Bundesrepublik Nigeria

Statistische Informationen

Fläche 924.000. qkm (ca. 2,8 mal so groß wie D)
Einwohner 159 Mio.
Hauptstadt Abuja; größte Stadt: Lagos 5 Mio.; Verstäderung: 50%
Völker Über 490 afrikanischen ethnischen Gruppen mit 420 Sprachen
Religionen Christen 45,5% (Unabhängige 18,3%, Protestanten 15,8%, Katholiken 13,5%, Anglikaner 10,1% / Anteil der Evangelikalen an der Gesamtbevölkerung 23,5%), Muslime 45%, Stammesreligionen 8,7%

Hintergrundinformationen

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Mit seinen immensen Erdölfeldern ist es ein potenziell reiches Land und einer der wichtigsten Exporteure des „schwarzen Goldes“. Doch die Kluft zwischen arm und reich in dem Vielvölkerstaat ist groß. Fast jeder Zweite muss von weniger als einem Dollar am Tag leben.

Auch religiös ist Nigeria ein geteiltes Land: Der Süden ist überwiegend christlich geprägt, während im Norden der Islam die Religion der Mehrheitsgesellschaft ist. Trotz der in der Landesverfassung in Artikel 38.1 verankerten Religionsfreiheit kommt es in Nord- und auch in Zentralnigeria immer wieder zu ethnisch-religiös motivierten Massakern an Christen. Zuletzt im Januar und März 2010 im Bundesstaat Plateau mit Hunderten von Toten und Tausenden von Flüchtlingen, darunter überwiegend Christen.

Durch den Tod des muslimischen Präsidenten Nigerias, Yar`Adua, im Mai 2010 hat sich eine zusätzliche Quelle der Spannung ergeben. Die nächsten Präsidenten- und Parlamentswahlen sind erst für den Januar 2011 geplant.
Ob es dabei wie vorgesehen und bisher eingehalten zu einem Wechsel zu einem christlichen Präsidenten gibt, ist momentan offen. Ein friedlicher Machtwechsel ist ein Gebetsanliegen.

Der Islam wurde ab dem 11. Jahrhundert vom Norden her durch arabische Händler über die Karawanenstraßen in der Sahelzone verbreitet. Die christlichen Missionare kamen Jahrhunderte später vom Süden mit den britischen Kolonialherren. Während dort die Christen ihren Glauben frei und ungestraft leben können, gilt in den nördlichen Bundesstaaten das islamische Recht. Die Glaubensgeschwister dort stehen täglich Verfolgung und Diskriminierung gegenüber. Vor Gericht, in der Schule, bei der Arbeit und in den Dingen des täglichen Lebens erfahren Christen keine faire Behandlung. In muslimischen Krankenhäusern werden sie abgewiesen, wenn bekannt wird, dass sie Nicht-Muslime sind. Viele Christen haben den Norden schon verlassen. Bibeln oder Studienmaterialien sind kaum zu bekommen.

Plateau, ein vorwiegend christlich geprägter Bundesstaat an der Grenze zum Norden, ist hart umkämpft. In den vergangenen Jahren ermordeten Extremisten, unter ihnen Söldner aus dem Ausland, Hunderte Christen, darunter auch Kinder, und brannten Kirchen sowie Häuser und Geschäfte nieder. Nach Aussagen nigerianischer Kirchenleiter liegt der Ursprung der Gewalt gegen Christen in der weltweiten Vormarsch-Strategie der Islamisten. Durch hohe Geburtenraten und eine stetige Zuwanderung, aber auch mit Gewalt wollen sie Plateau und dessen Hauptstadt Jos dem Islam unterwerfen. Die Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen. Besonders schwer trifft es die Frauen ermordeter Christen. Die Witwen – häufig mit vielen Kindern – leiden große wirtschaftliche Not, können die Miete oder Schulgelder nicht mehr bezahlen. Denn mit dem Tod ihrer Männer haben sie auch kein Einkommen mehr. Zudem fehlt das Geld, um niedergebrannte Häuser oder Kirchen wieder aufzubauen. Häufig wurden wiedererrichtete Gebäude bei weiteren Konflikten erneut zerstört. Um auf die wiederkehrenden Gewaltakte mit der friedlichen Botschaft des Evangeliums zu antworten, brauchen die Christen Gebet und Unterstützung.

Gebetsanliegen

Vater im Himmel, wir wissen zwar nicht, wie es deiner Gemeinde in Nigeria, vor allem in den nördlichen Bundesstaaten, eigentlich genau geht, aber du weißt es und sorgst für jeden einzelnen von ihnen. Täglich werden mehr islamische Vorschriften für sie bindend und die Möglichkeiten, Dich mit anderen Christen zusammen zu loben, immer mehr eingeschränkt. Schenke Du ihnen, daß Angst und Sorge sie nicht verschlingen, sondern dein Heiliger Geist ihnen Kraft in der Schwachheit schenkt, wie du es versprochen hast.

Vater im Himmel, gib Du auch diesem zerrissenen Land den Frieden und den Rechtsstaat zurück und befreie es von falschen Machthabern, damit es zur Einhaltung der Menschenrechte findet und eine gerechte Regierung erhält. Amen.