Das wachsende Miteinander der Christen

Monatliches Allianzgebet für April 2010

"Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast."
(Johannes 17, 20+21)

Jesus gibt seinen Jüngern im „Hohepriesterlichen Gebet“ Anteil an dem was ihm besonders wichtig ist. Dazu gehört ganz wesentlich die Bitte um das Eins-Sein der Jünger. Er nimmt seine Jünger in diesem Gebet hinein in seine innige Beziehung zu seinem himmlischen Vater, aus der heraus diese Einheit erst möglich wird. Er gibt sich mit nicht weniger zufrieden, als mit der tiefsten Einheit, die es gibt: Der himmlische Vater und Jesus, der Sohn Gottes, bilden zusammen mit dem Heiligen Geist eine Einheit, wie sie vollkommener nicht sein könnte. In der Dreieinigkeit Gottes können wir sehen und erkennen, wie sich Gott die Einheit vorgestellt hat: drei Personen, die ihre eigene Identität, ihren eigenen Auftrag haben, und die doch vollkommen eins sind.

  • Jesus hat nichts getan, ohne die Rücksprache mit seinem himmlischen Vater, ohne die tiefe Einheit in ihm
  • Eine Einheit in Harmonie, die jedoch nicht eine Enebnung der Unterschiede ist. So hat sich Gott die Einheit vorgestellt.

Doch diese Einheit bleibt nicht in sich selbst, sondern in der Sendung Jesu geht sie hin zu den Menschen. Auch die Einheit der Jünger wird dieser Sendung dienen, „damit die Welt glaubt“. Die Evangelische Allianz hat dieses Herzensanliegen Jesu aufgenommen. Einheit und Evangelisation gehören zu ihren Grundimpulsen. Unglaubliches ist gewachsen am Leib Christi durch die Einheit, zu der sich die Evangelische Allianz hat rufen lassen.

Auch andere haben dieses Anliegen Jesu aufgegriffen. Im ökumenischen Prozess ist ein Miteinander der Kirchen entstanden, von dem man vor 40 Jahren nur träumen konnte. Weitere Initiativen sind entstanden: Gemeinsam für Berlin, gemeinsam für Rhein-Main und andere. Vor zehn Jahren ist ein Miteinander geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen mit einer unglaublichen Dynamik entstanden. Über 250 Gemeinschaften, Werke, Initiativen und geistliche Bewegungen haben sich zu zwei Kongressen 2004 und 2007 in Stuttgart verbunden - mit abschließenden Großveranstaltungen mit 8.000 bzw. 10.000 Beteiligten. Weder die Gründung noch die einzelnen Schritte wurden strategisch geplant, sondern als Führung des Heiligen Geistes empfunden. „Die Partitur wird im Himmel geschrieben“, sagte Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolarbewegung zu Beginn dieses Miteinanders. Auf diesem Weg des Miteinanders wurden verschiedene Erfahrungen gemacht, die geradezu zu Schlüsseln des Eins-Werdens wurden: Eine Jesuszentrierte Einheit, die auf dem Wort Gottes gegründet, durch das Band der Liebe zusammengehalten und mit Vergebung und Versöhnung als eine der Schlüsselerfahrungen.

Der Ökumenische Kirchentag, der in diesem Monat in München stattfindet, ist eine große Chance. Die Miteinander-Bewegung wurde eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen und wird dies am 14.05.2010 in der Eissporthalle tun. Darüber hinaus bringt sich eine große Zahl von Gemeinschaften an unterschiedlichsten Stellen ein. Das Herzensanliegen Jesu, das zum Gründungsimpuls für die Evangelische Allianz wurde, kann so in den Ökumenischen Kirchentag eingebracht werden.
Noch gibt es viele Wunden, Risse, Barrieren und Gräben im Leib Christi. Wir dürfen heute schon das Unsere tun und an den Plätzen, an die er uns gestellt hat, konkrete Schritte zum Eins-Werden des Volkes Gottes gehen. Möge er selbst das Wunder der Einheit wirken!

 

Zur Vorbereitung und Gestaltung

  • In der Gruppe zusammentragen, welche christlichen Gemeinschaften und Kirchen es vor Ort gibt. Zu welchen bestehen bereits Kontakte, welche sind unbekannt bzw. zu welchen besteht keine Kommunikation?
  • Einander besuchen, sich kennen und verstehen lernen. Wer kann welche Kontakte herstellen?
  • Zu einem Schlüssel der Einheit ist die Frage geworden: Welche Gaben und besonderen „Pfunde“ hat Gott in diese und jene Gemeinschaft bzw. Kirche hinein gelegt? Es lohnt sich, an dieser Stelle die Blickrichtung zu ändern. Weg von der Frage: Wo könnte die andere Gemeinschaft eine Schieflage haben? Hin zu der Frage: Welchen Reichtum hat Gott dieser Gemeinschaft anvertraut?
  • Welche Hindernisse stehen zwischen den einzelnen Gemeinschaften und Kirchen vor Ort? Welche Verletzungen oder Enttäuschungen aus der Vergangenheit behindern die Einheit? Könnten hier Brücken gebaut werden?
  • Literatur: „Zuneigung“ – Christliche Perspektiven für Europa.Friedrich Aschoff – Bruder Franziskus Joest – Pater Michael Marmann (Hrsg.) Präsenz-Verlag
  • Internetseiten:

Gerhard Proß, CVJM Esslingen, Mitgründer und Koordinator von "Miteinander für Europa"

 

Zum Singen

  • Vater mach uns eins
  • Herzu und Herz vereint zusammen
  • Herr wir sind Brüder auf der ganzen Welt durch dich

 

Zum Beten

Dank

  •  Für die Einheit, die in der Evangelischen Allianz gewachsen ist
  • Für das, was im ökumenischen Prozess in den letzten 40 Jahren gewachsen ist
  • Für die Geschwister aus den anderen Kirchen

Buße 

  • Für die Mauern, Gräben und Risse, die es noch immer zwischen den Christen gibt
  • Für so viel Rechthaberei und Streitereien unter den Christen
  • Für die gegenseitigen Verurteilungen
  • Für die fehlende Liebe

Bitte

  • Dass Brücken über Gräben gebaut werden können
  • Dass Versöhnung geschieht zwischen Einzelnen, Veratwortlichen und Kirchen
  • Dass ER selbst sein Volk eint
  • Um eine Jesus-zentrierte Einheit im Leib Christi
  • Um den Mut für den ersten Schritt
  • Für die Verantworlichen des Ökumenischen Kirchentags
  • Für konkrete Schritte zur sichtbaren Einheit