Mut zu Kindern

Monatliches Allianzgebet für Juni 2011

„Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“  Markus 10,13–16

„Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Ge- schenk. Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat!“  Psalm 127,3–5a

Diese Worte habe ich als Sohn meinen Vater oft in meiner Kindheit sagen hören. Bereits damals wusste ich, dass mich meine Eltern als Geschenk aus Gottes Hand betrachteten. Wir waren zuhause fünf Kinder. Als nach vier Söhnen unsere Schwester zur Welt kam, erhielt sie den Namen Dorothee – Geschenk Gottes. Dieser Kinderreichtum löste in unserem Umfeld dennoch Befremden oder Mitleid aus.

Seit einem Jahr sind wir nun selbst Eltern einer Tochter, haben somit eine neue Perspektive dazu gewonnen. Dieser Vers erhält deshalb für uns tiefere Bedeutung. Es war ein besonderes Erleben, bereits unser ungeborenes Kind neun Monate heranwachsen zu sehen. Doch als wir dieses Geschenk dann zum ersten Mal in unseren Armen hielten, waren wir ganz überwältigt. Ein solch zartes Wesen, das vor Lebensenergie nur so strotzt!

Schon in den ersten Lebenstagen unserer Tochter bekamen wir immer wieder Besuch von Freunden und Familie. Einmal sagte jemand, dass Neugeborene einen großen inneren Frieden ausstrahlten und eine gewisse Weisheit in ihnen ruhe. Sie schienen zu wissen, woher sie kämen und wohin sie gingen, dass sie Gottes Kinder seien. Sie schienen zu wissen, wer ihr himmlischer Vater sei. Sie schienen ein tiefes Vertrauen auf ihren Weg mitbekommen zu haben. Als Eltern sehen wir uns nun beauftragt, diesen Glauben zu pflegen und zu festigen. Nun habe auch ich als Vater mir zwei Monate Elternzeit genommen, damit meine Frau im Studium vorankommt und lerne den Alltag mit Kind immer besser kennen und meistern. Ich sehe mich täglich vor neue Herausforderungen gestellt und lerne dabei wie nebensächlich vieles so wichtig Erscheinende doch ist. Man übt sich in Geduld und Kreativität. Die durchgemachten Nächte aus der Jugend kommen wieder, werden jedoch anders gestaltet. Die Energiereserven werden dabei auch mal erschöpft.

In der heutigen Gesellschaft erleben wir leider häufig die Haltung, dass Kinder nicht willkommen sind. Um möglichst wenig der eigenen Entfaltung und beruflichen Karriere im Wege zu stehen, müssen sich die Kinder möglichst unauffällig in das Leben der Eltern einfügen. Nicht das Familienleben ist der Mittelpunkt des Alltags, sondern das Streben nach Erfolg und Wohlstand. So herrscht auch vielerorts die Sorge, dass man sich Kinder nicht mehr leisten kann, da der finanzielle Spielrahmen zu eng werde.

Kinder sind eine Gabe, ein Geschenk Gottes, welches er uns anvertraut hat. Doch er gibt es nicht aus seiner Hand, sondern will auch weiterhin Versorger und Erhalter bleiben, denn er hat uns zugesichert, alle Tage bei uns zu sein. Auch uns Eltern wird er die nötige Kraft und Weisheit für die Erziehung geben. Familien können die Versorgung und Leitung eines barmherzigen und fürsorglichen Vaters im Himmel erfahren. Von Gott werden alle Kinder geliebt. Jesus begegnet Kindern mit hoher Wertschätzung und Zuneigung. Er bejaht das Leben. Er ermutigt uns Leben zu schenken.

Nikolaus und Johanna von Abendroth gehören zum Christus-Treff Marburg; sie sind Eltern einer Tochter.

Zur Vorbereitung und Gestaltung

Kennen Sie junge Familien, denen Sie einmal etwas Gutes tun können? Z.B. einen Kuchen vorbeibringen, einen Einkauf erledigen, oder die Kinder ein paar Stunden hüten usw. Informieren Sie in Ihrer Gemeinde über Organisationen, die Familien Schutz und Hilfe anbieten. Nicht jede Schwangerschaft ist erwünscht. Machen Sie jungen Paaren und Frauen Mut, sich über Alternativen zu einer Abtreibung zu informieren. “pro-leben” und viele andere Organisationen bieten umfassende Hilfe an. Lassen Sie Eltern bei einem Gebetstreffen von einigen schönen als auch herausfordernden Erlebnissen im Familienalltag berichten. Vielleicht ergeben sich konkrete Aktionen der Unterstützung über das Gebet hinaus. Gestalten Sie gemeinsam einen Gottesdienst für und mit Kindern. Laden Sie dazu Kinder aus der Gemeinde und der Nachbarschaft ein.

Internetseiten:

Zum Beten

Dank und Lob

  • für Gottes Erschaffung allen Lebens
  • für Kinder in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinden
  • für Jesu Einladung „Lasst die Kinder zu mir kommen!“
  • für das Wunder des Lebens

Buße

  • wo wir Kinder nicht beachtet und geliebt haben
  • wo wir werdenden Eltern nicht genügend Rückendeckung und Unterstützung
  • geboten haben
  • dass in unserer Gesellschaft der Abtreibung kaum noch widersprochen wird
  • wo wir Kindern gegenüber ungeduldig waren
  • wo wir an Kindern Unrecht getan haben

Bitte

  • dass junge Eltern dem Druck der Gesellschaft widerstehen können, Karriere über Familie zu stellen
  • dass Paare ermutigt werden, Kindern Leben zu schenken
  • dass Gott Ehen und Familien schützen und segnen möge
  • dass Eltern erleben mögen, wie Gott auf wunderbare Weise versorgt

Zum Singen

  • Gott, der du alles Leben schufst
  • Gut, dass wir einander haben
  • Du gibst das Leben, das sich wirklich lohnt