Lebensrecht für Ungeborene
Monatliches Allianzgebet für September 2010
"Du sollst nicht morden!" 2. Mose 20,13
"Lasset die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran." Lukas 18,16
"Kinder Gottes sind wir!" 1. Johannes 3,2
Du sollst nicht morden! Eigentlich ist alles klar. Eigentlich. Und sie gelten noch immer, die Zehn Gebote. Sie sind ohnehin kein Exklusiveigentum von Juden oder Christen. Das, was hier festgehalten ist, gilt. Für alle. Immer. Eigentlich ist alles klar. Eigentlich.
Das Leben ist kostbar. Es ist einzigartig. Es ist heilig. Eigentlich. Es verdient Schutz. Es ist ein Grundrecht. Es hat etwas mit Würde zu tun. Und die wiederum ist unantastbar. Eigentlich.
Unsere ganze Rechtsordnung hängt an dieser Erkenntnis: Die Würde des Menschen ist unantastbar!
Das Grundgesetz beginnt mit dieser Unfehlbarkeit, gleich einem Unfehlbarkeitsdogma. Da steht: „des Menschen“ – ohne Einschränkung, ohne Wenn und Aber. Das gilt! Ohne Abstufung, ohne Tricks, ohne Missverständnis. In voller Klarheit.
Von Anfang bis zum natürlichen Ende des irdischen Lebens. Ja, auch wenn es „nur“ um Abtreibung geht. Nur? Ist das, was da „weggemacht“ wird, nur „etwas“, „das“ man wegmachen kann, „wegmachen“ darf? Eine Krankheit? Ein Geschwür?
Keine Krankheit! Kein Geschwür! Sondern ein Mensch. Ja, ein Mensch. Ein noch nicht geborener Mensch. Mit unantastbarer Würde. Mit seinem Recht auf Leben. Zugegeben: ein sehr kleiner Mensch. Aber seit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle sind alle seine einzigartigen Informationen bereits zusammen. Seine Persönlichkeit ist angelegt, sie muss sich nur noch entfalten. Ein kleiner Mensch. Aber keineswegs nur ein werdender. Sondern ein wachsender. Mensch von Anfang an.
Und Kind Gottes. Ob groß, ob klein: ER hat längst Ja gesagt. Zu jedem von uns. Ohne Wenn und Aber. Wir sind tatsächlich seine Kinder. Deshalb haben wir alle dieselbe unantastbare Würde.
Kinder Gottes sind wir! Wie aber könnte ein Kind Gottes eines seiner Geschwister töten wollen? Wie aber könnten wir – bei Licht besehen – eines seiner Kinder töten wollen? „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, hat der Gottessohn einmal gesagt. Wenn das stimmt, wenn wir uns der Wahrheit nicht verschließen, dann gilt auch: Lasset die Kinder zum Leben kommen und hindert sie nicht daran!
Du sollst nicht töten! Das ist kein netter Diskussionsbeitrag, es ist die befreiende Konsequenz aus der Wahrheit. Es gibt ein Recht auf Leben, aber kein Recht auf Morden. Das Leben in Fülle – oder ein Leben als leere Hülle. Wir müssen uns entscheiden. Jetzt.
Wahr ist: Es gibt keine Alternative als ein Leben in der Fülle der Kinder Gottes. Es stimmt wirklich: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,32). Raus aus der Dunkelheit, hin zum Licht: „Denn wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht.“ (Johannes 3,21).
Martin Lohmann, Bonn, Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL)
Zur Vorbereitung und Gestaltung
- Zusammentragen, wie in unserer Gesellschaft über Leben geredet wird. Begriffe analysieren: Falsche Begriffe schaffen falsches Bewusstsein, richtige Begriffe richtiges. Beispiel: „werdendes“ Leben = was noch nicht ist, kann man ja wegmachen; „Schwangerschaftsunterbrechung“ = was man „nur“ unterbricht, könnte man ja auch fortsetzen, ist also nicht so tragisch.
- Mit jungen Menschen über die Schönheit des Lebens reden. Nicht moralinsauer mit Vorwürfen hantieren, sondern einladend über das Wunder des Lebens sprechen. Erfahrungen austauschen. Das Wunder des Lebens erfahrbar machen!
- Kontakt zu Menschen in Notsituationen bzw. deren Angehörigen suchen. Erkennen, dass häufig nichts als „Hilfe“ geschrien wird, wenn es um Abtreibung ging oder geht. Unverkrampfte Netzwerke und Ansprechpartner schaffen.
- Einladen zur Teilnahme am „Marsch für das Leben“ am 18. September 2010 in Berlin. Gruppenreisen vorbereiten, rechtzeitig anmelden. Die Fahrt als ein frohes Ja zum Leben planen. Freunde aus allen Altersgruppen bereits rechtzeitig einladen. Seelsorger einbinden.
- Internet:
www.bv-lebensrecht.de – Bundesverband Lebensrecht
www.tclrg.de – Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen
Zum Singen:
- Ein feste Burg ist unser Gott - EG 362
- Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf - Feiert Jesus 1 Nr. 89
Zum Beten
Lob und Dank:
- für alle Eltern, die sich auf ihr Kind freuen
- für alle Menschen, die sich um eine liebevolle Erziehung mühen
- für alle Pflege- und Adoptiveltern, die Elternliebe stellvertretend geben
- für alle, die sich diakonisch-karitativ oder lebensrechtlich engagieren
und tausende von Kinderleben gerettet haben
Buße und Bekenntnis:
- dass das Selbstbestimmungsrecht über das Lebensrecht zu triumphieren scheint
- dass die Stimme der Kirchen von der Gesellschaft als unklar wahrgenommen wird
- dass deshalb auch das Gewissen vieler Christen verwirrt ist
Bitte und Fürbitte:
- um echte Hilfe zur richtigen Zeit für alle Mütter und Väter, wenn sie unüberwindlich erscheinende Probleme während der Schwangerschaft haben
- um die Erkenntnis von genügend Mitgliedern in Regierung und Parlament, dass die jetzigen Regelungen keinen „tragfähigen Kompromiss“ darstellen
- um mutige Führungskräfte in Politik, Medien und Kirchen, die bereit sind, ihr ganzes Ansehen in die Waagschale zu werfen
- um immer mehr Christen, die ihr Gewissen nicht ruhen lässt, damit die gleichen Fehler sich am Lebensende nicht auch noch wiederholen

