Turkmenistan (Turkmenische Republik)

Statistische Informationen

Fläche 488.100 (ca. 1,5 mal so groß wie D)
Einwohner 4,5 Mio.
Hauptstadt Ashgabat (0,5 Mio.) Einkommen pro Kopf 700 Euro (2,2% von D), Unter der Armutsgrenze: 20,7%
Völker Vertreter praktisch alle ethnischen Gruppen der ehemaligen Sowjetuinion; Turkmenen 73,3%, Russen 9,8%, Usbeken 9,0
Religionen Muslime 91,8%, Christen 2,7% (Orth. 2,6; Prot. 0,1%; ca. 1.000 Evangelikale)

Hintergrundinformationen

Früher lebten hier Nomadenstämme, die erst unter der Herrschaft des russischen Zaren 1881 geeint wurden. Bis zur Unabhängigkeit 1992 war Turkmenistan eine sozialistische Sowjetrepublik ohne Religionsfreiheit. Der Schock der unerwarteten Unabhängigkeit hat die staatlichen Strukturen eingefroren. Die kommunistische Partei hat ihren Namen in Demokratische Partei geändert, aber die Führer haben Probleme, sich mit der Unabhängigkeit zu arrangieren und sind sich nicht im Klaren darüber, welche Freiheiten sie dem Volk zubilligen sollen. Der frühere kommunistische Führer Saparmurat Niyazov hat sich selbst zum nationalistischen Diktator und Präsidenten auf Lebenszeit, dem Turkmenenbashi, ernannt und kontrolliert Armee. Polizei, Justiz, Wirtschaft und Medien. Jede Opposition wird unterdrückt, aber der ölversessene Westen schweigt.

Die Verfassung gewährt Religionsfreiheit, aber de facto werden alle islamischen und religiösen Minderheiten außer dem sunnitischen Islam und der Russisch-Orthodoxen Kirche schwer unterdrückt und verfolgt. Der Islam war nie stark und wurde lange vom Kommunismus unterdrückt, gewinnt aber jetzt an Einfluss. Die Regierung neigt der türkischen Form des Islam zu.

Die Feindseligkeiten gegen jede Aktivität und sogar das bloße Dasein von Evangelikalen haben seit 1997 zugenommen. Mehrere einheimische Pastoren wurden ins Exil geschickt, zusammengeschlagen oder zu schweren Geld- oder Haftstrafen verurteilt. Gemeinden wurden eingeschüchtert, ihre Versammlungen verboten.

In den letzten Jahren wurden alle Ausländer, die auch nur irgendwie mit christlichen Gottesdiensten oder Aktivitäten in Verbindung gebracht wurden, des Landes verwiesen. Eine Kirche und zwei Krishnatempel wurden zerstört und Baptisten, Pfingstler, Adventisten und Bahais wurden Opfer von willkürlichen Polizeiaktionen und hohen Geldstrafen. Die Politische Polizei Turkmenistans (KNB) und die Religionspolizei des Landes gelten als die schlimmste Zentralasiens.

Zwei Beispiele aus diesem Jahr sollen für viele stehen. Vier Einheimische wurden verhaftet, weil sie christliche Videos im Auto hatten. Sie wurden schwer gefoltert und ihr gesamtes Familienvermögen im Austausch mit der Gefängnisstrafe eingezogen.

In der Stadt Deinaut wurden alle Christen durch Gefängnisstrafe und Schläge gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. Drei Protestanten, die sich weigerten, wurden vertrieben und für vogelfrei erklärt. Ihr Verbleib ist unbekannt.

Gebetsanliegen

Unser Jesus Christus, du Herr der Welt, die nichtorthodoxen Christen Turkmenistan haben schon unter der sowjetischen Herrschaft Schlimmes erlebt. Aber trotz des Falles des Kommunismus sind sie nur vom Regen in die Traufe gekommen und müssen seitdem von Muslimen und orthodoxen Mitchristen bedroht bitter für ihren Glauben leiden. Stärke du deine kleine Gemeinde, gib ihr Kraft und schenke ihr Liebe für ihre Feinde. Tröste Du die Betroffenen und ihre Familien, die oft für längere Zeit oder ganz auf ihre Angehörigen verzichten müssen.

Herr Jesus, wir bitten dich für die vielen Namenschristen, die oft überhaupt keine Ahnung vom christlichen Glauben haben und mit den fanatischen Muslimen gemeinsame Sache gegen deine Kinder machen. Offenbare Du Dich ihnen, wie Du Dich Paulus offenbart hast, damit sie von Verfolgern und Anstiftern zu Deinen frohen Boten werden. Amen.