Migration und Flüchtlinge

Monatliches Allianzgebet für August 2009

„Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen... Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25, 35-40
Text zur Vertiefung: Matthäus 2, 13-15

In den Medien liest man sehr oft von Flüchtlingen, meistens aus West-Afrika, die ihr Leben riskieren, um auf dem Seeweg nach Europa zu gelangen. Diese Flüchtlinge sind so verzweifelt, dass nicht mal das Risiko, ihr Leben dabei zu verlieren, sie daran hindert, dieses Wagnis einzugehen. Diejenigen, die es nach Europa schaffen, werden normalerweise nicht willkommen geheißen, aber nicht selten misshandelt und oft wieder in ein afrikanisches Land abgeschoben. Europa ist zu einer Festung geworden und die Hürden für normale Einwanderer, nach Europa zu kommen, sind fast unüberwindbar. Das Elend von Hunderten von afrikanischen Flüchtlingen, die auf diesen Reisen sterben, wird immer vor unseren Augen bleiben.

Lässt uns das Leiden dieser Flüchtlinge gleichgültig und kalt? Sind diese Migranten weniger Menschen, nur weil sie ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen, aus reiner Verzweiflung, damit sie ein besseres Leben haben können - und in einigen Fällen auch, um ihr nacktes Leben zu retten? Migration und Wanderungen von Menschen und Völkern gibt es schon, so lange die Menschheit existiert. Dies ist ein Phänomen, mit dem wir leben lernen müssen. Ich denke auch nicht, dass das Problem sich lösen lässt, indem die Einwanderung erschwert wird, indem wir die Mauern der „Festung Europa“ höher machen und diese verzweifelten Migranten zu Kriminellen abstempeln.

Wie wir in Matthäus 2,13–15 lesen können, war Jesus als kleines Kind selber ein Flüchtling. Er und seine Eltern mussten nach Ägypten fliehen, um dem Zorn Herodes zu entkommen. Als Christen sind wir aufgerufen, Propheten für unsere Zeit zu sein, indem wir die Missstände in unserer Gesellschaft beim Namen nennen. Als afrikanischer Pastor und Migrant werde ich jeden Tag mit den Problemen dieser Flüchtlinge konfrontiert. Sie werden oftmals menschenunwürdig behandelt und in einigen Fällen in sehr schwierige Lebensumstände gebracht. Wir können nicht den Politikern Recht geben, welche Migranten zu Sündenböcken für verfehlte Politik machen. Wir können es uns auch nicht leisten, diejenigen, die Ebenbild Gottes sind, als Menschen zweiter Klasse abzustempeln.

Jesus predigte Liebe für alle Menschen als Weg zum Himmel. Immer wieder betonte er die Notwendigkeit, ihn in den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und in den benachteiligten Schwestern und Brüdern zu sehen. Wir können es uns nicht leisten, gleichgültig auf die Schreie von Tausenden zu reagieren, die ihr Leben bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, auf dem Meer verloren haben. Als Christen sind wir aufgerufen zu handeln. Jetzt ist die Zeit sich daran zu erinnern, was Jesus in Matthäus 25,25–30 sagt: Wenn wir die Tür für einen Fremden aufmachen, öffnen wir sie für ihn. Dies war für mich eine tief gehende Motivation, mich auf die Anliegen der Flüchtlinge in Deutschland einzulassen. Ich möchte die Beter ermutigen niemals zu vergessen, dass Christus in jedem von uns lebt und dass er immer an der Seite der Ausgestoßenen und Benachteiligten war.

Dr. Peter Sorie Mansaray, Politologe und Pastor in Berlin

Zur Vorbereitung und Gestaltung

Die gute Nachricht ist, dass es Menschen und Einrichtungen gibt, die sich um die Belange der Flüchtlinge kümmern. Wir sollten diese ermutigen, ihre gute Arbeit fortzuführen.

Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen eigenen Arbeitskreis für Migration und Integration, dessen Mitarbeiter sich gerne einladen lassen (Infos unter www.ead.de/amin). Weitere Informationen finden Sie auch unter www.raccib.org und www.fikb.de.

Laden Sie Mitarbeiter solcher Organisationen für aktuelle Berichte ein.

Laden Sie zu dieser Gebetsveranstaltung besonders Christen aus anderen Ländern und Kulturen ein, sei es aus deutschsprachigen Gemeinden oder Migrationskirchen. Unter ihnen sind häufig Flüchtlinge.

„Herr Jesus Christus, du wurdest von einer hebräischen Mutter geboren. Babylonische Weise huldigten dir. Du warst voll Freude über den Glauben einer syrischen Frau und eines römischen Hauptmannes. Dein Kreuz trug ein Afrikaner. Wir danken dir, dass wir zu dir gehören. Hilf uns Menschen aller Rassen und Völker als Miterben in dein Reich zu bringen.“ 
Aus Afrika

Zum Beten

Der obige Text und die zusätzlichen Informationsquellen ergeben Gebetsanliegen in Fülle. Beziehen Sie möglichst bei den Gebetsanliegen und beim Beten Christen ein, die Flüchtlinge und/oder Migranten sind.