Vietnam 2013

Fläche: 331.698 qkm
Einwohner: 92 Millionen
Hauptstadt: Hanoi
Völker: 88 % Vietnamesen, dazu kommen 53 staatlich anerkannte, ethnische Minderheiten
Religionen: 81,5 % Atheisten, 8,5 % Katholiken, 1,5 % Protestanten, daneben weitere Religionen, z.B. Buddhismus

Hintergrundinformationen

 

Allgemeine Situation
In nur zwölf Ländern leben noch mehr Menschen als in Vietnam. Im Einparteienstaat besitzt die kommunistische Partei das Machtmonopol. Premierminister Nguyen Phu Troung gilt als konservativ, er glaubt an das kommunistische System. Gleichzeitig soll das Land industrieller und moderner werden. In der neuen Regierung sitzen nun mehr Frauen als früher und die ethnischen Minderheiten sind besser vertreten.

Christen in Vietnam
Durch die Franzosen wuchs im 17. Jahrhundert eine beachtliche, katholische Gemeinschaft. Später kamen auch protestantische Gemeinden dazu. Im Jahr 2011 feierte die heute offizielle evangelische .Tin-Lanh.-Kirche ihr hundertjähriges Bestehen; Tin-Lanh steht für "Gute Nachricht". Die Kirche wächst trotz Widerstand. Durch das Religionsgesetz von 2007 werden die verschiedenen Glaubensüberzeugungen zwar als soziale Kräfte angesehen. Unter der Führung der kommunistischen Partei müssen sie zum Fortschritt des Landes beitragen. Aus diesem Grund brauchen sie aber gleichzeitig die Zustimmung für religi.se Aktivitäten durch die Behörden.

Unterdrückung und Verfolgung
Obwohl Religionsfreiheit in der Verfassung verankert ist, versucht die kommunistische Regierung, das religiöse Leben mit einem System obligatorischer Registrierung unter Kontrolle zu halten. Die vietnamesischen Behörden behalten alle christlichen Aktivitäten im Lande fest im Blick. Christen sind häufig mit behördlicher Willkür konfrontiert. Oft werden sie beschuldigt, "gesellschaftliche Unruhen" zu verursachen, "die örtliche Regierung zu bekämpfen" oder ihnen wird allgemein vorgeworfen, sie planten einen Umsturz. Besonders Christen aus den ethnischen Minderheiten auf dem Land und dem zentralen Hochland (sogenannte Montagnards) erleben häufig Verfolgung. In Stammesgebieten stossen sie auf Widerstand durch religiöse Dorfführer und Schamanen, die traditionelle, religiös-animistische Praktiken durchzusetzen versuchen. Unter Ausnutzung ihrer starken gesellschaftlichen Stellung beeinflussen örtliche religiöse Führer kommunale Behörden oft dahingehend, Massnahmen gegen das zunehmende Wachstum von christlichen Gemeinden zu ergreifen. Deshalb erfolgen Evangelisation und christliche Unterweisung heimlich.

Aktuelle Situation
In den Gebieten, die in der Vergangenheit zurückhaltender gegen Christen vorgegangen sind, haben die Behörden begonnen, strengere Massnahmen gegen Christen durchzuführen. Einer der Gründe dafür könnte der Arabische Frühling sein, da die Regierung fürchtet, diese Idee würde auch in ihrem Land aufgegriffen werden und zu Massenprotesten führen. Die Kirche wird als eine soziale Gruppe gesehen, die leicht Massen mobilisieren könnte. Eine weitere Erklärung für ein härteres Vorgehen gegen christliche Minderheiten könnte ein Wechsel in der Religionsbehörde sein. Ein hochrangiger General hat hier die Führung übernommen. Seitdem hat die Verfolgung der Christen zugenommen.

Christen in Vietnam sind alarmiert von einer neuen Direktive ihrer kommunistischen Regierung. Sie will jede Ausbreitung von Religion kontrollieren, besonders die des Christentums. "Die Gemeindeleiter im Land betrachten den Erlass als Weckruf", kommentiert ein Mitarbeiter vor Ort.
Christen werden pauschal verdächtigt, das Land zu destabilisieren und westliche Demokratie einführen zu wollen.

Die kleine christliche Minderheit ist offiziell noch immer nicht anerkannt und muss ganz unauffällig ihren Glauben praktizieren, da Kirchenbauten, Gebetsstunden in Privathäusern oder auch Bibelverbreitung verboten sind. Vietnamesen, die Christen werden, verlieren oft ihre Staatsbürgerschaft und werden vom Bildungswesen oder von der Wasserzuteilung ausgeschlossen. Es wird immer unterstellt, dass Glaubenswechsel nur aufgrund finanzieller Anreize oder falscher Versprechungen geschehen.

Gebet für Vietnam

  • „Mut und Standhaftigkeit für die Christen im Land
  • „Dass die Hauskirchenbewegung nicht durch das am 1. Januar 2013 eingesetzte Gesetz auf einen Schlag kriminalisiert wird.
  • „Freiheit für die Gefangenen und jene, die unter Hausarrest stehen.
  • „Schutz der christlichen Minderheit im Hochland