Zentralasien

Statistische Informationen

Aserbaidschan: 8,5 Mio.; Muslime 96%; orthodoxe Christen 4,3%; Evangelikale 20.000
Kasachstan: 15 Mio.; Muslime 65%; orthodoxe Christen 30%; Katholiken 2%; Evangelikale: 12.000 (ohne deutschstämmige Lutheraner)
Kirgistan: 5 Mio.; Muslime 75%; orthodoxe Christen 20%; Evangelikale: 12.000 (?)
Tadschikistan: 7,3 Mio.; Muslime 97’%; orthodoxe Christen 1%; Evangelikale: 12.000
Turkmenistan: 5 Mio.; Muslime 92%; orthodoxe Christen 5%; Evangelikale 2.000
Usbekistan: 27 Mio.; Muslime 90%; russisch-orthodoxe Christen: 8.000; Evangelikale 25.000

Hintergrundinformationen

In ganz Zentralasien ist es um die Religionsfreiheit schlecht bestellt, und die Situation verschlechtert sich weiter. Von internationalen Menschenrechtsstandards geschützte Rechte werden abgeschafft oder existieren nicht mehr.

Die Beweise sind erdrückend: Die wesentlichen Verletzungen der Religionsfreiheit, denen Christen und andere Religionsgemeinschaften ausgesetzt sind, werden von Regierungen verursacht. Regierende Politiker wollen die Macht mit allen Mitteln behalten. Um an der Macht zu bleiben, „müssen“ sie die Tätigkeit gesellschaftlicher Bewegungen wie der Kirchen kontrollieren oder einschränken.

Die zahlenmäßig größte Religionsgemeinschaft ist in allen zentralasiatischen Staaten der Islam. Die Regierungen sind sehr bemüht, die islamische Gemeinschaft durch willfährige Leitungsorgane und andere Instrumente von innen zu kontrollieren. Nicht der staatlichen Kontrolle unterworfene Formen des Islam können streng bestraft werden.

Aserbaidschan:

Die Registrierung von Gemeinden und die Publikation christlicher Medien ist aufgrund des soeben verabschiedeten sehr problematischen Religionsgesetzes praktisch unmöglich. Russen dürfen ruhig Christen werden, aber nicht die Mehrheit der Aseris. Polizeirazzien bei Versammlungen protestantischer Gemeinschaften und anderer religiöser Minderheiten sind an der Tagesordnung. Der Konflikt mit Armenien belastet auch die Religionsfrage.

Kasachstan:

Gott sei Dank wurde ein Gesetz, durch das die Religionsfreiheit ernsthaft eingeschränkt und kleine religiöse Gruppen praktisch zu Terroristen erklärt worden wären, vom Verfassungsgericht abgelehnt. Die örtlichen Behörden sind sehr gegen die Christen eingestellt. Immer wieder kommt es zu Razzien gegen Minderheitenreligionen und werden Versuche unternommen, deren Gebäude zu beschlagnahmen.

Kirgistan:

Soeben wurde ein neues Religionsgesetz verabschiedet, durch das die Religionsfreiheit ernsthaft eingeschränkt wird. So ist die Registrierung von religiösen Gruppen praktisch unmöglich und es ist verboten, dass Kinder an religiösen Veranstaltungen teilnehmen. Bei Beerdigungen von Nichtmuslimen kommt es regelmäßig zu Ausschreitungen.

Tadschikistan:

Hier geht die Verfolgung weniger vom Staat aus als von muslimischen Familien und Nachbarn, die von iranischer Propaganda aufgestachelt werden. Die Verabschiedung eines neuen Religionsgesetzes, durch das die Religionsfreiheit stark eingeschränkt wird, steht unmittelbar bevor. Es verbietet die Herstellung oder den Vertrieb jedweder religiöser Literatur ohne staatliche Genehmigung. Die Regierung droht mit dem Abbruch von Kirchen.

Turkmenistan:

Das Land zählt mit Nordkorea zu den repressivsten der Welt. Es gibt keinerlei Opposition. Behörden und muslimische Geistliche setzen Konvertiten vom Islam zum Christentum schwer zu. Alle protestantischen Kirchen wurden abgerissen. Versammlungen aus religiösen Gründen sind verboten. 

Usbekistan:

Seit 2005 wendet sich der Staat massiv gegen Christen, die als Anhänger des Westens und als Extremisten angesehen werden. Der Druck von religiösen Büchern wird mit drei Jahren Gefängnis bestraft. Die Betätigung nicht registrierter Religionsgemeinschaften ist verboten, wovon etwa alle protestantischen Gemeinschaften im Nordwesten des Landes betroffen sind. Die Anwendung von Folter gegen grundlos festgenommene Bürger ist an der Tagesordnung.

Weitere Informationen

Gebet

Unser Herr Jesus Christus, die Christen der islamischen Länder Zentralasiens haben bereits unter der sowjetischen Herrschaft Schlimmes erlebt. Aber trotz des Falles des Kommunismus sind sie nur vom Regen in die Traufe gekommen und müssen seitdem unter Postkommunisten und Muslimen für ihren Glauben leiden. Stärke du deine kleine Gemeinde, gib ihr Kraft und schenke ihr Liebe für ihre Feinde.

Wir bitten dich für die vielen Regierungen und Herrscher, dass sie erkennen, dass du sie eingesetzt hast, um Gerechtigkeit für Land und Volk zu bewirken. Lass sie umkehren oder ersetze sie durch gerechte Demokraten.

Herr Jesus, wir bitten dich auch für die vielen Namenschristen, die oft überhaupt keine Ahnung vom christlichen Glauben haben und mit den fanatischen Muslimen gemeinsame Sache gegen deine Kinder machen. Offenbare du dich ihnen, wie du dich Paulus offenbart hast, damit sie von Verfolgern und Anstiftern zu deinen frohen Boten werden. Amen.