Predigtentwurf 2017

Dr. Ekkehard Graf, Pfarrer in Owen/Württemberg

Biblische Besinnung

Paulus und Barnabas kehrten zurück nach Lystra und Ikonion und Antiochia, stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. Und sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren. Apostelgeschichte 14,21-23

1. Die Ermutigung im Glauben

Auf ihrer ersten Missionsreise haben Paulus und Barnabas in einigen Städten Kleinasiens unterschiedlich erfolgreich gewirkt. Sie haben mit vielen Worten darum gerungen, dass Juden ihren Messias Jesus erkennen und annehmen. Sie haben Heiden das Evangelium verkündet. Sie wurden angefeindet und sogar gesteinigt. Sie konnten an manchen Orten länger wirken, aus anderen wurden sie nach kurzer Zeit vertrieben. So unterschiedlich ist auch heute noch Missionsarbeit. Aber eines war in allen Orten gleich: die Apostel konnten Menschen für Jesus gewinnen. Auf der Rückreise besuchten sie jeden Ort und jede junge Gemeinde noch einmal, um die Geschwister im Glauben zu stärken und zu ermutigen. – Übrigens, das griechische Wort, das Martin Luther mit „ermahnen“ übersetzt, bedeutet in diesem Zusammenhang viel mehr „ermutigen, ermuntern“. Das ist die Hauptaufgabe von Gemeindegründern: junge Christen begleiten und ermutigen auf dem Weg mit Jesus. Jüngerschaftskurse, Glaubensseminare und Seelsorge sind wichtige Grundelemente geistlichen Gemeindebaus. Gerade auch in den Gemeinden, die in Bedrängnis stehen, braucht es Unterstützung und Ermutigung. Deshalb beten wir Kontinente übergreifend am Gebetstag für verfolgte Christen, dass die Geschwister Ermutigung erfahren.

2. Die Ernüchterung im Glauben

Aufgrund eigener Erfahrung weisen Paulus und Barnabas die Neubekehrten darauf hin, dass Jesusnachfolge immer zugleich auch Leidensnachfolge ist. Der Weg mit Jesus ist eng. Das griechische Wort thlipsis, das im Deutschen mit „Bedrängnis“ übersetzt wird, schließt diese Enge, dieses gedrückt werden mit ein. Die Apostel haben es selbst so erlebt, in der Stadt Lystra war Paulus sogar zu Tode gesteinigt worden, ist dann aber durch das Gebet der Christen unversehrt wieder aufgestanden (Apg 14,19f). Schon von allem Anfang an bedeutete das Bekenntnis zu Jesus gesellschaftliche Nachteile und zum Teil Feindschaft, die in Vertreibung oder gar im Tod endete. Die Apostel sind da ganz nüchtern und bereiten die jungen Christen vor auf diese harte Seite des ansonsten so befreienden und erfreulichen Glaubens an Jesus Christus. Sie sagen: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.“ Leiden sind quasi zwangsläufig, es geht gar nicht anders. Denn wenn schon Jesus gehasst wurde, um wieviel mehr werden seine Nachfolger ebenfalls gehasst werden. Deshalb beten wir auch dieses Jahr ganz besonders für die verfolgten Christen, denn wir sehen ganz nüchtern, dass es viel Leiden gibt, weil Menschen sich zu Jesus bekennen.

3. Die Erfahrung im Glauben

Aber die Leiden bleiben nicht die einzige Folge des Glaubens. Im Lauf der Zeit können Christen auch in Bedrängnis starke Erfahrungen mit Jesus machen, die sie nicht missen möchten. In der Begegnung mit Christen in Verfolgungssituationen hören wir von großartigen Erlebnissen, die sie mit Gott machen. Wir hören von Wundern und Glaubensstärkungen, die weit über das hinausgehen, was wir im deutschsprachigen Raum erleben. Viele Gemeinden in schwierigen Ländern bitten uns: „Betet nicht darum, dass die Verfolgung aufhört, sondern betet darum, dass wir im Glauben stark bleiben und dass auch unser Zeugnis stark ist, damit viele andere zum Glauben an Jesus finden!“ Paulus und Barnabas ermutigen nicht nur, sie tragen auch zu einer stabilenGemeindesituation bei, indem sie bewährte Christen in die Gemeindeleitung einsetzen. Dadurch verhelfen die erfahrenen Gläubigen dazu, dass die Gemeinde auf einem guten Weg mit Jesus bleibt. Deshalb beten wir besonders für die Gemeindeleiter der Christen in Verfolgungssituationen, dass sie stark bleiben und andere im Glauben begleiten und ermutigen können.

Gebet für

Eritrea

Jemen

Malediven