Gott regiert auch in Politik und Gesellschaft

Monatliches Allianzgebet für September 2009

Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt…“
Matthäus 5,13–14
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben… Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“
1. Timotheus 2,1–4

Beten für die Wahl? Politik als Thema einer Gebetsveranstaltung? Da gibt es Zurückhaltung. Sind wir da als Gemeinde oder Orts-Allianz nicht parteiisch statt unabhängig? Auch unter Gläubigen gibt es unterschiedliche politische Positionen. Aber beten können, ja sollten wir doch! Und zwar je öfter – und je öfter miteinander – desto besser.

Wir sind im Superwahljahr 2009. Eine Reihe von Wahlen liegt hinter uns, an denen (hoffentlich) viele engagierte Christen mit Gebet und Stimmabgabe beteiligt waren. Öfter wird die Bundestagswahl Ende September als Schicksalswahl bezeichnet. Unser Land, die Politik und die Verantwortlichen, der oft so anonyme Staat – sie alle brauchen das Gebet und das Engagement der Christen! Gerade eine (gesunde) Unterscheidung zwischen Christengemeinde und Bürgergemeinde erfordert die Einmischung der Christen. Wie? Durch unser Gebet um Gottes Schutz und Segen, um sein Erbarmen und Eingreifen. Aber auch durch unser bürgerschaftliches Engagement, durch Mitreden und Mitgestalten und durch politische Einflussnahme.

Die vorrangige „Kompetenz“ der Christen ist das Gebet. Es ist eine Schnittstelle zwischen Himmel und Erde. Wenn wir beten, dann holen wir sozusagen die Kräfte, den Segen, die Korrekturen und die Weisheit Gottes herunter auf die Erde in unser Land. Durch seine Gemeinde und die einzelnen Christen als die „Agenten seines Reiches“ will Gott seine guten Absichten erden, verbreiten, und die Gesellschaft wie Salz mit seinen Werten durchdringen. Können wir uns dem entziehen? Nein, wir sind Salz und Licht, wenn wir ihm nachfolgen, sagt Jesus. Eine Feststellung, kein Appell. Dieser Einsetzung in einen wunderbaren Auftrag können wir uns stellen – oder gegen den Willen von Jesus entziehen.

Wir schlagen den Ortsallianzen oder einzelnen Gemeinden ferner vor, über die Nutzung des 3. Oktober als Gebetstag für unser Land nachzudenken. Eigentlich ist er doch ein Tag der Freude und der Dankbarkeit – ganz besonders gegenüber Gott, der unserem Land in den Jahren 1989 und 1990 auf so wunderbare Weise die Einheit in Freiheit und Frieden mit allen Nachbarn geschenkt hat! Darüber sind wir uns sicher einig, trotz aller Probleme und Kosten der Einheit. Gewiss sollte unser Gebet für das Land nicht auf einen Feiertag beschränkt bleiben. Aber er eignet sich wunderbar als Gebetstag des Leibes Christi an einem Ort. Jetzt, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer und erst recht nächstes Jahr, wenn wir an einem Sonntag 20 Jahre deutsche Einheit feiern!

Axel Nehlsen, Leiter des Arbeitskreises Gebet, Berlin

Zur Vorbereitung und Gestaltung

In den letzten Jahren gab es gute Erfahrungen mit dem Gebet für Politik und Gesellschaft, die anregen können, etwas Eigenes und Kreatives vor Ort zu entwickeln. Beispiele: In der Allianz-Gebetswoche wurde in Rathäusern oder anderen öffentlichen Orten gebetet. Es gibt hier und da Stadtgebete. In Frankfurt/Main veranstaltet die Evangelische Allianz jährlich am 3. Oktober ein öffentliches Gebet vor dem Rathaus. In Berlin hat die Evangelische Allianz zusammen mit dem Netzwerk Gemeinsam für Berlin Gebetstage am 3. Oktober gestaltet. Daraus entwickelte sich dann ein erweitertes Modell, das auch Christen aus Migrationskirchen einbezieht.

Weitere praktische und inhaltliche Anregungen: Gestaltungsvorschläge für Gebetstreffen, zu bestellen bei der Geschäftsstelle (versandstelle@ead.de) oder www.ead.de/fileadmin/daten/dokumente/arbeitskreis_gebet/Gestaltungsvorschlaege_fuer_Gebetstreffen.pdf, ebenso www.jesus-tag.de, www.40tagebetenundfasten.de, www.waechterruf.de (politische Seite).

Einige nützliche Kriterien für das politisch-gesellschaftliche Gebet:

  • Es muss gut informieren und nicht „blauäugig“ sein.
  • Es soll pro und nicht contra sein – insbesondere im Bezug auf die politisch handelnden Personen.
  • Es ist auf die heilsamen Absichten Gottes für Individuen und das Gemeinwesen ausgerichtet.
  • Es betet Segen, Frieden und Gelingen hinein in das oft mühsame politische Alltagsgeschäft.
  • Es ist nicht auf vordergründige Erfolge, sondern auf das Kommen des Reiches Gottes ausgerichtet und weiß daher um den Unterschied zwischen Vorläufigem und Ewigem.

Zum Beten

Themen und Anliegen gibt es in Fülle. Suchen Sie sich wenige Bereiche heraus, für die schwerpunktmäßig gebetet werden soll, z. B. lokale Wahlkreiskandidaten, regierungsfähige Mehrheiten, Familienpolitik, Lebensschutz vor Geburt und Tod, Wirtschafts- und Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, weltweite Armut und Gerechtigkeit o. a.

Einige Anregungen für spezielle Gebetsanliegen:

  • für den Schutz Gottes und gute Aufklärungsarbeit der Sicherheitsdienste zur Verhinderung von terroristischen Anschlägen
  • neue Ansätze in der Finanz- und Wirtschaftspolitik in und nach der Krise
  • Besinnung auf christliche Grundwerte bei Abgeordneten, Parteien und neuer Regierung
  • für Christen, die politisch tätig sind, und um mehr Christen, die in die Politik gehen