Malediven

Statistische Informationen

Hauptstadt Malé
Bevölkerung ca. 376.000; ein Drittel lebt in der Hauptstadt Malé
Religionen offiziell 100 % Islam
Regierung Präsidialsystem mit vielen Machtbefugnissen des Präsidenten; derzeit Präsident Abdulla Yameen

Allgemein

„Die Malediven, die Sonnenseite des Lebens“, lautet ein Slogan der Tourismuswerbung der Malediven. Die Schattenseiten dieses Inselstaats bleiben den meisten Touristen verborgen. Das Land folgt einer strengen Auslegung des Islams und hat überdies mit Unruhen zu kämpfen. Die Pressefreiheit und politische Freiheiten werden massiv eingeschränkt. Der sunnitische Islam ist Staatsreligion. Nach der Verfassung der Malediven ist das Land zu 100 Prozent muslimisch, ein Nicht-Muslim kann nicht maledivischer Staatsbürger werden. Geborene Malediver verlieren ihre Staatsbürgerschaft, wenn sie zu einer anderen Religion konvertieren. Es herrscht ein extrem hoher Grad an sozialer Kontrolle. Wer nicht die Moschee besucht oder sich nicht entsprechend der islamischen Tradition kleidet, wird zur Rede gestellt. Ein neues Verleumdungsgesetz enthält eine eigene Klausel gegen antiislamische Äußerungen. Bürger, die sich für eine tolerante Auslegung des Islams aussprechen, werden schikaniert. Junge Menschen lernen über das Internet das Leben außerhalb ihres Inselstaates kennen und fühlen sich vom sozialen Fortschritt und den Chancen ihrer ausländischen Altersgenossen ausgeschlossen. Andere wenden sich dem selbst von der Regierung abgelehnten militanten Islamismus zu. Im Juni 2016 drohten maledivische Kämpfer der Regierung mit Anschlägen, da die führenden Politiker für sie „feindliche Mächte“ seien, „mit denen sie im Krieg stehen“. Gemessen an der geringen Einwohnerzahl kämpfen überproportional viele junge Malediver an der Seite islamistischer Milizen in Syrien und im Irak.

Christen auf den Malediven

Einheimische Christen gibt es offiziell nicht. Die Zahl der Untergrundchristen wird auf nur wenige Hundert geschätzt. Christliche Konvertiten dürfen sich nicht versammeln. Die Einfuhr von Bibeln oder christlicher Literatur in der Landessprache Dhivehi ist verboten. Ausländische Christen und Arbeitsmigrantenwerden streng überwacht und können sich nur versammeln, solangesie unter sich bleiben. Die meisten von ihnen kommen aus Indien oder Sri Lanka und arbeiten im Tourismussektor. Maledivische Christen müssen extreme Vorsicht walten lassen, um ihren Glauben möglichst gut zu verbergen. Bibeln müssen sorgfältig versteckt und können nur heimlich gelesen werden. Der Besitz christlicher Literatur wird mit Gefängnishaft bestraft. Die Untergrundchristen müssen in den allermeisten Fällen ihren neuen Glauben vor ihrer Familie geheim halten und können sich nur im ganz kleinen privaten Rahmen treffen. Aufgrund des hohen Überwachungsgrades ist es nicht möglich, Schulungen für einheimische Christen im Untergrund zu organisieren. Die Kinder von Christen muslimischer Herkunft müssen am Islamunterricht teilnehmen, während die Kinder ausländischer Christen davon befreit sind. Maledivische Christen erzählen oft ihren Kindern nichts von ihrem Glauben, aus Angst, dass diese aus Unachtsamkeit den Religionswechsel ihrer Eltern gegenüber Außenstehenden erwähnen könnten. Wenn christliche Konvertiten entdeckt werden, kann der muslimische Partner die Scheidung erwirken und erhält automatisch das Sorgerecht für die Kinder. Gewalt gegen Christen ist auf den Malediven äußerst selten und auch nicht erforderlich, um den hohen Grad an sozialer Kontrolle durch die islamische Gesellschaft sicherzustellen. Bei seiner Rede zur Lage der Nation vom 8. Februar 2017 kündigte Präsident ein neues Programm zur Förderung der islamischen Einheit und islamischer Werte an.

Beten wir

  • dass Gott Christen, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen, Wege zeigt, Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben.
  • „„dass Christen Zugang zu einer Bibel bekommen.
  • „„dass Malediver Träume oder Visionen von Jesus bekommen und zu Christen geführt werden, die mutig genug sind, das Evangelium mit ihnen zu teilen.
  • „„für die Jüngerschaft der im Verborgenen lebenden Christen. Dies ist wegen Sicherheitsproblemen und fehlender Einheit eine große Herausforderung.
  • Beten wir, dass Gott Antworten und Lösungen schenkt, wie diese Hindernisse überwunden werden können und Christen geistlich gestärkt und Christus immer ähnlicher werden.
  • „„für mehr Freiheit der maledivischen Christen. Derzeit deutet nichts darauf hin, doch der Herr der Geschichte, der den Ostblock stürzen ließ, kann auch die Situation auf den Malediven wenden. „
  • „um das Ende von Krieg, Gewalt und Terror.

Mag. Josef Jäger, Bad Ischl, Österreich