Israel und die Völker
Monatliches Allianzgebet für Mai 2008
Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem. Jerusa-
lem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. Denn dort stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen. Psalm 122
„Israel und die Völker“ ist das zentrale Thema der Heiligen Schrift, weil Gott Israel auserwählt hat, um die Völker zu erlösen. Dabei ist das Volk Israel nicht vom Land Israel zu trennen. Glieder des Volkes Israel, die vom Land Israel getrennt sind, sind „tot“ und „begraben“ (vgl. Hesekiel 37,12). Das wollen wir gerade in diesen Tagen bedenken, da der moderne Staat Israel 60 Jahre seines Bestehens feiert.
Das Zentrum des Landes Israel ist Jerusalem, der Berg des Hauses des Herrn. Nicht zufällig erklärt der Messias Israels seinen Eltern schon als Jugendlicher: „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“ (Lk 2,49). Jerusalem ist „die Stadt des großen Königs“ (Mt 5,35), des Königs Israels, ohne den diese Welt verloren geht. Deshalb fordert der Psalmist seine Zuhörer auf, für Jerusalem zu beten.
Ein moderner Israeli hört im ersten Teil des Verses 6 von Psalm 122 den Anstoß: „Fragt doch danach, wie es Jerusalem geht!“ – „Wie ist es um deinen Frieden bestellt?“ ist eine gängige Grußformel im heutigen Israel. Genau diese Frage sollen wir Jerusalem stellen. Nicht gedankenlos, im Vorbeigehen, sondern interessiert, bereit hinzuhören und zu verstehen. Martin Luther hat übersetzt: „Wünschet Jerusalem Glück!“ Der Psalmbeter sehnt sich nach Gleichgesinnten, die nicht kaltherzig an der Erfüllung irgendwelcher Voraussagen interessiert sind oder Sensationelles suchen. Das Herzensanliegen Gottes ist das Glück, das Wohlergehen, das umfassende Heil, kurz der „Schalom“ Jerusalems. Daraus folgt die Aufforderung, und das ist eine dritte Übersetzungsmöglichkeit: „Betet für den Frieden Jerusalems!“ Gottesmänner wie Mose, Samuel, Jeremia, Daniel, Paulus und Stephanus haben das praktisch umgesetzt. Sie saßen nicht unter ihrem Rizinus, wie einst Jona vor Ninive, und warteten mit journalistischer Professionalität darauf, dass Gott sein furchtbares Gerichtswort wahr macht.
Um meiner Brüder und Freunde willen
Der Beter von Psalm 122 weiß auch, warum er so „Jerusalem-versessen“ ist: „Um meiner Brüder und Freunde willen, rede ich vom Frieden in dir“ (Vers 8). David wusste offensichtlich um den Zusammenhang zwischen dem Heil für Israel und dem Heil für die nichtjüdischen Völker.
Dem Apostel Paulus war wichtig, seinen heidenchristlichen Lesern in Rom zu schreiben, „dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel dich trägt“ (Röm 11,18). Denn indem „du, der du ein wilder Ölzweig bist, in den Ölbaum eingepfropft“ wurdest, hast du „teilbekommen an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums“ (17). Mit diesem Bild verdeutlicht Paulus, was er zuvor gesagt hatte: Der geistliche Zustand der Welt ist bis heute direkt abhängig vom geistlichen Zustand Israels.
Wir wollen der Aufforderung zum Gebet für Jerusalem folgen, weil wir Gottes Plan mit Israel und durch Israel mit der Welt im Blick haben. Nach Aussage der Bibel ist Israel der Schlüssel zur Erweckung und damit zum Heil der Völker.
Johannes Gerloff, Jerusalem, Christlicher Medienverbund KEP
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Überlegen Sie, wer in Ihrer Allianz ein Herz und eine Beziehung zum jüdi-
schen Volk und zu Israel hat. Nutzen Sie das Wissen, das Menschen in Ihrer Gegend durch Informationsmaterial, Zeitungen, Zeitschriften oder gar per-
sönliche Beziehungen und Reisen gesammelt haben. Vielfach werden die „Israel-Fans“ in unseren Gemeinden an den Rand gedrängt. Es ist wichtig, dass wir ihre von Gott geschenkte Begeisterung und Liebe in biblische Bahnen lenken und für die Gemeinde nutzbar machen.
Als konkrete Hilfe für ein informiertes Gebet finden Sie einen täglichen Medienspiegel und ausführliche Hintergrundartikel zur aktuellen Lage in Israel und dem Nahen Osten unter www.israelnetz.de.
Im deutschsprachigen Raum gibt es mehr als einhundert Organisationen, die im Bereich der deutsch-israelischen oder christlich-jüdischen Beziehungen aktiv sind. Laden Sie einen Vertreter einer solchen Organisation ein. Nutzen Sie bestehende Verbindungen und vertiefen Sie diese. So bekommen Sie auch noch weitere konkrete Gebetsanliegen.
Zum Beten
Paulus legt in seinen Ausführungen über Israel großes Gewicht darauf, dass das Heil zu den Heidenvölkern gekommen ist, um Israel durch die Gläubigen aus den Heiden zum Nacheifern zu reizen. Zweitausend Jahre Kirchengeschichte haben das jüdische Volk nicht eifersüchtig gemacht auf die Christen, sondern abgestoßen. Viele Holocaustüberlebende meinen: Nach all dem, was ich gesehen habe, kann es einen Gott der Liebe nicht geben.
Das ist für uns ein Grund zur Buße.
Wir bitten,
- dass die Gemeinde weltweit ihren Auftrag an Israel erkennt
- dass die Christen in und um Israel so leben, dass Israel eifersüchtig wird
- um Schutz für Israel vor Terror und Krieg – aber auch vor dem eigenen, selbstzerstörerischen Lebensstil
- um Schutz für das ungeborene Leben in Israel
Wir danken
- für den Beginn der Wiederherstellung Israels, den wir seit Ende des
19. Jahrhunderts und dann besonders seit Gründung des Staates erkennen können - dafür, dass der Hüter Israels über seinem Volk und Land wacht
- dass so viele Israelis zum Glauben ihrer Väter zurückkehren und manche in Jesus ihren Messias erkannt haben


