Arbeit und Arbeitslosigkeit
Monatliches Allianzgebet für April 2010
"Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus, und dankt Gott, dem Vater, durch ihn."
(Kolloser 3,17)
Weitere Bibelstellen: 1. Thess. 4, 10-11; Matth. 6, 33-34.
Paulus wendet sich mit diesem Wort an alle, die ein „Werk verrichten“. Wir können auch sagen: „die arbeiten“. Sie sollen es im Namen des Herrn Jesus tun. Damit ist gemeint: Ihr letzter Auftraggeber soll Jesus sein; ihm sollen sie verantwortlich sein; zu seiner Ehre sollen sie arbeiten. Das ist eine Arbeitseinstellung, die aus dem Dank an Gott erwächst.
Dank wofür? Zum Beispiel für eine Beschäftigung, die so bezahlt wird, dass ich und meine Familie davon leben können. Wenn Jesus mein letzter Auftraggeber ist, hat seine Weisung mehr Gewicht als die jedes Vorgesetzten. Das kann zu Konflikten führen, die ich aushalten muss. Wenn ich zur Ehre des Herrn Jesus arbeite, dann kann ich es verkraften, wenn meine Arbeit nicht immer so anerkannt wird, wie ich es mir wünsche. Dann muss ich auch nicht jedes Angebot annehmen, das mehr Geld einbringt, aber weniger Zeit für die Familie übrig lässt. Ich kann ein vernünftiges Maß von Arbeit und Freizeit finden. Ich muss nicht zum „workaholic“ werden. Im Namen des Herrn Jesus arbeiten heißt auch, es ist nicht meine Verantwortung, wenn meine Leistungskraft begrenzt ist. Das brauche ich mir nicht vorwerfen und deshalb muss ich nicht meine Selbstachtung verlieren.
Und was ist mit denen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Beschäftigung gefunden haben? Es ist keine Zumutung, wenn Paulus auch sie auffordert, zu danken. Das bewahrt sie vor Zynismus und Verzweiflung. Danken können sie zum Beispiel für ein soziales Sicherungssystem, das sie vor tiefem Elend bewahrt. Viele Arbeitslose in anderen Ländern können davon nur träumen. Weil auch der Arbeitslose für die Entfaltung seiner natürlichen Fähigkeiten Gott verantwortlich ist, wird er sich mit allen seinen Kräften um eine vernünftige Arbeit bemühen. Er wird sich fortbilden und lernen, was ihm bei der Stellensuche nützt. Und er muss seine Selbstachtung nicht verlieren, denn wenn die Erwerbsarbeit nicht dereigenen Ehre dient, kann der Verlust der Erwerbsarbeit auch nicht den Verlust der eigenen Ehre bedeuten.
Der Dank führt zur Bitte. Es kann die eigene Bitte um eine Arbeit sein, die mir angemessen ist und in der ich Gott ehren kann. Bitten kann ich auch für Menschen, die arbeitslos sind. Das stärkt ihren Mut und gibt ihnen einen Halt, wenn die Selbstzweifel kommen. Je besser wir einander kennen, umso gezielter können wir füreinander beten. Das gemeinsame Gebet macht uns auch erfinderisch, wenn es um die Suche nach einer passenden Tätigkeit geht. Gott bitten können wir schließlich, dass er Politikern, Tarifpartnern und Unternehmern Einsicht schenkt und den Willen stärkt, damit sie alles tun, was die Arbeitslosigkeit sinken lässt und die Chance jeder arbeitsfähigen Person verbessert, eine Stelle zu finden.
Prof. a.D. Dr. Hermann Sautter, Vorsitzender der Studentenmission in Deutsch- land (SMD)
Zur Vorbereitung und Gestaltung
Die „Deutsche Evangelische Allianz“ (DEA) hat eine Broschüre zum Thema „Arbeitslosigkeit – eine Herausforderung für Christen und Gemeinden“ herausgebracht (zu beziehen über info@ead.de oder Tel. 036741/2424). Diese Schrift (verfasst vor der ge- genwärtigen Finanz- und Wirtschaftkrise) enthält einige Informationen über Formen und Ursachen der Arbeitslosigkeit, über die Möglichkeiten einer Beschäftigungspolitik und über mögliche Initiativen einer Gemeinde für Langzeit-Arbeitslose.
Arbeitslose können eingeladen werden, über ihre Erfahrungen und Sorgen zu berichten. Der Vertreter einer Arbeitsagentur kann den Blick öffnen für die Beschäftigungslage in der eigenen Stadt bzw. im eigenen Landkreis. Ein Mann/eine Frau, der/die voll im Berufsleben steht, kann berichten, wie der Glaube an Jesus Christus zu einer verantwortlichen Berufstätigkeit motiviert.
Zum Singen
- O Gott, du frommer Gott, EG495, 1-2
- Ich weiß, mein Gott, EG 297, 1-3, 5, 8
Zum Beten
Lob und Dank
- Der Schöpfer unseres Lebens hat uns Gaben geschenkt, damit wir seine Schöpfung „bebauen und bewahren“ (1. Mose 2,15).
- Wer in einem Beschäftigungsverhältnis steht, kann seinen persönlichen Dank für seine Arbeitsstelle vor Gott bringen.
- Unsere sozialen Sicherungssysteme bewahren vor einer Verelendung.
Buße
- Wir sind nicht energisch genug denen entgegengetreten, die Arbeitslose ganz allgemein als „Drückeberger“ brandmarken.
- Wir beten nicht anhaltend für Menschen, die ihre Beschäftigung verloren haben.
- Wir dulden Schwarzarbeit unwidersprochen oder nutzen sie gar - und entziehen damit sowohl den Arbeitslosen mögliche Stellen als auch dem Staat die Steuereinnahmen.
Bitten
- Wenn bei der Vorbereitung des Gebets Arbeitslose von ihren Erfahrun- gen und Sorgen berichtet haben, können wir gezielt für sie beten.
- Mitarbeiter/innen in Arbeitsagenturen brauchen Geduld und Phantasie, damit sie allen Ratsuchenden eine Hilfe sein können.
- Wer im Berufsleben steht, braucht Einsicht in das richtige Maß von Arbeit und Muße.
- Wir beten für die Beschäftigungspolitik in unserem Land um neue Ideen und wirksame Konzepte.
Gott möge den Politikern in reichen wie armen Ländern mehr Entschlusskraft schenken, damit sie alles tun, was die Beschäftigungslage in Entwicklungsländern verbessert.



