Neue Medien - Chancen und Gefahren
Monatliches Allianzgebet für September 2011
„Paulus sprach in der Synagoge zu den Juden und den Griechen, die zum jüdischen Glauben übergetreten waren. Außerdem predigte er an jedem Tag auf dem Marktplatz zu den Menschen, die gerade vorbeikamen... Weil die Philosophen mehr über die neue Lehre erfahren wollten, nahmen sie den Apostel mit vor den Areopag, den Gerichtshof von Athen... Da stellte sich Paulus vor alle, die auf dem Areopag versammelt waren...“ Apostelgeschichte 17,17–23
Die Bibel berichtet uns an vielen Stellen, dass Jesus und die Jünger jede nur denkbare Möglichkeit ergriffen haben, von Gott und seiner Liebe zu erzählen. Bevorzugt haben sie zu Menschen gesprochen, die von Gott noch gar nichts wussten. Um gerade diese Menschen zu erreichen, mussten sie neue Wege, neue Medien ausprobieren. Die Apostel haben auch damals ganz unerhörte Dinge getan, um den Glauben an Jesus als Messias zu verbreiten: So waren ihre Briefe an die Gemeinden eine Anmaßung - dieses Medium war damals den weltlichen Herrschern vorbehalten! Die Briefe an Gemeinden in Korinth, Philippi, Ephesus und anderswo waren damals „neue Medien“. Sie boten große Chancen, viele Menschen über große Entfernungen zu erreichen, aber im Vergleich zu einer Predigt vor Ort auch neue Gefahren. Doch die Chancen überwogen bei weitem – sonst würden wir heute nicht davon lesen können!

Damals gab es nur ganz wenige „Medien“ – heute gibt es, so scheint es manchmal, jeden Tag „neue Medien“: Außer dem Internet noch Wikipedia, Facebook, YouTube, Twitter, Blogs, Apps – das kann ganz schön verwirren.
Was hätte Jesus, was hätten seine Jünger in dieser Situation getan? Sie hätten die „neuen Medien“ beherzt ergriffen und zur Verkündigung eingesetzt! In der Apostelgeschichte in Kapitel 17 erfahren wir beim genauen Lesen, dass der Apostel Paulus zum Beispiel in Athen nicht ein „standardmäßiges“ Werbeprogramm für Gott abspulte, sondern ganz speziell auf seine jeweilige Zielgruppe einging: er redete einerseits zu den Juden und den zum Glauben gekommenen Griechen, diese sprach er „in der Synagoge“, also traditionell, an. Und er sprach mit ganz anderen Worten zu denen „auf dem Markt“.
Und nochmals anders sprach er zu den Gelehrten, als er von ihnen zum Areopag eingeladen wurde.
Paulus ist uns ein gutes Beispiel, wie man auf unterschiedliche Zielgruppen ganz unterschiedlich eingehen muss. Der Apostel hatte damals nicht die Vielzahl der neuen Medien, die wir heute nutzen können. Wir haben es viel einfacher: Wir können für jede Zielgruppe die Medien einsetzen, die dort erwartet werden: Junge Menschen erreichen wir eher über Film-Clips als über Traktate; junge Familien über Facebook; Meinungsmacher über Wikipedia und Twitter.
Prof. Dr. Wolfgang Stock, Vorstandsmitglied des „Christlichen Medienverbundes KEP“
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Zusammen mit den Konfirmanden und anderen Jugendgruppen unserer Gemeinden tragen wir zusammen und besprechen miteinander, welche Medien wir jeweils benutzen.
Wir tragen in der Gruppe zusammen, welche christlichen Neuerscheinungen es in den letzten Wochen und Monaten gab: Lieder, Bücher, Filme, Clips (Kurzfilme, z.B. auf youtube.com). Wie haben wir jeweils davon erfahren?
Wir laden Journalisten, Autoren, Liedermacher, Blogger oder Moderatoren zu uns ein und bitten sie, von ihrem Beruf und seinen Freuden, aber aktuell auch von den Nöten und den ethisch schwierigen Fragen zu erzählen. Was für Chancen sehen sie in den neuen Medien, was für Gefahren?
Zum Beten
Dank und Lob
- dass wir in Europa Meinungs- und Pressefreiheit genießen können, und dass wir unseren christlichen Glauben frei ausüben dürfen – weltweit ist das nur in einer kleinen Zahl von Staaten der Fall
- dass es immer wieder gute Artikel und Sendungen gibt, gerade zu Themen, die uns Christen bewegen
- dass wir eine breite christliche Medienlandschaft mit vielen Verlagen, Werken und Sendern haben
- dass gerade in den letzten Monaten gute neue Bücher, Lieder und Filme erschienen sind
- dass wir dank der neuen Medien vielen Menschen von Gott erzählen können, die wir auf anderen Wegen nie erreichen könnten
- dass dank Internet sich unterdrückte Christen, z.B. in China, heimlich zum Gottesdienst verabreden können
- dass Gott uns reich mit Gaben und Dingen beschenkt hat, mit denen wir von ihm erzählen können
Bitte
- dass Gott uns Mittel und Wege schenkt, alle Menschen zu erreichen und ihnen fröhlich und unverkrampft von seiner guten Botschaft zu erzählen
- dass viele Christen diese Medien verantwortlich nutzen und dort aktiv werden
- dass wir die Chancen der uns neu geschenkten Möglichkeiten erkennen
- dass wir Gefahren erkennen und ihnen begegnen, ohne aus Angst davor zu erstarren
- dass die Generationen über die neuen Medien miteinander stärker ins Gespräch kommen und gegenseitig voneinander lernen und profitieren
Zum Singen
- Kommt, sagt es allen weiter
- Vertraut den neuen Wegen (Klaus-Peter Hertzsch, EG 395)



