Christen und Medien

Monatliches Allianzgebet für August 2010

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“
Epheser 6,12

„Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht ge- genüber jedermann. Ist‘s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. (....) Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“




Römer 12, 17-21

In den Medien hat das Ansehen der Kirchen in diesem Jahr einen Tiefstand erreicht. Zu Recht legt die Öffentlichkeit ihren Finger auf vertuschte Missbrauchsfälle. Es gibt keinen Grund zur Schadenfreude. Der Imageschaden ist für alle Christen, gleich welcher Konfession, noch nicht absehbar.

Aber nicht nur echte Missstände treffen auf Befremden. Mittlerweile wirkt auf einige Medienmacher jeder konsequent gelebte Glaube verdächtig. Das Etikett „radikaler“, „christlicher“ bzw. „evangelikaler Fundamentalist“ wird großzügig verteilt: An Christen, die nach der Bibel leben wollen, die sie für Gottes zuverlässiges Wort halten oder die öffentlich für christliche Werte eintreten. Gar als Gefährdung von Demokratie und Meinungsfreiheit werden gelegentlich Christen gesehen, die den Missionsbefehl von Jesus ernst nehmen. Angeblich wollen sie unserer Gesellschaft ihr enges und rückständiges Weltbild aufzwingen. Man warnt vor dem Rückfall in ein Zeitalter der Intoleranz und Religionskriege.

Manche Pauschalurteile zeugen von mangelnder Sachkenntnis und oberflächlicher Recherche. Zunehmend haben Öffentlichkeit und Journalisten nur noch ein lückenhaftes Wissen über Kirche und Religion. Christliche Ausdrucksweisen und Lebensziele sind ihnen fremd, auch wenn sie den Kern des Glaubensgutes aller Konfessionen betreffen. Da haben Christen den Auftrag, ihren Glauben in die Sprache und Erlebniswelt unserer Zeit zu übersetzen: „den Juden ein Jude, dem ohne Gesetz wie einer ohne Gesetz.“ (1. Korinther 9,20.21)

Es gilt deutlich zu machen: Als Christen wollen wir niemandem unseren Lebensstil oder Glauben aufzwingen. Jesus ist unser Vorbild: Er zwingt niemanden in die Nachfolge, er respektiert auch ein Nein. Und doch wirbt er um das Vertrauen der Menschen. Er bringt Heil und Heilung für alle und als seine Nachfolger stehen wir mit unserer ganzen Person für ihn. Dies auch öffentlich zu tun, dazu berechtigt uns die Glaubensund Meinungsfreiheit des Grundgesetzes.

Das wird nicht immer helfen. Manchen geht es weniger um die Wahrheit als um die Bestätigung von Vorurteilen. Bestimmte Interessengruppen brauchen Feindbilder, um Anhänger zu aktivieren oder „Quote zu machen“. Mancher Widerstand gilt nicht uns, sondern Gott selbst. Wir wissen, dass wir „nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen haben“. Niemals sind Menschen unsere Feinde. Aber auch wer auf unsere Kosten eigene Ziele verfolgt, ist von Gott geliebt und soll von uns gesegnet werden.

Magdalena Paulus, Juristin, Referentin bei Frauentreffen, Mitglied im Arbeits- kreis Gebet

Zur Vorbereitung und Gestaltung

Laden Sie einen Journalisten ein, der als gläubiger Christ Informationen zur Lage geben kann. Oder informieren Sie sich im Vorfeld bei dem Christlichen Medienverbund kep (www.kep.de).

Zum Beten

Buße und Bekenntnis:

  • für Presse- und Meinungsfreiheit in unserem Land
  • für eine freie und vielfältige Medienlandschaft
  • für die christlichen Zeitschriften und Radio- und Fernsehsender
  • für alle Journalisten, die sachlich und wahrhaftig berichten
  • für alle gläubigen Journalisten
  • für alle Sendungen und Artikel, die sachlich und wahrhaftig über den
    Glauben berichten
  • dass wir unseren Glauben frei und öffentlich bekennen können

Bitte:

  • dass wir als uns als Christen zuweilen nicht in der Gedanken- und Erlebniswelt unserer Zeit auskennen und in unserer eigenen „Parallelwelt“ leben
  • dass wir Menschen, die unseren Glauben ablehnen, manchmal statt in Liebe mit Angst und Abwehr begegnen

Fürbitte:

  • um Weisheit, Geschick und Mut für die gläubigen Journalisten in Radio, Fernsehen, Presse
  • um mehr gläubige Journalisten in diesen Medien
  • um sachliche und wahrhaftige Berichterstattung über Kirche, Christen
    und Glauben
  • dass wir lernen, das Evangelium in der Sprache unserer Zeit zu formu-
    lieren
  • um Weisheit und Geschick im Umgang mit Journalisten und Verantwor-
    tungsträgern