Licht und Salz für unsere Städte
Monatliches Allianzgebet für September 2008
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5,13–16
Jesus suchte Jünger, die ihm nachfolgen und sich als Salz und Licht in die Welt senden ließen. Das ist heute nicht anders. Damit ist nicht die Welt der christlichen Gemeinden gemeint. Sollen wir ernsthaft das Licht der Welt nur im „Lampenladen“ christlicher Insider-Treffen leuchten lassen, wo es zwangsweise zu den vergleichenden Eitelkeiten kommt?
Gott hat uns als Lichter für die Dunkelheit der Welt gedacht – also da draußen in der ach so unchristlichen Gesellschaft. Überall hat er uns hingestellt, in unsere Familien, unsere Nachbarschaften und an unsere Arbeitsplätze, in unsere Vereine und Ausbildungsstätten. Nicht einen Bereich des gesellschaftlichen Lebens hat Gott ausgenommen von dem Herzenswunsch, dorthin sein Licht zu bringen, das er in uns angezündet hat. Auch das kleinste Licht vertreibt die Dunkelheit.
Fangen wir doch wieder an, mutig das Licht der Liebe Gottes in uns sichtbar aufleuchten zu lassen durch die guten Werke, die Gott für uns vorbereitet hat, und die Worte, die er uns durch seinen Heiligen Geist auch für unsere Nachbarn und Kollegen gegeben hat. Gebet könnte bei diesem Auftrag so etwas wie der zündende Funke sein, ohne den das Licht nicht aufleuchtet. Als wir während des Kirchentages in Frankfurt 72 Stunden auf einem Hügel über der Stadt in einem Zelt ununterbrochen für unsere Stadt gebetet haben, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Gott schaut jede Nacht auf meine Stadt und wendet sich nicht ab von dem, was er dort sieht, alles Elend, alles Dunkle, aller Schmerz und alle Not. Seine Liebe hält es aus, sich noch nicht abzuwenden, sondern sein Angesicht zuzuwenden. Wir waren mit unserem Gebet in diesen Tagen und Nächten Gottes Licht. Drei Wochen nach dieser intensiven Zeit des Gebets wurde der größte Korruptionsskandal Frankfurts aufgedeckt. Zeitweise waren es über 280 Personen, die angeklagt waren. Unser Staatsanwalt wurde für viele Jahre zum Fachmann in Korruptionsangelegenheiten.
Mit unseren Gebeten sind wir die mobilen Taschenlampen, die die ersten Lichtstrahlen in die Alltagswelten bringen. Feste Gebetskreise, Alphakurse am Arbeitsplatz, Seelsorgeteams in Unternehmen, „After-work-Gottesdienst“ oder Hilfsangebote für in Not geratene Kollegen oder Nachbarn bringen eine anhaltende Leuchtkraft der Liebe Gottes in einen kleinen Bereich der Gesellschaft. Das Licht gehört in die Dunkelheit, um sie zu vertreiben und ein Zeichen der Hoffnung zu setzen für Hilfe und Rettung. Viele Menschen haben sich schon so an die Dunkelheit gewöhnt, dass sie vielleicht erst mal total gereizt und abwehrend auf das Licht reagieren.
Wenn zu Beginn einer Arbeitswoche in den deutschen Städten das Licht angeht, weil die Christen ihr Licht leuchten lassen an den Arbeitsplätzen, in den Nachbarschaften und Lebenswelten ihres Alltags, dann geht Deutschland wirklich ein Licht der Liebe Gottes auf, dann kann das Salz der Gnade Gottes vor dem Verderben retten, bewahren und heilen und in unserem Land einen Geschmack der Gegenwart Gottes verbreiten.
Bernd Oettinghaus, Leiter „Runder Tisch Gebet“ der Lausanner Bewegung in Deutschland
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Laden Sie doch einmal Christen aus unterschiedlichen Berufen ein, die erzählen, wie sie ihr Christsein im Alltag erleben. Vielleicht berichtet jemand von einem „Firmengebetskreis“ oder ein engagierter Christ aus ihrer Gemeinde erzählt von seinem ehrenamtlichen Engagement in einem Verein der Stadt. Vielleicht gibt es in ihrer Nähe auch einen Kreis von „Mütter beten“, die gemeinsam für die Schulen ihrer Kinder beten. Unter www.muetterinkontakt.de finden Sie Informationen über lokale Gruppen in Ihrer Nähe.
Sie können auch den größten Arbeitgeber in der Stadt im Gebet vor Gott bringen. Rufen Sie einfach bei der Firma an, verlangen den zuständigen Öffentlichkeitsbeauftragten und fragen ihn, welche Nöte die Firma hat, für die die Christen in der Stadt beten könnten. Ähnlich könnten Sie auch mit Politikern aus dem Stadtparlament vorgehen. Vielleicht kommen Sie sogar in Ihren Gebetsabend und lassen sich interviewen.
Alternative: ein großer Stadtplan, an dessen Brennpunkten Sie Kerzen aufstellen, 4–5 Punkte (Schulen, Polizeistation, Fußballstadion, Jugendtreff, Seniorenclub, Krankenhaus, Arbeitsamt u. ä.) reichen aus.
Zu jedem Brennpunkt haben Sie im Vorfeld Informationen herausgesucht und beten nun der Reihe nach entlang der imaginären Route auf dem Stadtplan in kleinen Gruppen. Oder Sie richten für jeden Brennpunkt eine Gebetsstation ein, an der die schlagwortartigen Informationen liegen oder hängen. Da können die Besucher sich die Stationen selber in der ihnen genehmen Reihenfolge und Dauer an jeder Station aussuchen.
Zum Beten
Loben und Danken
- für das Gute, was in Ihrer Stadt in den letzen Monaten geschehen ist
- über die Wirksamkeit Gottes in der Vergangenheit in Ihrer Stadt
(evtl. zuerst Austausch, dann Danken und auf selbstklebende Herzen schreiben, die auf den Stadtplan aufgeklebt werden)
Beugen
Gemeinsam könnte man sich beugen unter die Schuld
- des schlechten Redens über die eigene Stadt
- der christlichen Gleichgültigkeit den Problemen der Stadtgesellschaft gegenüber
- der starken Rückzugstendenz der Christen in ihre parallele Welt der „frommen Programme“
- des geringen ehrenamtlichen Engagements der Christen in den säkularen Bereichen
Bitten
(wenn nicht in Stationen oder entlang der Zeugnisse oder Interviews für die Stadtgesellschaft gebetet werden kann, s. o.)
- dass Christen an ihren Arbeitsplätzen und in ihren Nachbarschaften eine missionarische Aufgabe entdecken und einander aus unterschiedlichen Konfessionen dabei begegnen
- dass die Menschenfurcht weniger wird und wir in unseren Alltagswelten zum tätigen Zeugnis für Jesus Christus freigesetzt werden
- dass kein Anfang zu gering erscheint, die ersten Schritte heute und in diesem Monat zu tun, die Gott mir ganz persönlich zeigt

