Predigtentwurf 2014

Dr. Ekkehard Graf, Owen, Mitglied im Arbeitskreis Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz

Biblische Besinnung

Jesus betet zu seinem himmlischen Vater für seine Jünger: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Johannes 17,15

Angesichts der derzeitigen großen Christenverfolgungen in vielen Ländern gibt es für uns in den sicheren Staaten drei Möglichkeiten:

  • „Entweder wir bitten Gott darum, dass er die Verfolgten sofort aus dieser Notsituation herausnimmt,
  • „oder wir bitten Jesus, augenblicklich wiederzukommen: „Maranata – Herr Jesus, komm!“,
  • „oder wir treten unablässig im Gebet dafür ein, dass der Herr seine Christen stärkt, und schöpfen alle politischen Möglichkeiten der Hilfe aus.

Wir fragen uns im 21. Jahrhundert natürlich, was Jesus wohl tun würde. Und da entdecken wir in seinem Gebet in Johannes 17, was er damals schon gemacht hat. Er betet zu seinem Vater im Himmel und bittet ihn darum, seine Jünger – und damit sind alle Christen seither gemeint – zu bewahren. Jesus bittet Gott ausdrücklich nicht darum, die Christen aus der Welt herauszunehmen, obwohl sie viel Verfolgung erleiden. Jesus fordert auch nicht dazu auf, dass sich Christen aus der Welt zurückziehen. Das kann zwar bei einzelnen für eine bestimmte Zeit mal gut sein, aber insgesamt ist es die Aufgabe der Jesus-Leute, in der Welt präsent zu sein. Um dies aber aushalten zu können, bittet Jesus um Bewahrung vor dem Bösen. So lässt sich aus dem Vorbild Jesu für uns heute ein dreifaches Handeln ableiten.

1. Wir bitten wie Jesus

Uns lassen die Nachrichten über schreckliche Verfolgungen bis hin zum Genozid nicht kalt. Wir werden aktiv und falten die Hände. Wir bitten wie Jesus den himmlischen Vater um Hilfe und Stärkung für die Leidenden. Wir legen Gott keine Aktionspläne zur Rettung vor, sondern befehlen uns und die um ihres Glaubens Willen Bedrängten Gottes Fürsorge an. Wir vertrauen wie Jesus ganz der Allmacht des Vaters, der noch ganz andere Möglichkeiten hat, als wir es uns je ersinnen könnten. Die Sorge um die Verfolgten ermutigt uns, noch mehr zu beten. Es soll nicht bei dem einen Gebetstag bleiben. In jedem Gottesdienst einer christlichen Gemeinde sollte die Fürbitte um Glaubensfreiheit Bestandteil sein. Noch besser sind zudem regelmäßige Gebetszeiten und Gebetstreffen, um wie Jesus im Bitten vor Gott zu sein, dass er sich seiner Jünger weltweit annehme.

2. Wir bleiben in der Welt

Bei aller verständlichen Sehnsucht nach Frieden und Freiheit bittet Jesus den Vater ausdrücklich darum, seine bedrängten Jünger noch nicht aus dieser Welt zu nehmen. Das griechische Wort meint eine Entrückung, ein vorzeitiges herausgenommen Werden. Doch genau das will Jesus nicht. Er weist uns Christen unseren Platz in der Welt an, die doch voller Bosheit und Hass gegenüber den Jüngern Jesu ist. Wie es dem Herrn selbst ergangen ist, so leiden auch seine Nachfolger bis heute unter Unverständnis und Ablehnung in der Welt bis hin zur Verfolgung. Am Tag seiner Wiederkunft wird Jesus alle an ihn Gläubigen zu sich nehmen. Aber bis dahin bleiben wir Christen in der Welt. Hier ist unser Platz, wo wir Zeugnis für Gottes Liebe zu den Menschen ablegen. Deshalb sollen wir nicht darum bitten, in Bedrängnis vorzeitig entrückt zu werden, sondern um die Kraft, alles Böse in Geduld auszuhalten bis zu Jesu Wiederkunft.

3. Wir werden von Gott bewahrt

Nach dieser klaren Platzanweisung in der Welt bittet Jesus dann aber doch für seine Jünger. Er bittet den Vater darum, die bedrängten und verfolgten Christen vor dem Bösen zu bewahren. Zurecht traut Jesus dem Vater zu, dass er alle in seinen Schutz nehmen kann. So ergibt sich eine besondere Form der Bewahrung trotz aller Angriffe. In zweitausend Jahren haben unzählige Christen schon Gottes direktes Eingreifen inmitten von Verfolgung und Bosheit erlebt. Wir ren in Berichten von feurigen Mauern, Blindheit der Verfolger, Totenauferweckungen, Gefangenenbefreiungen, Unversehrtheit und vielem mehr. Denn Gott selbst bewahrt seine Kinder. Und die allermeisten Geschwister in Bedrängnis

Gebet für

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