Predigtentwurf 2015

Dr. Ekkehard Graf, Pfarrer in Owen, Mitglied im Arbeitskreis Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz

Biblische Besinnung

Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen.

Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, damit sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erduldet. Hebräer 11,33-37

Im Hebräerbrief finden wir jenes großartige Kapitel über die Bewährung im Glauben. Anhand der Zeugnisse des Alten Testaments werden die Christen in neutestamentlicher Zeit gestärkt. Obwohl wir nicht wissen, wer diesen Brief an die Hebräer verfasst hat, ist er bis heute ein glaubensstärkendes Dokument. Unser Abschnitt stellt eine Zusammenfassung all dessen dar, was Richter, Könige und Propheten im alten Israel aufgrund ihres Glaubens erlebt haben.

1. Durch den Glauben stark 

Wenn wir unserer bedrängten und verfolgten Glaubensgeschwister gedenken, dann wollen wir nicht nur über deren Leiden reden, sondern genauso auch über all das, was Gott ihnen an Stärke schenkt. In alttestamentlicher Zeit hat sich Gott gerade durch die scheinbar Schwachen als der starke Gott erwiesen: Der ängstliche Gideon wurde zum Retter, der kleine David zum Riesenbezwinger, der junge Jeremia zum vollmächtigen Verkündiger. Auch aus allen Teilen der Welt erfahren wir heute von großartigen Wundern, die Gott seiner angefochtenen Gemeinde schenkt: In Nordkoreas Straflagern kommen Menschen zum

lebendigen Glauben an Jesus Christus. In Syrien gibt es unter erstarrten traditionellen Christen neue Erweckungen. In Nordafrika geht von den kleinen Christengemeinden ein nicht zu übersehender Segen aus. Christen in Minderheitssituationen erleben Wunder der Bewahrung und Heilungen über die Gemeindegrenzen hinaus, was ein Zeugnis für Jesu Kraft ist. Ja, Gott kann handeln, und er tut es auch. Dafür wollen wir am heutigen Gebetstag von ganzem Herzen danken und Gott die Ehre geben!

2. Wegen des Glaubens verfolgt

Die Leidenserfahrungen derer, die sich in einer feindlichen Umgebung treu zu Gott bekennen, sind seit Jahrtausenden dieselben: Verachtung und Ausgrenzung, Gefängnis und Folter, Misshandlung und Tötung – damals wie heute! Und das alles nur, weil sich Juden und Christen zum einzigen Gott bekennen. Und weil von ihrem Glauben oder ihrer Ideologie überzeugte Menschen nicht akzeptieren wollen, dass manche anders denken. Ja, weil das Böse nach wie vor Bestandteil dieser Welt ist. – Wir können wenig dagegen ausrichten, aber wir wollen an diesem Gebetstag aller um ihres Glaubens willen Verfolgten gedenken und für sie zum allmächtigen Vater beten. Denn wir bleiben durch den Glauben an Jesus Christus weltweit miteinander verbunden. Die Leiden der Glaubensgeschwister lassen uns nicht kalt, sondern bewirken ein Mitleiden, Mittragen und Mitbeten.

3. Im Glauben bewährt

So schwach die leidende Gemeinde Jesu Christi nach außen auch zu sein scheint, so stark ist sie letztlich doch durch ihren Herrn. Schon die treu Glaubenden des Alten Testaments haben sich im Glauben dermaßen bewährt, dass sie Feinde besiegen konnten, vor Feuer und wilden Tieren bewahrt blieben, Gerechtigkeit durchgesetzt haben, aus Not gerettet wurden und Gottes Heilszusagen als Realität erleben durften. 

 

In der Geschichte der Christenheit hat sich das millionenfach wiederholt: gerade in Zeiten der Bedrängnis ist die Kirche gewachsen, in Epochen scheinbarer Bedeutungslosigkeit wurden die Weichen gestellt für neue Erweckungen, in Phasen tausendfacher Morde blieb die Auferstehungsgewissheit stärker. Und so wird es auch weiterhin sein. Durch unsere Gebetsunterstützung werden bedrängte Christen ermutigt. Durch unser öffentliches Eintreten für Religionsfreiheit weltweit wird Ungerechtigkeit eingedämmt. Durch unsere anhaltende Fürbitte tut Gott auch heute noch Wunder

Gebet für

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