Vietnam

Statistische Informationen

Fläche 331.653 qkm (etwas kleiner als D)
Einwohner 90 Mio.
Hauptstadt Hanoi 3.500.000. Wichtige Stadt: Ho Chi Minh Stadt (Saigon) 6,5 Mio; Verstädterung 21%.
Völker 86,9% Vietnamesen (vorwiegend an der Küste), 4,8% Thai-Dai (in 14 ethnolinguistischen Gruppen), 4,1% in 45 Gruppen; 4,3% versch. asiatische Völker in 27 Gruppen
Religionen Buddhisten 54,1%, Nichtreligiöse (Atheisten) 21,8%, Christen 8,2% (Katholiken 6,5%, Evangelikale 1,4%), Stammesreligionen 8,1% Cao Dai/Hoa Hao 5,6%, Chines. Rel. 1,1%, Muslime 0,7%, Bahá' i 0,4%

Hintergrundinformationen

Im Norden Vietnams wurde 1945 eine kommunistische Republik ausgerufen. Heute ist Vietnam eine der letzten Hochburgen des Marxismus. 1941 bis 1985 wurde ununterbrochen Krieg geführt, und zwar unter den Japanern, gegen Frankreich, Südvietnam, die USA und alle Nachbarländer. Nordvietnam eroberte schließlich 1975 Südvietnam und beherrschte 1978–1985 Kambodscha. Die kommunistische Partei kontrolliert immer noch alles, obwohl 47% der Parteimitglieder eine andere Regierungsform für möglich halten. Die
größte Herausforderung für die Marxisten ist die wachsende kapitalistische Marktwirtschaft.

Fast ein halbes Jahrhundert marxistischer Zentralwirtschaft haben die Wirtschaft zerstört. Der wirtschaftliche Zusammenbruch des wichtigsten Handelspartners, der Sowjetunion, taten ein übriges und führten zur Hochinflation in den 80er Jahren. Reformen in den 90er Jahren brachten sichtbare, aber ungleich verteilte Fortschritte. Den Städten geht es jetzt besser, aber im Land und in den Bergen herrscht weithin Armut, die von der Regierung bewusst zugelassen wird.

Die Verfassungsgarantie der Religionsfreiheit ist bedeutungslos, da es die Politik der Regierung ist, alle religiösen Bewegungen zu kontrollieren, auch den Buddhismus.

Christen in Vietnam
Vietnam bleibt eines der Länder mit der schlimmsten Christenverfolgung. Die Unterdrückung der Christen ist hart und vor allem die nicht registrierten Kirchen und die Kirchen der ethnischen Minderheiten haben zu leiden. Im Verfolgungsindex liegt Vietnam seit Jahren immer unter den ersten zehn Plätzen. Alle offene Missionsarbeit wurde 1975 beendet.

Weil das Regime die Rolle des Christentums beim Niedergang des Kommunismus in anderen Ländern sah, hat es versucht, die Gläubigen entweder zu kontrollieren oder sie auszulöschen. Weil die Gemeinden auf die Verfolgung mit Wachstum und Evangelisation reagieren, hat die Regierung ihre Bemühungen intensiviert. Die Registrierung schließt Kompromisse ein. Sich nicht registrieren zu lassen, ist illegal. So werden die meisten Gläubigen in den Untergrund gezwungen.

„Die registrierten Gemeinden: Es ist ein Anliegen, dass sie dem unerbittlichen Druck der Regierung, Kompromisse zu schließen und sich den strikten Regulierungen zu unterwerfen, widerstehen. Die Gemeinde Jesu im Norden leidet schon viel länger, und die Behörden dort sind strenger. Versammlungen sind nur in den wenigen anerkannten Kirchengebäuden erlaubt. Die meisten der Gebäude wurden geschlossen oder zerstört. Offene Evangelisation und Reisedienste sind verboten. Der Kontakt mit ausländischen Christen ist sehr eingeschränkt. Trotzdem wachsen diese Gemeinden.

Die nicht registrierten Gemeinden: Sie werden von der Polizei belästigt. Häufig werden Versammlungen aufgelöst und Leiter inhaftiert. Trotzdem bleiben die Gläubigen auch unter Druck mutig und beharrlich, und das Wachstum geht weiter. Es gibt Spannungen zwischen Leitern von registrierten und nicht registrierten Gemeinden. Die Montagnardgemeinden unter den ethnischen Minderheiten Ede, Jarai, Koho, Mnong, Stieng und anderen haben besonders unter der schweren Verfolgung gelitten: Kirchen wurden abgerissen, Gemeinden zerstreut und Christen getötet.“
(Aus: Gebet für die Welt, Hänssler Verlag)

Ein Bericht zu Vietnam erschien in „Märtyrer 2005“, ein weiterer wird in „Märtyrer 2007“ folgen.
Aktuelle Meldungen unter: www.igfm.de/index.php?id=543 und www.ead.de/akref
Englische Berichte: hrw.org/doc/?t=asia&c=vietna

Gebetsanliegen

  • Beendigung der gegen die Bergstämme und ihre christlichen Angehörigen gerichtete Politik
  • Schutz der Gläubigen, die sich im Untergrund versammeln und dabei ihr Leben riskieren
  • Öffnung des Landes, damit der notleidenden Bevölkerung in den Bergen geholfen werden kann
  • Mut für die Menschenrechtsaktivisten und Pastoren im Land, die sich für ihre Gemeinden einsetzen

Vater im Himmel, wir bitten Dich für die vielen Christen, die in den gewaltsamen ethnischen und religiösen Konflikten zwischen die Fronten geraten. Wir bitten Dich für die Marxisten, dass sie der Gewalt abschwören und dass sie Deine Liebe erkennen.

Unser Herr Jesus Christus, gib Du Deiner Gemeinde in Vietnam Deinen Geist der Weisheit, damit sie einen Weg finden, sich aus der Gewalt herauszuhalten und in Weisheit mit der Regierung umzugehen. Lass sie Zeugen Deiner Liebe sein und bewahre sie vor dem Bösen.

Heiliger Geist, wir bitten Dich, dass du die Herzen der Mächtigen zu Religions- und Gewissensfreiheit hin lenkst und die Herzen aller Menschen in diesem wunderschönen Land zu Gott wendest. Amen.