Iran 2014

Statistische Informationen

Fläche: 1.648.195 km²
Einwohner: 77,1 Millionen
Hauptstadt: Teheran
Bevölkerung: 65% Perser, 19% Aserbaidschaner, 8% Kurden, 8% Andere
Religionen: 99% Islam (90% Schiiten, 9% Sunniten), 0.4% Bahai und Andere, 0.6% Christen (ca. 80.000 Armenier und Assyrer, ca. 380.000 mit muslimischen Wurzeln)
Staatsoberhaupt: Ayatollah Seyed Ali Khamenei
Regierungschef: Präsident Hassan Rohani
Staatsform: Islamische Republik

Allgemeine Situation

Am 1. Februar 1979 kehrte Ayatollah Khomeini aus dem Exil in Frankreich zurück und setzte der Konstitutionellen Monarchie ein Ende. Mittels brutalstem Terror und Massenhinrichtungen drückte er die Islamische Revolution durch. Von 1980–1988 fügte der Krieg gegen den Irak den Iranern zusätzlichen Schaden zu. Mehr und mehr isolierte sich der Staat vom Westen, provozierte mit seinen Nuklearprogrammen Sanktionen mit drastischen wirtschaftlichen Konsequenzen. mtliche Bemühungen in Richtung Demokratie werden im Keim erstickt, Andersdenkende nicht geduldet und meistens hart bestraft.

Christen im Iran

Gott ist aus der Geschichte des Irans nicht wegzudenken. Es gab laufend Querverbindungen vom Perserreich zu dem Volk, das Gott für einen besonderen Auftrag ausgewählt hatte – zu Israel. Gott bewegte den Perserk.nig Cyrus im 5. Jahrhundert vor Christus, Esra mit Teilen des verbannten Volkes nach Jerusalem zurückkehren zu lassen, um den Gottesdienst wieder herzustellen – später folgte Nehemia für den Wiederaufbau der Stadtmauern. Vor 450 Jahren erhob der Safawiden-Schah den schiitischen Islam zur Staatsreligion. Während dem Schah-Regime genossen die Christen Freiheit und konnten ihre Kirchen registrieren lassen. Mit der Revolution von 1979 jedoch nahm dies ein jähes Ende. Trotz grossem Druck auf die Christen wächst deren Zahl seit einigen Jahren jeden Monat um Tausende. Sie treffen sich heimlich in Untergrundgemeinden. Wer erwischt wird, zahlt einen hohen Preis, vor allem beim Verdacht auf "Missionieren" von Muslimen. Schätzungen zufolge ist die Zahl der Christen auf zwischen 300.000 bis eine Million angewachsen.

Unterdrückung und Verfolgung

Ab 1979 sind verschiedene bekannte Kirchenführer ermordet und weitere Christen gefoltert und in Arbeitslager gesteckt worden. Seit der Einführung des Apostasie-Gesetzes ist es laut Verfassung bei Todesstrafe verboten, zum christlichen Glauben zu konvertieren. Der Artikel 26 untersagt religiösen Minderheiten, eine Institution zu gründen. In letzter Zeit haben die Behörden selbst Gemeinden geschlossen, die sich vor der Revolution registriert und bisher Versammlungsrecht hatten. Im Mai 2013 zum Beispiel die "Assemblies of God", die grösste Farsi sprechende Kirche im Iran. (Es ist grundsätzlich verboten Gottesdienste in der Muttersprache Farsi zu halten.)

Aktuelle Situation

  • „Im Oktober 2013 wurden in einer Hausgemeinde in Teheran vier Christen festgenommen und zu je 80 Peitschenhieben verurteilt.
  • „Eine neue Taktik der Regierung ist, Leiter von Untergrundkirchen nach ihrer Haftentlassung aus dem Land zu werfen. Damit soll der "Kopf" der Kirche im Iran zertrümmert werden.
  • „Pastor Behnam Irani wurde bereits mehrmals verhaftet. Im Mai 2011 erfolgte seine Verurteilung zu einem Jahr Haft. Darüber hinaus muss er eine frühere, zur Bewährung ausgesetzte Strafe abbüßen – insgesamt sechs Jahre. Seine stark angeschlagene Gesundheit wird durch Folter weiter ruiniert, medizinische Hilfe wird verweigert. Er befindet sich im Ghezel-Hesar-Gefängnis in der Provinz Alborz. Pastor Irani ist 54, verheiratet und hat zwei Kinder.
  • „Im Juli 2012 besuchte der heute 33-jährige Pastor Saeed Abedini (USA, gebürtiger Iraner und ehemaliger Muslim) den Iran, um ein Waisenheim zu eröffnen. Wegen "christlichen Aktivitäten" wurde er am 28. Juli 2012 von iranischen Revolutionsgarden verhaftet. Nach monatelangen Verhören und Folter verurteilte ihn ein Gericht zu Beginn des Jahres 2013 zu acht Jahren Gefängnis. Durch die Misshandlungen erlitt Saeed innere Blutungen; eine medizinische Behandlung wurde ihm verweigert. Ende November ist er in das Konzentrationslager Rajai Shahr, das wohl brutalste des Landes, überführt worden. Angesichts der unmenschlichen Haftbedingungen kommt dies nach Aussagen von Kennern einem Todesurteil gleich. Saeed ist verheiratet mit Naghmeh und hat zwei Kinder. Ob er sie je wiedersehen wird, ist ungewiss. 

Dank

  • „für die vielen Christen, die trotz Verfolgung treu bleiben
  • „für Tausende Menschen, die jeden Monat den christlichen Glauben annehmen
  • „für zahlreiche Organisationen im Westen, welche die iranischen Christen durch Literatur, TV-Programme und Internet unterstützen
  • „für die zahlreichen aus dem Iran stammende Menschen, die in Deutschland zum Glauben an Jesus Christus kommen.

Gebetsanliegen

  • „Sicherheit der vielen Untergrundkirchen
  • „Mut der iranischen Christen, trotz Verfolgung ihren Glauben weiterzugeben
  • „Christen in Gefängnissen
  • „Bewahrung und Betreuung der vielen Menschen, die Christen werden