Myanmar

Statistische Informationen

Fläche: 676.578 km²
Einwohner: 55.000.000
Hauptstadt: Naypidaw
Bevölkerung: 135 ethnische Gruppen. Hauptstamm: Bamar. Die sieben Hauptgruppen sind: Shan, Karen, Rakhine, Mon, Kachin, Kayah, Chin. Hinzu kommt die muslimische Minderheit Rohingya.
Religionen: Buddhisten 89%, Christen 4%, Muslime 4%, Animisten 1%, andere 2%.
Regierungschef: Präsident Thein Sein

Allgemeine Situation

Myanmar, das ehemalige Birma in Südostasien, galt lange als eines der abgeschottesten Länder der Welt. Seit der neuen Verfassung von 2007 und den Parlamentswahlen von 2010 beginnt sich das Land allmählich zu öffnen. Die seit Jahren herrschende Militärjunta hat einen Teil ihrer Macht an die neue Regierung unter Präsident Thein Sein abgetreten. Dieser machte eine breitere öffentliche Diskussion möglich und toleriert ein gewisses Maß an Pressefreiheit. Im November 2010 ließ er auch die unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi frei. Die Regierung hat mit mindestens zehn ethnischen Minderheiten Waffenstillstand vereinbart und damit den verschiedenen Unabhängigkeitskämpfen ein Ende gesetzt. Gewisse Stämme sind nun sogar im Parlament vertreten. Doch im Januar 2011 brach die Regierung eine 17-jährige Waffenruhe mit den größtenteils christlichen Kachin im Norden des Landes. Rund 100.000 Menschen wurden vom Angriff der Armee in die Flucht getrieben und flohen in andere Gebiete oder in das benachbarte China. Die muslimische Minderheit der Rohingya ist eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt. Sie leben im Staat Rakhine an der Grenze zu Bangladesch, und die Staatsbürgerschaft wird ihnen verwehrt.

Die Christen in Myanmar

Der Beginn des Christentums in Myanmar geht auf das 18. Jahrhundert zurück. 1966 wies die birmanische Regierung alle ausländischen Missionare aus, wodurch die Kirche gezwungen wurde, auf eigenen Füßen zu stehen. Die meisten Christen sind sehr arm. Wer in eine christliche Familie geboren wird, muss sich auf ein Leben voll Armut, Diskriminierung und Unterdrückung gefasst machen. Die Christen leben in abgeschotteten Dörfern, werden überwacht, sind in der Schulbildung benachteiligt und finden nur sehr schwer eine Anstellung. Viele können weder lesen noch schreiben und haben keinerlei Berufsausbildung. Die Pastoren haben große Mühe, für ihre Familie aufzukommen, denn die lokale Kirche kann ihnen keinerlei finanzielle Unterstützung zusichern. Sie müssen einen Lebensunterhalt verdienen, bevor sie sich ihren Aufgaben als Gemeindeleiter widmen können.

Unterdrückung und Verfolgung

Die Christen werden von der Armee verfolgt. Auch die weit verbreitete Korruption und das Stammesdenken sind Ursachen der Verfolgung. Birmane zu sein bedeutet Buddhist zu sein. Die nicht-buddhistischen ethnischen Minderheiten werden ausgegrenzt. Die Christen unter den hauptsächlich muslimischen Rohingya sind doppeltem Druck ausgesetzt: sie werden von der Regierung und ihrem Volksstamm verfolgt. Vom Buddhismus zum Christentum überzutreten hat dramatische Folgen. Die Konvertiten werden von der Familie und der Ortsgemeinde ausgeschlossen und als Bürger zweiter Klasse behandelt. In ländlichen Gebieten wird die Diskriminierung stärker empfunden als in der Stadt. Der Druck wird von radikalen Gruppen buddhistischer Mönche als auch von der Regierung ausgeübt, die solche Bewegungen stillschweigend unterstützt. Eine nationalistische Gruppe namens „969“ ist im Parlament besonders aktiv und will Antibekehrungsgesetze durchsetzen, die zum Ziel haben, religiöse Mischehen und Bekehrungen einzuschränken, Polygamie zu verbieten und Geburtskontrolle einzuführen. Obwohl diese Maßnahmen vor allem auf die muslimische Minderheit abzielen, treffen sie auch die Christen. Im Frühjahr 2014 wurde der Regierung ein Anti-Konvertierungs-Gesetzesentwurf vorgelegt, der mit über einer Million Unterschriften von Bürgern aus dem ganzen Land unterstützt wurde. 

Aktuelle Situation

Der Buddhismus ist allgegenwärtig, nicht nur in Tempeln und Pagoden, sondern auch durch die große Zahl von Mönchen. Christen, die nicht an den buddhistischen Traditionen teilnehmen, insbesondere an den zahlreichen Festen, und den Mönchen nicht die vorgeschriebene Reisportion abgeben, werden noch mehr diskriminiert. Es kommt nicht selten vor, dass Kirchen von Buddhisten angegriffen und völlig zerstört werden. Die Gläubigen versammeln sich dann in ihren Häusern, ohne Aufsehen zu erregen. Wenn sich ein Familienmitglied dem Christentum zuwendet, bringe es aus der Sicht der übrigen Mitglieder Schande über die ganze Familie. Kehrt der Betroffene nicht zum Buddhismus zurück, wird er ausgeschlossen und muss die Seinen verlassen. In solchen Fällen wird die Kirche zum Zufluchtsort und nimmt den jungen Christen auf. Die Kirchengemeinden werden durch die Schulung von Pastoren in ihrem Dienst ermutigt. Die Ehefrauen der Pastoren lernen, ihren Ehemann zu unterstützen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die christliche Ehe gelegt.

Danken wir

  • Für die Öffnung des Landes und die neu gewährten Freiheiten
  • Für die Kirchengemeinden, die sich schulen lassen wollen und Konvertiten aufnehmen

Beten wir

  • Für die Christen, die inmitten einer buddhistischen Gesellschaft leben und diesen Druck verspüren
  • Dass die neuen Antibekehrungsgesetze nicht offiziell genehmigt werden
  • „Für die Christen der ethnischen Minderheiten, die unter Verfolgung leiden
  • Dass die Diskriminierung der Rohingya beendet wird.