Rückkehr der Religion?
Monatliches Allianzgebet für März 2008
So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. Und wer ist mir gleich? Er rufe und verkünde es und tue es mir dar! Ist auch ein Gott außer mir? Es ist kein Fels, ich weiß ja keinen. Die Götzenmacher sind alle nichtig; woran ihr Herz hängt, das ist nichts nütze.
Jesaja 44,6,7a,8b,9a
Heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen.
1. Petrus 3,15–16
Allenthalben „dampft“ es seit einer Reihe von Jahren wieder vor Religion. In vielen Medien ist Christlich-Abendländisches längst salonfähig. Bischöfe und gläubige Journalisten schreiben regelmäßig Kolumnen in Boulevard-Blättern. Prominente können über ihren christlichen Glauben in der Öffentlichkeit unbehelligt reden. Wir können dafür dankbar sein, dass der Glaube an Jesus Christus öfter aus der Nische des Verschweigens heraustritt. Insbesondere im Westen unseres Landes gibt es darüber hinaus eine Fülle von religiösen Angeboten, die wenig mit christlichen Inhalten zu tun haben. Auf den Anzeigenseiten vieler Blätter finden wir die abenteuerlichsten spirituellen Angebote. Die Esoterikabteilungen der Buchhandlungen werden immer größer. In der Bevölkerung schwindet das Unterscheidungsvermögen zwischen der biblisch-christlichen Wahrheit und dem, was sich sonst so auf dem spirituell-religiösen Markt tummelt.
Das ist die eine Beobachtung. Daneben steht die andere: kämpferische Atheisten und radikale Religionskritiker bekommen in den Medien seit Monaten eine prominente Bühne. Und besonders im Osten unseres Landes ist der praktische Atheismus – auch Konfessionslosigkeit genannt – weiterhin die Haltung der großen Mehrheit. So sind über 60 Prozent der Berliner Bevölkerung religionslos. Gott, Glaube und Kirche spielen keine Rolle fürs „wirkliche“ Leben.
Kann man also von einer Rückkehr der Religion sprechen? Oder eher von einem Erstarken des Atheismus? Es stimmt wohl beides. Die Schere geht weiter auseinander: Die einen werden spirituell offener und befinden sich damit in einem weltweiten Trend – was nicht unbedingt offener für den Gott der Bibel heißt. Die anderen richten sich in ihrer „freundlichen Gottlosigkeit“ immer bequemer ein und bekommen gelegentlich mediale Schützenhilfe. Die Extreme werden also schärfer und die Fronten klarer. Da ist es gut, wenn die Kirchen sich mit deutlichem Profil öffentlich äußern, wie sie es etwa zum Thema Islam tun.
Aber wir als „normale“ Christen an der Basis sind auch gefragt. Beten wir für unsere Nachbarn genau so leidenschaftlich wie für die gläubigen Frontleute in den Medien! Nutzen wir als Jesusleute die Chance und mischen wir uns vernehmbar und engagiert ein! Das Wort Gottes ermutigt uns dazu – die oben angegebenen Bibeltexte sind Beispiele dafür. Wir können uns ohne Angst zu Wort melden, sei es im persönlichen Gespräch oder mit Leser- und Zuschauerreaktionen. Denn der Heilige Geist wohnt doch in uns, seit wir Jesus Christus folgen.
Axel Nehlsen, Pfarrer, Geschäftsführer von Gemeinsam für Berlin, Leiter des Arbeitskreises Gebet
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Sammeln Sie Zeitungsmeldungen:
- positive Darstellungen von gläubigen Christen, Glaube, Kirche
- dubiose spirituelle Angebote
- kämpferische Aussagen gegen Gott, Jesus, Glaube
Diese Meldungen oder auch Buchbesprechungen zu den drei Bereichen sollten von einem oder mehreren gut vorbereitet und anschaulich dargestellt werden (etwa auf einem Plakat oder in einer Beamervorführung), damit das Thema in seiner Zweischneidigkeit anschaulich wird. Es ist sicher gut, sowohl pauschale Verurteilungen als auch voreilige Freude zu vermeiden.
Eine andere Möglichkeit: Bereiten Sie ein Rollenspiel vor, in dem z. B. ein Esoteriker, ein Atheist und ein engagierter Christ über den religiösen Boom im Wellness-Sektor oder auf dem Psycho-Markt diskutieren. Finden Sie einen guten Weg zwischen vorbereiteten Argumenten und spontaner Unmittelbarkeit. Übertreibungen sollten hierbei erlaubt sein, weil sie die Herausforderung schärfer zeigen.
Zum Beten
Lob und Dank
- für die Unvergleichlichkeit, Liebe und Größe Gottes – dafür, dass Gottes Geist in seinem Wirken weder von einer günstigen noch einer kritischen Öffentlichkeit abhängig ist
- für eine neue Offenheit bei Medien, Politik und Wirtschaft für glaubwürdiges Christsein
Buße und Bekenntnis
- für die häufige Schwäche und mangelnde Überzeugungskraft unseres Lebens und Redens
- für die vielen verpassten Chancen, „Rechenschaft über die Hoffnung“ abzulegen
Bitte
- um einen sensiblen, liebevoll-klaren Umgang mit spirituell offenen Menschen, damit wir sie gewinnen
- um einen respektvollen, nicht verurteilenden Umgang mit Gottesleugnern und Glaubenskritikern, damit wir sie gewinnen
- um einen überzeugenden Lebensstil von uns Christen
- um gute Bücher und Schulungsmaterialien als Argumentationshilfe für Christen
- um gute Traktate, Musik und Sendungen für Religiöse, Zweifler und Glaubenslose

