Erschöpfte Schöpfung - geliebter Kosmos
Monatliches Allianzgebet für Juli 2008
So sehr hat Gott die Welt (den Kosmos) geliebt, dass er seinen einzigen Sohn sandte...
Johannes 3,16
Abends mache ich einen Spaziergang durch meine Wohnung, laufe durch alle Zimmer und schalte nacheinander alle noch auf ‚stand by‘ geschalteten elektrischen Geräte aus – von Computer bis CD-Player und Espressomaschine.
Dieser Abendspaziergang gehört für mich zu den vielen kleinen, machbaren Schritten, um den Auftrag, Gottes Schöpfung zu bewahren, umzusetzen
(1. Mose 1,28). Das war nicht immer so. Früher vermittelten manche Predigten: „Jesus kommt wieder. Vorher wird die Erde zerstört und voller Katastrophen sein. Wenn wir versuchen, dies aufzuhalten, verzögern wir seine Wiederkunft.“ Die Konsequenz daraus war, dass man den Dingen am besten ihren katastrophalen Lauf lässt und sich als Christ besser nicht einmischt, wenn Flüsse vergiftet, Ressourcen vergeudet und Naturkatastrophen selbst verschuldet werden.
Auch wenn die Bibel für die Endzeit Katastrophen voraussagt entbindet uns das nicht von dem Auftrag, die Welt und ihre Menschen zu lieben. So wie Gott es tut: „So sehr hat Gott die Welt geliebt...“ Das griechische Wort, das in Johannes 3,16 für Welt verwendet wird, heißt „Kosmos“. Das meint unsere ganze Umwelt. Gott liebt nicht nur die Menschen, sondern auch den Kosmos, der sie umgibt. Auch hier soll sein heilsames und erlösendes Handeln durch uns erfahrbar werden. Man kann nicht behaupten, Menschen zu lieben, wenn man zulässt und dazu beiträgt, dass ihre Welt durch Ausbeutung und Vergiftung zerstört wird.
Deshalb drückt sich unsere Liebe auch im Engagement für den Erhalt der Schöpfung und für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen aus. Die globalen Herausforderungen, vor denen wir stehen, kann keiner alleine bewältigen. Aber jeder kann konkrete, wirksame Schritte gehen. Am besten beginnt man in dem Bereich, der uns am nächsten liegt, z. B. beim Putzen, Kochen, Wohnen, beim Energieverbrauch, Einkaufen, Transport und auf der Arbeit, auch in der Gemeinde.
Sicher tun viele von uns schon das eine oder andere ganz praktisch, um die Schöpfung zu bewahren. Wenn wir unser Engagement erweitern möchten, kann das bedeuten, sich zuerst zu informieren. Manches erschließt sich uns intuitiv. Es ist einleuchtend, dass Fahrradfahren weniger Energie verbraucht als Autofahren oder auch, dass naturbelassene Lebensmittel umweltfreundlicher sind als aufwändig produzierte und verpackte Luxusprodukte. Wo dies nicht so offensichtlich ist, kann man Informationen einholen: über fairen Handel, umweltfreundliche Produkte usw.
Der nächste Schritt wäre, allein oder gemeinsam mit der Familie oder Gemeinde zu entscheiden: Womit will ich/wollen wir beginnen? Aus Liebe zu Gott und zu den Menschen, die auf seiner Erde leben.
Kerstin Hack, Autorin, Verlegerin und Beraterin, engagiert sich bei „Gemeinsam für Berlin“
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Gute Information - die Mutter aller HandlungenIn den Medien finden Sie Informationen zu klima- und umweltfreundlichem Verhalten. Kompakt zusammengestellt sind im Heft „Umweltfreundlich. Impulse, unsere Welt zu erhalten“ die besten Tipps zum Umwelt- und Klimaschutz im Alltag [Bezugsquelle: Für nur 2 Euro direkt beim Verlag (www.down-to-earth.de) oder im Buchhandel, ISBN 978-3-935992-44-2]. Sie können Tipps auf Karteikarten schreiben und anschließend einige zur Umsetzung auswählen.
Konkretes Handeln statt schlechtes Gewissen
„Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es“ (Erich Kästner). Aber alles umzusetzen, was man rein theoretisch für die Schöpfung tun könnte, überfordert die meisten von uns sowohl zeitlich als auch finanziell. Nicht jeder kann auf den PKW verzichten oder sich Biolebensmittel und -kosmetik leisten. Deshalb ist es gut, sich alleine oder gemeinsam mit anderen bewusst zu entscheiden: Was kann und will ich als Erstes tun?
- Will ich lieber einen Park aufräumen oder umweltfreundliche Kleidung kaufen?
- Möchte ich öfter auf Fahrten mit dem Auto verzichten oder lieber auf fairen Handel achten?
- Oder...
Halten Sie schriftlich fest, wann und wie Sie beginnen wollen, dies umzusetzen und einzuüben. Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihre Entscheidungen, unterstützen und ermutigen Sie sich gegenseitig.&nb
Zum Beten
Lob und Dank
- für Gottes wunderbare Schöpfung
- dafür, dass der wunderbare Kosmos zum Ausdruck bringt, wie sehr Gott unsere Welt liebt
- dass Gott uns die Bewahrung der Schöpfung zumutet und zutraut
Buße und Bekenntnis
- für das Mitmachen beim Raubbau an dieser Welt
- für unsere Gleichgültigkeit für die Menschen, deren geringe Löhne dazu beitragen, dass wir unseren Lebensstandard halten können
Bitte
- dass Gott unser Herz verändert und wir aus Liebe zu den Menschen bereit werden, mehr zum Erhalt der Welt beizutragen
- um den Mut und die Bereitschaft, zugunsten anderer auf Bequemlichkeiten zu verzichten
- dass immer mehr Christen mit ihrem Lebensstil zum Ausdruck bringen, wie sehr Gott diese Welt liebt
Zum Singen
- Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht
- Friedefürst, Wunderrat …

