Der Reichtum der Migrationsgemeinden

Monatliches Allianzgebet für Mai 2011

„Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben, sondern behandelt sie genau wie euresgleichen. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger lieben wie sich selbst. Denkt daran, dass auch ihr in Ägypten Fremde gewesen seid. Ich bin der Herr, euer Gott!“  3. Mose 19,33+34

Weitere Bibelstellen:
Lukas 10,25–37; Matthäus 25,31–40

In Deutschland gibt es immer mehr Migrationsgemeinden. In großen Städten wie Berlin oder Hamburg organisieren sich besonders viele von ihnen. Wenn in den Medien über Migration gesprochen wird, stehen oft Muslime und ihre spezielle Integrationsgeschichte im Vordergrund. Oder es wird gelungene oder nicht so gut gelungene Integration von Migranten an den Schulleistungen ihrer Kinder oder ihrer Partizipation auf dem Arbeitsmarkt gemessen. Hierbei wird oft übersehen, was Migranten an Potentialen und Gutem aus ihren Kulturkreisen mitbringen. Das könnten sie hier in Deutschland einbringen, erhalten aber dazu oft nicht die Möglichkeit.

Wenn wir die vielen lebendigen Christen in den (fremd- oder deutschsprachigen!) Migrationsgemeinden sehen, wird hiervon einiges sichtbar: Ihre Gottesdienste sind voller Dynamik und Hingabe. Ihr Gebetseifer ist für uns Deutsche oft vorbildhaft. Hier versammeln sich besonders junge Menschen unterschiedlichster Herkunft, Hautfarbe und Sprache, die in der Regel eine gute Bildung, Arbeitskraft und Gesundheit mitgebracht haben. Sie sind überzeugte Christen, die ihr Leben konsequent nach christlichen Werten und Maßstäben ausrichten. Durch ihre andere Sozialisation bringen sie oft Kompetenzen mit, von denen wir lernen können. Diese Menschen braucht unser Land! Unsere Gemeinden brauchen ihre Freude, ihre leidenschaftliche Spiritualität und die Lebendigkeit ihres Glaubens. Unsere oft so kalten Herzen brauchen ihre Wärme. Und unsere Wirtschaft braucht ihre Fachkompetenz, wenn wir nur endlich ihre Abschlüsse anerkennen würden. Lassen wir uns von ihnen überraschen. Lassen wir uns begeistern. Lassen wir uns von ihrer Freude und ihrem starken Glauben und Lebensmut trotz widriger Umstände anstecken. Dann werden wir entdecken, dass es weit mehr gibt als das, was wir schon kennen.

Gott schuf uns so unterschiedlich, wie wir sind, und er hat sich dabei Gutes gedacht. Andere Kulturen zu entdecken bedeutet, einen Reichtum an Vielfalt kennenzulernen. Lasst uns für diese Menschen beten. Lasst uns sie einladen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Lasst uns gemeinsam bunte Gottesdienste feiern, sie kennenlernen, ihren Kindern bei den Hausaufgaben und den Erwachsenen beim Erwerb der deutschen Sprache und im Umgang mit den Behörden helfen. Lasst uns in der Politik darum kämpfen, dass die Migranten hier und ihre Familien in der Heimat bessere Lebensbe- dingungen bekommen. Dann werden wir und unser Land gesegnet werden, denn das hat Gott uns verheißen.

Stefanie Arthur, Gemeinde Akebulan Berlin

Zur Vorbereitung und Gestaltung

Ein paar persönliche Fragen zum Nachdenken:

  • Was fühlst du, wenn du einem Ausländer begegnest?
  • Zeigst du ihm, dass er nicht willkommen ist? Gott fordert uns auf, die
  • Fremden gleichberechtigt zu behandeln und wie uns selbst zu lieben.
  • Überlege: Jeder Mensch ist ein Ausländer, fast überall.
  • Lasst uns die Begegnung mit Fremden in unserer Mitte als Gelegenheit
  • sehen, Gottes Liebe weiterzugeben. Wir bekommen sicher viel zurück! Laden Sie einen Bruder oder eine Schwester aus einer Migrationskirche ein und reden Sie miteinander. Oder es gibt sogar eine Migrationsgemeinde, die Ihre Räume oder die einer benachbarten Kirche mit nutzt. Vielleicht kann diese Gebetsstunde Anstoß sein, um neu aufeinander zuzugehen oder einen gemeinsamen Gottesdienst zu planen. Im Austausch könnte besprochen werden:
    • Welche Erfahrungen haben wir mit Menschen ausländischer Herkunft?
    • Gibt es Menschen mit Migrationshintergrund in unserer eigenen Gemeinde?
    • Wie gut kennen wir sie?
    • Haben wir Kontakt zu einer Migrationskirche in unserer Nähe? Können wir diesen Kontakt evtl. ausbauen?
    • Wie können wir Migranten in unserer Gemeinde und Nachbarschaft helfen, sich zu integrieren und wohl zu fühlen?
    • Was können oder wollen wir von Migranten lernen? Wie können sie uns und unsere Gemeinde bereichern? Wie können wir gemeinsam in Deutschland Menschen für Gottes Reich gewinnen?

Infos und Material

Zum Beten

 

Dank und Lob

  • für Frieden und Wohlstand in Deutschland
  • für Migranten (eingebürgerte und ausländische) in unserer Mitte
  • für ihre mitgebrachten Potenziale

Buße

  • wegen unserer Vorurteile
  • weil wir Migranten oft als Last und nicht als Gabe Gottes sehen

Bitte

  • für uns selbst, dass wir uns öffnen können
  • für die Migranten, ihre Lebensbedingungen und ihre Gemeinden
  • für ein besseres Miteinander und konkrete Begegnungen
  • für Frieden, Gerechtigkeit, Wachstum und Wohlstand in den Heimatländern der Migranten
  • für ein ausländerfreundliches Deutschland
  • für eine Europapolitik, die Fluchtursachen bekämpft anstatt Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa sterben zu lassen

Zum Singen

  • Ich singe dir mit Herz und Mund
  • Vater, mach uns eins