Das "normale" Gemeindeleben
Monatliches Allianzgebet für Juni 2008
Ich kanns nicht loben, dass ihr nicht zum Guten, sondern zum Schlimmen zusammenkommt. Zum ersten, wenn ihr zusammenkommt in der Gemeinde, höre ich, es seien Spaltungen unter euch … Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierzu lobe ich euch nicht.
1. Korinther 11,17–22
Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude völlig und seid eines Sinnes, habt gleiche Liebe, seid einmütig und einhellig. Tut nichts aus eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst; und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was den andern ist.
Philipper 2,1–4
Was ist schon normal? Heute sind die Angebote christlicher Gemeinden bunt, vielfältig, von traditionell bis alternativ. Wer dazu gehört oder mitarbeitet, wird dankbar vom Reichtum des Reiches Gottes sprechen. Abendmahl und gemeinsame Mahlzeiten sind nur zwei Elemente aus der breiten Palette einer normalen Gemeinde. Paulus greift die Differenzen der Gemeinde von Korinth auf und kritisiert ganz offen die lieblosen Verhaltensweisen. Seitdem haben in der Kirchengeschichte unterschiedliche Vorstellungen und theologische Erkenntnisse von Gemeindeleben zu einer Vielzahl von Kirchen und Gruppen geführt. Heute gehen die einen in traditionelle Gemeinden und andere in neue Gemeinden. Jeder sucht sich Stil, Angebote und Glaubensgrundlagen aus. Der Wechsel von dieser zu jener Gemeinde ist einfach. Aber das Problem von Korinth ist bis heute das gleiche geblieben. Da sitzen Wohlhabende und „Tafel“-Nutzer nebeneinander im Gottesdienst. Da sind Kongress-Christen und die, die sich so etwas nicht leisten können, in einer Gebetsgruppe. Da sind die fröhlich-begeisterten Christen, die beim Lobpreis mit Händen und Füßen beteiligt sind; daneben die anderen, denen es zu laut und zu gefühlvoll zugeht. Kann man darüber in der Gemeinde sprechen? Oder wird das Extravagante zur Normalität? Die Starken setzen sich durch, die Schwächeren bleiben weg.
Wir brauchen Gemeindeleiter, die – wie Paulus – solche Differenzen frühzeitig wahrnehmen und Gemeinden ermahnen. In den ersten Gemeinden in Jerusalem (Apostelgeschichte 2,42–47ff.), war auch nicht alles ideal. Sie zeigen klar vier Kriterien des normalen Gemeindelebens auf.
Heute tendiert unsere Gesellschaft immer mehr zum Individualismus mit Lebensgenuss und Spaß als Höchstwerten. Diese Entwicklung schwappt auch in unsere Gemeinden über. Ein Event-Erlebnis-Christsein entsteht, wo jedes und alles Spaß machen muss. Von Höhepunkt zu Höhepunkt sehen wir nicht mehr in die Täler des normalen Gemeindelebens. Hier sind auch einfache Menschen, die zu Gott gehören wollen. Sie suchen die Stärkung im Wort Gottes, in der Gemeinschaft, im Mahl des Herrn für die kommende Woche. Sie wollen Leib Christi sein und ihren Herrn loben und danken – eben ganz normal.
Wolfhart Neumann, Beauftragter für ProChrist in Ostdeutschland und für Gebet
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Laden Sie für dieses Gebetstreffen jeweils die ganzen Gemeinden ein. Es geht nicht darum, die Gemeinde zu kritisieren, sondern für die Gemeinden, deren Gruppen, Mitglieder und Veranstaltungen zu beten.
Bereiten Sie den Raum entweder mit Tischgruppen für zwei bis vier Personen oder einem Kreis bei kleiner Besucherzahl vor. An Getränke und kleine Snacks denken Sie.
Sie beginnen mit Begrüßung und Gebet und leiten über in eine Kennenlern-Gesprächszeit. Dies tun Sie, auch wenn alle sich bereits kennen.
Fragen dazu:
- Ich bin seit ... Jahren in der und der Gemeinde und schätze an ihr: ...
- Ich möchte von mir persönlich erzählen: ...
Nach 20 Minuten (Kleingruppen) oder 30 Minuten im Kreis folgen Bibeltexte und thematischer Impuls zum Thema.
Anschließend sammeln Sie im Plenum Gebets-Punkte für Ihre jeweilige „normale“ Gemeindesituation.
Bitte die Stichworte auf Kärtchen schreiben, die anschließend an die Beter verteilt werden können. Diese werden den drei Gebetseinheiten zugeordnet.
Zum Beten
Drei Gebets-Einheiten
Dank
- dass Gemeinde besteht und sich frei entfalten kann
- dass die Gemeinde für unterschiedliche Personen offen ist und Gemeinschaft möglich ist
- dass die Gemeinde in die Öffentlichkeit wirken kann
Beugung
- dass wir uns zu sehr bedienen lassen, statt einander zu dienen
- dass wir zu schnell kritisieren, statt zu beten und das Gute zu fördern
- dass es unter uns zu wenig Austausch und Ausgleich gibt
Bitte
- für die Gemeindeleitung
- für Neue, Zugezogene, Fragende, Distanzierte, Junge, Kinder und dass wir füreinander Anreiz zur Hoffnung werden
- für den Christen neben mir
- für neue, geistliche Impulse, damit der Leib Christi wächst
- für Aufgaben in Dorf, Stadt, Region
- für das Zusammenwachsen der Gemeindegruppen in der örtlichen Allianz
Liedvorschläge
- Herz und Herz vereint zusammen
- Gut, dass wir einander haben

