"Allgemeine Verunsicherung"
Monatliches Allianzgebet für Juli 2009
„Und es begab sich, als Jesus diese Gebote an seine zwölf Jünger beendet hatte, dass er von dort weiterging, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen. Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“
Matthäus 11,1–6
„Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“
Matthäus 24,10–14
Da ist einer offensichtlich ganz verrückt geworden
Am hellen Vormittag steht er mit einer Laterne auf dem Marktplatz und ruft seinen verwirrten Zeitgenossen zu: „Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegen wir uns? Stürzen wir nicht fortwährend? … rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts?“ So beschreibt Friedrich Nietzsche den tollen, d.h. den verrückten Menschen. Er stellt seine provozierenden Fragen Menschen, die das ungeheuerliche Verbrechen verübt haben, Gott zu töten. Wenn es keinen Gott gibt, dann ist letztlich alles erlaubt. Dann ist der Unterschied von wahr und falsch, von gut und böse weggewischt.
Sind wir eine verrückte Generation geworden?
Hundert Jahre nach Nietzsche ist es soweit – mit der allgemeinen Verunsicherung. Darf jeder machen, was ihm Spaß macht? Kann jeder behaupten, was ihm einfällt? Steht menschliches Leben schon während der Schwangerschaft zur Disposition? Dürfen die Alten zur Euthanasie gedrängt werden? Darf die Wissenschaft alles tun, was sie tun kann? Wie steht es mit der Umwelt? Wie mit genmanipulierten Lebensmitteln? Wird sich angesichts hemmungsloser Gier das Elend für die armen Länder vergrößern? Soll sich die Schere zwischen den Superreichen und Bettelarmen weiter öffnen? Müssen wir uns dauerhaft auf fanatischen Terror einstellen? Die Fragen sind zahllos geworden. Die globale Massenkommunikation verschärft die Kluft zwischen Problembewusstsein und Problemlösungen.
Wie verhalten wir uns als Christen in der allgemeinen Verunsicherung? Welche Botschaft haben wir?
Wir werden zurecht gerückt und sagen Ja und Amen!
Angesichts der verwirrenden Fülle von Informationen und Meinungen wenden wir uns im Gebet Gott zu. Er bringt uns in aller Verunsicherung zurecht. Die Bibel ist zwar kein Rezeptbuch für alle Wechselfälle des modernen Lebens. Aber sie gibt uns grundlegende ethische Orientierung. Sie zeigt uns den Menschen als Geschöpf Gottes mit der Berufung zu Würde und gegenseitigem Respekt. Sie gibt uns festen Grund unter die Füße, weil Gott uns bis in den Tod hinein liebt. Sie zeigt uns den Weg in die Zukunft, weil am Ende nicht das Nichts, sondern das Reich Gottes steht.
Im Blick auf diese Wahrheiten dürfen wir inmitten der allgemeinen Verunsicherung „Ja und Amen“ sagen. Amen bedeutet schlicht und einfach: Das stimmt! Darauf kannst du dich verlassen! Gott selbst hat es gesagt!
Dr. Rolf Hille, Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses, Tübingen
Zur Vorbereitung und Gestaltung
1. Die postmoderne Verunsicherung wahrnehmen
- Machen Sie eine Kollage mit Zeitungsausschnitten, die die heutige postmoderne Beliebigkeit und ihre Widersprüche zum Ausdruck bringen.
- Zeigen Sie einen Clip aus einem modernen Film oder lesen Sie aus einem modernen Roman, einem Gedicht oder einer Erzählung; – so können Sie sehr rasch die allgemeine Verunsicherung demonstrieren.
2. Austausch in Kleingruppen
- Tauschen Sie vor dem Gebet in Kleingruppen Erfahrungen und Fragen der Unsicherheit aus. Was beunruhigt mich? Was macht mir Angst? Was würde ich Gott gerne direkt fragen?
3. Biblische Gewissheiten
- Stellen Sie biblische Zitate zusammen, in denen von der Gewissheit des Glaubens und von hoffnungsvoller Zuversicht die Rede ist.
Zum Beten
Lob und Dank
- Wir beten den Gott an, der über allem Wandel der Zeiten steht. Wir preisen seine Treue, die er an Israel und seiner Kirche/Gemeinde erwiesen hat. Wir danken ihm für seine Fürsorge, mit der wir auch morgen rechnen dürfen.
Buße
- Wir bekennen, dass wir uns so schnell beeinflussen lassen von Ereignissen, die uns unsicher machen. Wir bekennen, dass wir unseren eigenen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen oft mehr trauen, als Gottes Verheißungen und Geboten.
Bitte
- Wir bitten, dass Gott Menschen schenkt, die den Mut haben, in der Öffentlichkeit Position zu beziehen und sich zum Glauben an Jesus zu bekennen.
- Wir bitten für alle Journalisten, dass sie nicht nur Probleme benennen, sondern auch helfen, Lösungen zu finden bzw. erprobte Lösungen aufzuzeigen.
- Wir bitten für Eltern und Lehrer, dass sie als Christen Gewissheit des Glaubens an die junge Generation vermitteln.
- Wir bitten, dass wir selbst immer tiefer in Gottes Wort gegründet werden und danach leben.
Zum Singen
- Wer Gott folgt, riskiert seine Träume (Feiert Jesus Band I Nr. 201)
- Herr, wir stehen Hand in Hand
- Ich steh in meines Herren Hand (EG 374)


