Bis ans Ende der Welt

Monatliches Allianzgebet für April 2008

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,18–20
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. 
Matthäus 9,37–38

Als Globalisierung bezeichnet man den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung in allen Bereichen. Globalisierung ist in aller Munde, allerdings denkt man meistens an die Wirtschaft und beginnt sich schon um den eigenen Arbeitsplatz zu sorgen, weil die Löhne in Indien nun einmal viel niedriger sind als bei uns in Deutschland.

Gibt es Globalisierung auch im Glauben? Aber sicher. Und zwar schon länger als den Begriff selbst. Damals nannte man das „Weltmission“. Gerade, weil es die Weltmission schon so lange gibt, hat sie allerdings oft den Beigeschmack, ein Auslaufmodell zu sein. Wer möchte heute schon mit Tropenhelm, Machete und Bibel allein durch den Busch stapfen und Eingeborene bekehren?

Vor zwei Jahren war ich für einen Missionseinsatz in Nigeria. Das hat meine Sicht von Mission deutlich umgekrempelt. Ich habe selbst erlebt, dass es dort viele Menschen gibt, für die es nicht nur normal ist, dass man sie auf ihren Glauben hin anspricht, sondern die geradezu auf der Suche nach einem sinnerfüllten Leben mit Jesus sind. Fast jeden Abend zeigten wir in verschiedenen Dörfern den Jesusfilm, auf einer großen Leinwand mitten im Ort. Bis es dunkel wurde, war der Platz in der Regel voll. Wirklich voll. Es kamen jeweils 200 bis 1.000 Menschen. Diese waren tief berührt von der Geschichte. Als typischer Deutscher hätte ich während des Films Chips essen können – und war beschämt, als ich sah, wie tief berührt die Nigerianer durch das Leben und Sterben von Jesus waren. Und nach dem Film waren es immer wieder Hunderte von Menschen, die sich für ein Leben mit Jesus entscheiden wollten. Mission ein Auslaufmodell? Wohl kaum.

Gott handelt immer noch global, weil seine Liebe einfach jedem Menschen gilt, unabhängig von Sprache und Hautfarbe. Ich kann zwar nicht jedes Jahr nach Nigeria fliegen, aber ich bete für die Christen und die Missionare dort und in anderen Ländern. Und das Schöne: die Nigerianer revanchieren sich. Viele von ihnen sind erstaunlich gut über Deutschland informiert und beten regelmäßig für uns. Und inzwischen kommen auch immer mehr von ihnen als Missionare zu uns! Diese Art der Globalisierung ist auf keinen Fall bedrohlich, sie zeigt nur, dass Gottes Reich weiter wachsen wird, sogar bis ans Ende der Welt – wobei es nicht immer klar ist, wer denn nun am Ende der Welt lebt...

Hauke Burgarth, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Campus für Christus Deutschland, Mitglied im Arbeitskreis Gebet

Zur Vorbereitung und Gestaltung

Informieren Sie sich durch die Medien über die Situation in einem bestimmten Land oder einer Region und formulieren Sie daraus Gebetsanliegen. Die „christliche Seite“ zur Ergänzung dieser Informationen erhalten Sie entweder direkt bei Missionsgesellschaften oder zum Beispiel durch das Buch „Gebet für die Welt“ von Patrick Johnstone.

Um Ausland und Mission erfahrbar zu machen, können Sie mit wenigen Gegenständen oder einem kleinen Imbiss aus dem jeweiligen Kulturkreis eine Atmosphäre schaffen, die die vielleicht völlig andere Situation dort deutlich macht. Das hilft ansatzweise dazu, das jeweilige Land und die Schwierigkeiten der Missionsarbeit dort besser zu verstehen.

Die beste – weil persönlichste – Möglichkeit ist sicher das Einladen eines Missionars, der aus erster Hand berichten kann, was Mission ist, welche Herausforderungen und Ergebnisse sie mit sich bringt. Gerade diese persönliche Begegnung hilft dabei, die Gebetsanliegen von dem abzuheben, was man sowieso meint aus dem Fernsehen schon zu wissen.

Zum Beten

Dank

  • dafür, dass Gottes Reich weltweit wächst und vielerorts wesentlich schneller als hier bei uns in Deutschland
  • für die kürzeren Wege in die Mission durch E-Mail, Telefon, Flugzeuge und die Chancen, die sich durch diese Globalisierung bieten

Buße und Bekenntnis

  • für unser häufiges Ausblenden des Bereichs „Mission“
  • für die vielen verpassten Chancen, Mission vor der eigenen Haustür zu praktizieren (Gastarbeiter, Migranten, eigener Auslandsurlaub)

Bitte

  • für „Arbeiter in der Ernte“
  • für die Missionare, die sich auf den Weg in eine fremde Kultur gemacht haben, dass sie dort gut zurecht kommen und Frucht bringen können
  • für die vielen Migranten und Ausländer hier in Deutschland, dass wir ihnen ein positives und überzeugendes Christsein vorleben können

Über das Beten hinaus

  • Laden Sie einen Missionar zu sich ein, lernen sie ihn und seine Arbeit kennen und unterstützen Sie ihn regelmäßig durch Gebet und Gaben. So ermöglichen Sie von zu Hause aus, dass weltweit Menschen Jesus kennenlernen.