoll“ nützen zu müssen. Meist war es dann aber so, dass die Arbeitsergebnisse am Montag überholt und damit wertlos waren. Ich hatte am Sonntag für den Papierkorb gearbeitet.

Welch eine geniale Schöpfungstat Gottes. ER schuf die Ruhe, das einzige Schöpfungselement, das er für sich und den Menschen gemeinsam schuf. Damit wurde die Schöpfung vollendet (1. Mose 2). ER schuf die Ordnung eines Ruhetages, einen Tag, der dadurch besonders herausgehoben ist aus den sechs „Alltagen“ der Woche.

Warum hat Gott diesen Ruhetag geschaffen? Wir Menschen sollen teilhaben an dem Schöpfungselement der Ruhe. In dem genialen Verhältnis von schöpferischer Arbeit und schöpferischer Ruhe soll sich unser Lebensrhythmus vollziehen. Wir stehen heute in der großen Gefahr, aus dem Ruhetag einen Tag zu machen, in den wir alles hineinpacken, was wir in den sechs „Alltagen“ nicht unterbringen konnten: Termine, Wellness, Reisen, unerledigte Arbeit, vielleicht und gerade auch viele christliche Aktivitäten. Der Herr Jesus hat deutlich gemacht, dass der Ruhetag für uns zum Wohl und zur Hilfe gemacht wurde. Gott ruhte von allen seinen Werken – und wir Menschen sehnen uns in einer sich immer schneller drehenden Welt doch auch oft danach, zur Ruhe zu kommen, zum Aufatmen und Auftanken, Zeit und Muße zu haben. Unser Schöpfer und Erlöser gibt uns den Ruhetag, an dem er uns dienen und beschenken will. Wir dürfen diesen Tag in der Begegnung mit ihm erleben, uns nach Geist, Seele und Leib segnen, aufrichten, neue Kraft und Beauftragung schenken lassen, uns an seiner Schöpfung und seinem Reden freuen. Nehmen wir uns die Zeit, dieses Geschenk anzunehmen, zu gestalten und zu entfalten? Wir können dann getrost und gestärkt in eine neue Woche mit all ihren Anforderungen gehen.

Der Ruhetag ist ein Tag, der unter dem besonderen Segen Gottes steht. Je mehr wir uns allerdings aus dieser Schöpfungsordnung herauslösen, umso mehr wird unser Leben an Tiefe und Bedeutung verlieren und das Geschenk des Ruhetages zur Routine eines „Alltags“ werden. 

Für uns Christen hat der Ruhetag noch eine besondere Bedeutung. An diesem Tag sammeln sich alle Glieder der Gemeinde Jesu auf der ganzen Erde, um Jesus Christus zu loben und anzubeten und so die Einheit dieses geistlichen Hauses zu dokumentieren, zu einem Zeugnis für die Welt. Der Chorus „vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ wird hier besondere Realität.

Horst Weippert, MännerGebetsBund

Zur Vorbereitung und Gestaltung

  • Denken Sie in der Stille darüber nach, wie Sie Ihre Sonn- und Feiertage gestalten und verbringen! Tauschen Sie sich im Plenum oder in der Gruppe darüber aus
  • Lassen Sie Menschen über die Gestaltung ihrer Sonn- und Feiertage berichten:
    • Menschen, die sonntags arbeiten müssen,
    • Menschen, die sonntags predigen oder einen geistlichen Dienst haben.
  • Lassen Sie einen Missionar berichten,
    • wie Sonn- und Feiertage in anderen Ländern praktiziert werden,
    • wie Christen in anderen Ländern den Sonn- oder Feiertag begehen.
  • Überlegen Sie, wie wohl Christen im Untergrund oder in der Verfolgung ihren Sonn- oder Feiertag begehen!
  • Tauschen Sie sich darüber aus, wie wir als Christen in unserem Verhalten und in unserer Sonntagsgestaltung Vorbild und Zeugnis sein können: Was können wir tun, was unterlassen?
  • Lesen Sie den geistlichen Impuls und die Bibeltexte zum Thema und nehmen Sie all diese Gedanken mit in die gemeinsame Gebetszeit hinein.

Zum Beten

Lob und Dank

  • für Gottes wunderbare Schöpfungsordnung der Ruhe und des Ruhetages
  • für das geniale Verhältnis von Arbeit und Ruhe in unserem Lebensrhythmus
  • für die Wohltaten Gottes, uns Menschen am Ruhetag zu segnen, zu dienen und zu beschenken
  • für den immer noch bestehenden Schutz des Sonn- und Feiertages in unserem Land

Buße und Bekenntnis

 

  • dass wir, auch als Christen, den Ruhetag mit allem ausfüllen, was wir in unseren Alltagen nicht unterbringen konnten
  • dass wir den Ruhetag oft nicht zur Gemeinschaft mit dem Herrn nutzen
  • dass die Gesetzgebung den Sonn- und Feiertag immer mehr aushöhlt

Bitte

  • dass wir den Ruhetag ganz neu als Geschenk Gottes begreifen
  • dass wir uns an diesem Tag in der Gemeinschaft mit Jesus Christus neu füllen lassen mit Kraft für den Alltag
  • dass wir verbunden sind mit der weltweiten Gemeinde Jesu, besonders mit der leidenden Gemeinde
  • dass wir alle Hektik und allen Termindruck vermeiden lernen
  • dass wir alle unnötigen Arbeiten (Einkaufen, Tanken...) einschränken und vermeiden lernen zur Ehre Jesu und zu einem Zeugnis für unsere Umgebung
  • für die, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen
  • dass Menschen es neu lernen, am Ruhetag auf Gottes Wort zu hören
  • dass der Sonn- und Feiertag weiterhin gesetzlich geschützt bleibt

Zum Singen

  • Gut, dass wir einander haben
  • Dies ist der Tag, den der Herr gemacht
  • Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte
  • Gott hat uns geschaffen durch sein Schöpfungswort
  • Kommt, atmet auf, ihr sollt leben
  • Wir versammeln uns vor dir, o großer Gott