Gefährdung durch Computersucht?

Monatliches Allianzgebet für Februar 2010

Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
Römer 7,19 bis 8,1

Die Brisanz des Themas liegt auf der Hand: Ein Anzeigenblatt titelt: „1,5 Millionen Computer-Süchtige in Deutschland“. Begriffe wie Internet- oder Spielsucht sind längst keine Fremdworte mehr. Dazu kommen Abhängigkeiten, die indirekt mit dem Computer zu tun haben: Pornografiesucht, zwanghaftes Ersteigern und Kaufen. 

Der Stern berichtet: „Bei drei bis vier Prozent der etwa 32 Millionen deutschen Internetnutzer sei der Gebrauch des neuen Mediums zumindest problematisch. Experten sprechen von einer „Versüchtelung“ der Gesellschaft.

Mehrere Fragen drängen sich auf:

  1. Wo ist die Grenze zur Sucht? Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) definiert Sucht als „Zustand..., der für das Individuum und die Gemeinschaft schädlich ist“. Man kann nicht von einer bestimmten Dauer oder Intensität sprechen, um Sucht zu beschreiben, sondern muss auf die Folgen achten. Wo der PC normale soziale Beziehungen ersetzt, wo der Antrieb zu Schule oder Arbeit nicht mehr gegeben ist, wo das Interesse an Hobbies und gemeindlichen Aktivitäten erlischt, wo der Körper geschädigt wird durch zu langes Sitzen und falsche Ernährung, oder wo Schulden angehäuft werden, da ist von Sucht zu sprechen.
  2. Wo finden Betroffene Hilfe? Angebote zur Gemeinschaft und zum Gebet sind wichtig. Professionelle Hilfe bieten Beratungsstellen vor Ort. Weiterführende christliche Hilfsangebote bieten das Weiße Kreuz und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Lebenshilfen (ACL).
  3. Was können Christen tun? Verständnis entwickeln. Paulus beschreibt in Römer 7 das Phänomen, in dem Suchtkranke sich wieder finden: Sie wollen nicht mehr so weitermachen, können es aber nicht. Hier hilft Anklage nicht (Römer 8,1), sondern es bedarf der konkreten Hilfe, begleitet durch Gebet. Einen suchtfreien Lebensstil einzuüben ist oft ein langer Weg. Vorbeugend ist es wichtig, den Umgang mit dem PC mit den eigenen Kindern einzuüben. Strikte Verbote helfen selten, geregelter Umgang, feste Zeiten und ein offenes Gespräch über die Inhalte sind pädagogisch vielversprechender. Die beste Prävention ist ganz einfach: In der Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, sitzen sie nicht vor dem Computer.

Uwe Heimowski, Gera/Berlin

Zur Vorbereitung und Gestaltung

  • Zeitschriften mitbringen zu Computer-Themen, dazu Scheren, Klebestifte und große Blätter. Collage mit möglichen „Süchtigmachern“ erstellen
  • Kärtchen und Stifte auslegen, in stiller Runde persönlich ausfüllen lassen: in welchen Bereichen meines Lebens kann ich selber die Zeit vergessen und die Kontrolle verlieren?
  • Gesprächsrunden initiieren, in denen gerade Jüngere den Älteren erklären, worin für sie der Reiz von Computerspielen liegt
  • Bogen mit Selbsttest aus dem Internet herunterladen und ausfüllen (z.B. unter www.internet-abc.de/kinder/computersucht.php)

Zum Beten

Dank

  • für heile, gesunde und suchtfreie Familien
  • für Gemeinden, die alternative Angebote zu PCs anbieten
  • für christliche Therapie- und Hilfsangebote
  • für ein wachsendes Problembewusstsein

Buße

  • für vergeudenden Umgang mit Zeit und Geld durch den PC
  • für vernachlässigte und zerbrochene Beziehungen
  • für Unverständnis und Vorurteile gegenüber Suchtkranken

Bitte

  • um Weisheit für Eltern in der PC-Erziehung
  • um Befreiung und Heilung von Suchtkranken
  • um kreative Ideen zur Schaffung von Alternativen in der gemeindlichen Arbeit
  • um Kraft für Mitarbeiter in Suchteinrichtungen

Zum Singen

  • Du vergibst mir all meine Schuld
  • Herr, ich suche deine Ruhe
  • Halleluja, der Herr regiert