Du sollst nicht begehren - Finanzkrise
Monatliches Allianzgebet für Juni 2010
"Du sollst nicht begehren..."
(2. Mse 20, 17)
"Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern ... So geht es jedem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich für Gott."
(Lukas 12, 20+21)
Dieser Narr, der so genannte reiche Kornbauer, passt doch hervorragend in unsere Zeit! Erfolgreich sein und noch erfolgreicher und, und.... Natürlich baut man keine Scheunen mehr für seinen Erfolg. Man kauft Aktien, bekommt Boni. Und noch mehr und noch mehr und noch mehr. Und dann ist die Finanzkrise da und wir haben alle daran zu leiden.
Aber gleichzeitig stellt sich die Frage: Was hätten wir denn gemacht? Das Begehren, die Gier steckt in uns. Wenn wir es gekonnt hätten, dann hätten auch wir die Finanzkrise ausgelöst. Jeder weiß, dass Gier kein harmloses Gesellschaftsspiel ist. Nicht wir haben Gier. Die Gier hat uns. Sie besetzt den ganzen Menschen. Da kann es sein, dass man von einem einzigen Gedanken des Habenwollens wie besessen ist.
Eigentlich wollen wir mit unserer Gier alle nur eins: Erfüllung, wunschlos glücklich sein. Als könnte man nicht glücklich sein, wenn man noch Wünsche hat. Aber wenn alle Wünsche erfüllt sind, sind wir dann glücklich? Nein, man muss nicht alles haben. In der Gemeinschaft mit Gott kann man trotzdem dankbar und ohne Mangelerscheinungen leben. Jesus spitzt das noch zu. Er sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben in der ganzen Fülle haben sollen.“ (Joh 10,10)
Da haben wir ́s. Der Gierige wird nie satt, selbst wenn er alles hat. Er wird immer nur gieriger. Doch wer Jesus hat, der hat ein erfülltes Leben, selbst wenn er nicht alles hat. Wo Jesus Christus das Sagen hat, ist die Angst, zu kurz zu kommen, zu Ende.
Gott sorgt für uns. Die Gier ist überflüssig, weil Gott uns nicht hängen lässt. Er rüstet uns mit allem aus, was wir brauchen, und das nicht in Sparausführung, sondern in der Großpackung.
Pastor i.R. Bernd Bierbaum, Bremen Vorsitzender des Aufsichtsrats von ERF Medien
Hinweise zur Gestaltung
Erstellen einer Collage
Börsenbericht und aktuelle Berichte aus dem Wirtschafts- und Finanzteil der Zeitung, Reklame von Autos, Immobilien, Kleidung, Schmuck etc. sammeln und auf einer großen Tafel als Collage zusammenstellen. Zettel mit fettgedruckten Begriffen wie z. B. Vertrauen, Liebe, Schenken, Zuversicht, Glauben, Barmherzigkeit, Teilen, Verzicht, Hoffnung usw. vorbereiten und an die Teilnehmer verteilen. Die Begriffe sollen über die Collage geklebt werden.
Stillarbeit
Jeder denkt für sich darüber nach, was er/sie als Besitz hat und was er/sie sich dringend wünscht. Dazu die Fragen: Brauche ich es wirklich? Wie wichtig ist es mir?
Gruppengespräch
Teile des bekannten Spiels „Monopoly“ (Häuser, Besitzkarten, Spielgeldscheine etc) an Tischgruppen verteilen und zum Gespräch über Besitzstreben anregen.
Information
Flyer zur Micha-Initiative der Weltweiten und Deutschen Evangelischen Allianz an die Teilnehmer verteilen und als Grundlage zur Information nehmen.
Zum Singen
- Ich weiß, woran ich glaube, EG 357
- Komm, sag es allen weiter, EG 225
Zum Beten
Lob und Dank
- dass wir einen reichen Vater im Himmel haben, der uns versorgen will (Matth. 6, 28-34)
- dass wir in einem reichen Land leben
- dass ich Verantwortung übernehmen darf für Menschen, die Not leiden
- dass der Herr mir dafür Mittel gegeben hat
Buße und Bekenntnis
- für unseren Egoismus
- für unsere Gier
- für unseren Geiz
- für unseren Neid
Gebet
- für die Menschen, die in Wirtschaft und Politik Verantwortung tragen
- für die Menschen, die Not leiden
- für die Hungerenden an Leib und Seele
- für Bereitschaft zum Teilen



