Sudan (Republik Sudan)

Statistische Informationen

Fläche 2.505.813 qkm (7 mal so groß wie D)
Einwohner 29,5 Mio.
Hauptstadt Khartum (Großraum 10 Mio. Einw.)
Völker Über 244 Völker und Gruppen; arabische Völker einschl. Nomaden 45,2% (vor allem im Norden), afrikanische Völker 54,8% (vor allem im Süden), die größten: Dinka (1.7 Mio.)
Religionen Muslime 65%, Christen 23,2% (Kath. 11,9%, Anglik. 7,1%, Prot. 2,9% - Anglik. und Prot. praktisch 100% evangelikal), Traditionelle Religionen (10,6%), Nichtreligiöse und andere (1,2%)

Hintergrundinformationen

Im Süden des Sudan tobt seit 18 Jahren der längste Krieg, der schon 1955 als Bürgerkrieg begann. Der Krieg hat bereits 1,6 Mio. Tote gefordert und machte derzeit 4,5 Mio. Menschen im Land und 0,5 Mio. Menschen in Nachbarländern zu Flüchtlingen (nach (Amnesty International - Jahresbericht 2001, S. 529). Der Krieg wird zwischen der 1989 durch Putsch an die Macht gelangten radikal-islamischen Regierung im vorwiegend von Muslimen bewohnten Norden des Landes und den vorwiegend schwarzen Einwohnern des Südens und der Nubaberge geführt, die Christen oder Animisten - oft aber auch beides zugleich - sind. Auch wenn die Religion nicht der einzige Grund für den Krieg ist und die christlich-animistische Seite in zwei sich ebenfalls erbittert bekämpfende Armeen zerfallen ist, ist der Kampf des Islam gegen das Christentum doch der beherrschende Faktor, rühmt sich doch die Regierung in Khartum, die enge Kontakte zum Iran unterhält, die Mutter des islamischen Wiedererwachens in Afrika zu sein und die Christen aus Afrika vertreiben zu wollen. Kinder von Christen werden geraubt und in islamischen Familien zwangsislamisiert, um dann schließlich als Soldaten gegen die Christen kämpfen müssen. Junge Christinnen werden vergewaltigt und müssen Muslime heiraten. Christen werden zu Tausenden in die Sklaverei in den Norden verschleppt. Es gibt derzeit je nach Schätzung und Definition 60.000-200.000 Sklaven im Land. Im Jahr 2000 sind 132 große Bombenangriffe auf den Süden registriert worden, wobei nicht angezeigte Angriffe und Angriffe auf entlegene Gegenden nicht erfaßt sind. Kirchengebäude wurden und werden systematisch bombardiert, mit Vorliebe während der Gottesdienste. Muslime, die zum Christentum übertreten, werden hingerichtet. Seit im Südsudan Öl gefunden wurde und westliche Ölfirmen dort investieren, versucht die Zentralregierung die dort lebenden Menschen endgültig zu vertreiben. (Siehe Amnesty International - Jahresbericht 2000, S. 493-494, die Sondernummer der Zeitschrift 'progrom' Nr. 195/196, Sept. 1997 und eine Dokumentation 'Öl im Sudan' der Gesellschaft für bedrohte Völker, www.gfbv.de). Dennoch ist im Süden eine Erweckung im Gange, vor allem indem Namenschristen ihren Glauben wieder ernst nehmen und Anmisten zu Jesus finden.

Im Norden des Landes leben die Kirchen als kleine Minderheit in einer islamischen Gesellschaft. Auch wenn die aktuelle Lage ständig wechselt, werden alle Kirchen behindert und unterdrückt und sind der staatlichen Willkür ausgesetzt. Ein Religionswechsel ist praktisch unmöglich. [Engl. Informationen unter www.sudancampaign.org und www.ird-renew.org/liberty/libertymain.htm - am Seitenende.]

Gebetsanliegen

Unser Jesus Christus, du Herr der Welt, im sudanischen Krieg geschieht auf beiden Seiten schreckliches Unrecht, das wir vor dich bringen wollen. Wir sehen, daß die Völker des Südens um ihr nacktes Überleben kämpfen, da die Regierung das Land nicht nur für die islamische Staatsreligion, sondern auch für die arabischen Stämme sichern möchte. Schaffe Frieden, Herr! Mache dem Bösen Treiben ein Ende. Wir bitten dich für Pastoren und Missionare die in den Kriegswirren unter muslimischen und christlichen Soldaten arbeiten und die verängstigten und zerstreuten Gemeinden betreuen, um Liebe und Versöhnung zu verkündigen. Stärke du deine Gemeinde, gib ihr Kraft und schenke ihr Liebe für ihre Feinde. Wir bitten dich für die vielen Namenschristen, die oft überhaupt keine Ahnung vom christlichen Glauben haben und für die vielen Animisten, die im Krieg auf der christlichen Seite vereinnahmt werden. Schenke, daß sie sich trotz der Politisierung der Religionen ganz neu für das Evangelium interessieren. Amen.