Jesus mitten im Reich der Mitte
Monatliches Allianzgebet für August 2008
So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5,16
Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir verzagen nicht.
2. Korinther 4,8
Die Olympischen Spiele in China werden eine Supershow werden. Das kommunistische Land wird aller Welt beweisen wollen, dass sie zur großen Weltgemeinschaft dazugehören und eine beachtenswerte Rolle spielen. Aber die Schlagzeilen werden auch von Missachtung der Menschenrechte, von Korruption und industriemäßig getrimmten Spitzensportlern berichten.
Aber in diesem Riesenreich von 1,3 Milliarden Menschen gibt es eine wache und wachsende Gemeinde Jesu. Die offiziellen Kirchen müssen sonntags drei- bis viermal Gottesdienst anbieten, weil selbst die größeren Kirchen für die Gemeinden zu klein sind. Auch neue Kirchen werden gebaut. Die größte Kirche Chinas ist 2006 in Hangzhou mit 5000 Sitzplätzen eingeweiht worden. Die Mitglieder der unzähligen nicht registrierten Hausgemeinden wachsen auch in Millionengröße pro Jahr, vor allem auf dem Land. In Beijing (Peking) gibt es allein 2.000 solcher Hausgemeinden, die zwar illegal sind, aber vom Staat inzwischen geduldet werden. Seit einigen Jahren findet auch eine Erweckung unter den ethnischen Minderheiten statt, die atemberaubend ist. Auf dem Land gibt es auch noch Verfolgung von nicht registrierten Hausgemeinden. Razzien von übereifrigen Parteiführern werden rabiat durchgeführt, meist um zu kontrollieren, ob es Kontakte zu ausländischen Organisationen gibt. Was der Staat nicht kontrollieren kann, das ist ihm unheimlich und da lässt er seine Macht hin und wieder spielen. Besonders im Vorfeld der Olympiade sind leider kurzzeitige Verhaftungen und Einschüchterungen vorgefallen. Aber im Großen und Ganzen sind die chinesischen Christen beliebt, auch deshalb, weil ihr Lebenswandel nach dem Neuen Testament ein starkes Zeugnis für die immer egoistischer werdende Gesellschaft ist. Auch mancher politische Leiter wünscht sich mehr Christen, weil sie verantwortungsvoll arbeiten, sich um Benachteiligte kümmern, ihre Ehen gut leben und einen Sinn für Umweltbewahrung haben.
Auch den CVJM gibt es in diesem kommunistischen Land. In zehn Millionenstädten gibt es große Vereine. Sie sind besonders in der diakonischen Arbeit aktiv – für Kinder, Jugendliche, aber auch für Alte, die in der kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaft die Verlierer der Gesellschaft geworden sind. Auf dem Lande und unter Wanderarbeitern haben sie Projekte, die beeindruckend sind. Sie wollen die Benachteiligten die Liebe Jesu spüren lassen. „Wir bringen das Kreuz unsichtbar zu den Menschen, die seine Liebe brauchen.“
Albrecht Kaul, stellvertretender Generalsekretär des CVJM-Gesamtverband in Deutschland
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Die Presse wird unterschiedlich berichten. Zeitungsartikel, Mitschnitte von TV-Sendungen und Augenzeugenberichte von Reisenden helfen, das vielfältige Bild von China aufzuzeigen. Besonders um Berichte über christliche Gemeinden sollte man sich bemühen:
- www.chinapartner.org
- www.china-zentrum.de
- www.opendoors-de.org
Eine gute Quelle über das heutige China, die christliche Gemeinde und die Geschichte des Landes ist das Buch: „Im Land des roten Drachen“ (Brunnen-Verlag, ISBN 3-7655-3879-5) für 8,95 €.
Eine Landkarte sollte aushängen – dort wird deutlich, dass China 27x so groß ist wie Deutschland! Die meisten Christen gibt es in den Provinzen Anhui / Henan / Zheijiang / Shangdon und Fujian – genau dort, wo vor 150-70 Jahren die meisten Missionare oft entbehrungsreich wirkten und kaum Frucht ihrer Arbeit gesehen haben.
Besorgen Sie sich auch aktuelle Infos über die Folgen und Bewältigung der Erdbebenkatastrophe im Mai.
Zum Beten
Dank
- dass die Saat der mühevollen Arbeit der Missionarinnen und Missionare aufgeht
- dass das enorme Wachstum der Gemeinde auch uns trösten kann, wenn wir unsere oft leeren Kirchen sehen
- dass Gott eine große Erweckung in China geschenkt hat
Beugung
- über unserem Desinteresse an den Christen, die unsere Fürbitte brauchen
- dass wir so leidensscheu sind und schnell einknicken, wenn Nachteile drohen
Bitte
- Wir beten dafür, dass die Olympische Idee die Völker eint und nicht spaltet, dass die Spiele friedlich verlaufen und niemand ausgegrenzt wird
- für die offiziellen Gemeinden, dass sie weiter wachsen und eine große Ausstrahlung in die Gesellschaft haben
- für die Hausgemeinden, dass sie vor und in der Verfolgung bewahrt werden und ein lebendiges Zeugnis von Gottes Kraft sind
- dass die Hausgemeinden auf dem Lande theologische Lehrer bekommen, damit sie nicht Sektierern und Irrlehrern verfallen
- für Christen in Gefängnissen, Arbeits- und Umerziehungslagern
- für den CVJM, dass er mit seinem Dienst Hinweis auf Jesus Christus ist
- für wirksame Hilfe – auch durch Christen – für die vom Erdbeben Geschädigten
Zum Singen
- Wach auf du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
- Jesus Christus herrscht als König (EG 123)

