Eritrea

Statistische Informationen

Fläche 121.100 km² (etwa ein Drittel von D)
Einwohner 5,2 Mio.
Hauptstadt Asmara 683.000; Verstädterung 27%
Völker 10 einheimische Völker, davon 3 semitische 72,5% (darunter Tigrinya 45%, Tigre, 24%); 4 kuschitische 18%; 2 sudanesische Völker 5,1%, Araber 7,8%
Religionen Muslime 50,3%; Christen 47,3% (Orthodoxe 41,9%; Katholiken 3,4%; Protestanten 1,7%, darunter 111.000 Evangelikale); Nichtreligiöse (1,8%); Stammesreligionen (0,56%)

Hintergrundinformationen

Eritrea war von 1890 bis 1941 eine italienische Kolonie und gehörte seit 1951 zu einem von der UNO arrangierten Staatenbund mit Äthiopien. Der Unabhängigkeitskrieg Eritreas begann 1961 durch den Aufstand marxistischer Befreiungsbewegungen. Seit 1993 ist Eritrea unabhängig.  Präsident Afewerki regiert den marxistischen Ein-Parteien-Staat. Der Wiederaufbau nach der Unabhängigkeit wurde durch einen verheerenden Grenzkrieg mit Äthiopien von 1998 bis 2000 unterbrochen. Die Regierung sieht Demokratie als Bedrohung der Einheit der Nation an. Eritrea gilt als eines der Länder mit der höchsten Zahl an Menschenrechtsverletzungen anteilig an der Bevölkerung.

Offiziell anerkannt sind der sunnitische Islam, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche, Katholiken und Lutheraner. Seit 2002 werden alle anderen religiösen Gruppen schwer verfolgt und auch die offiziell anerkannten Gruppen bekommen zunehmend Schwierigkeiten. Beispielsweise werden sowohl ihre Finanzen als auch ihre Personalentscheidungen streng kontrolliert. 2005 setzte die Regierung den ihr missliebigen Patriarchen ab und ernannte einen ihr genehmeren. Der Bericht über Religionsfreiheit der US-Regierung listet viele Beispiele für grundlose Verhaftungen von Hunderten von Pfingstlern, Orthodoxen und Zeugen Jehovas auf.
Als Eritrea 1993 unabhängig wurde, genossen alle Christen eine große Freiheit. Die Verfassung von 1997, die grundsätzlich Religionsfreiheit garantiert, wird jedoch seit dem Jahr 2002 weitgehend ignoriert. Minderheiten, wie Christen aus evangelischen Freikirchen, werden mit brutaler Härte verfolgt. Infolge der Kontrollen der Regierung und massiven Einschränkungen der Kommunikation ist es schwer feststellbar, wie viele Christen es tatsächlich im Land gibt. Christen, die sich außerhalb der registrierten Kirchen versammeln, werden massiv bedrängt, benachteiligt und verfolgt. Sie verlieren ihren Job und werden in Gefängnisse gesperrt. Soldaten, von denen bekannt wird, dass sie Christen sind, werden in Container gesteckt. Leiter und Mitarbeiter werden vom Geheimdienst überwacht und abgehört. Trotzdem treffen sie sich in kleinen Gruppen im Untergrund, in ständiger Gefahr, entdeckt und verhaftet zu werden.

Derzeit werden landesweit 1.500–2.000 Christen ohne Gerichtsurteil in Kellergefängnissen und Schiffscontainern festgehalten. Am 3.7.2011 wurden 35 weitere Christen verhaftet. Die Hitze und der Mangel an Essen und Trinken machen ihnen sehr zu schaffen. Viele sind in miserabler körperlicher Verfassung. Die Regierung pflegt Gefangene kurz vor ihrem Tod zu entlassen, um sich der Verantwortung zu entziehen. Zurück in der Freiheit leiden sie noch monatelang physisch und psychisch unter den Folgen.
In ihrer unter dem Titel „Mein Lied klingt aus der Nacht“ (Brunnen Verlag) erschienenen Biografie beschreibt die eritreische Sängerin Helen Berhane, wie sie von 2004 an 30 Monate lang ohne Anklage in einem Metallcontainer des Militärcamps Mai-Serwa nördlich der Hauptstadt Asmara gefangen gehalten und schwer gefoltert wurde, bis ihr die Flucht in den Sudan gelang und sie in Dänemark Asyl erhielt.

Gebet

Unser Herr Jesus Christus, der Du der Frieden der Welt bist und Frieden mit Gott geschaffen hast, schenke Du den Menschen in Eritrea Frieden nach außen, Frieden ihrem Herzen und Frieden mit Dir. Wir bitten Dich, dass die kriegerischen Handlungen über die Grenze nach Äthiopien und Sudan ein Ende haben und es ein Ende hat, dass Menschen in den Militärdienst gezwungen werden.
Wir bitten Dich für Bewahrung derer, die sich heimlich treffen, um Dir zu dienen. Wir bitten Dich, dass Du die Angehörigen der Gefangenen tröstest und schenkst, dass die über 1.500 Christen aus den unmenschlichen Containern und Kellern freikommen. Amen.