Saudi-Arabien (Königreich Saudi-Arabien)

Statistische Informationen

Fläche 2,15 Mio. qkm (ca. 6 mal so groß wie D)
Einwohner 20,21 Mio.
Hauptstadt Riadh
Völker Saudis (82%), Jemeniten (9,6%), and. Araber (3,4%); nichtarab. Ausländer/Sonstige (5%), nämlich 1,2 Mio. Inder, 1,2 Mio. Ägypter, 800.000 Pakistanis, 600.000 Philippinos, 130.000 aus Sri Lanka, 40.000 Amerikaner
Religionen Sunnitische Muslime (98,8%), Christen (0,8%), Sonstige (0,4%)

Hintergrundinformationen

In der halbjährlich errechneten 'Verfolgungsliste' von Open Doors (www.opendoors-de.org) erscheint Saudi-Arabien im Jahr 2005 auf Platz 2 als ein Land mit schärfster Christenverfolgung. Und der Bericht der US-Regierung zur Religionsfreiheit 1999 sagt kurz und bündig: "Religionsfreiheit existiert nicht. Der Islam ist offizielle Religion und alle Bürger müssen Muslime sein. Die Regierung verbietet die öffentliche Ausübung anderer Religionen. ... Die Bekehrung eines Muslim zu einer anderen Religion wird als Abfall gewertet ... und kann mit dem Tod bestraft werden", was nur deswegen selten vorkommt, weil es selten solche Bekehrungen gibt. Die Religionspolizei 'Muttawwa' bekämpft auch brutal abweichende islamische Auffassungen und Richtungen, die nicht der islamischen Hanbalischule entsprechen. Daß Christen verhaftet werden, nur weil sie Christen sind, ist in Saudi-Arabien an der Tagesordnung. Meist werden sie eine Zeitlang in Gewahrsam genommen und dann abgeschoben (AI-Jahresbericht 1999, S. 459-460; vgl. Cairoer Report von AI vom 26.3.2000 zu Saudi-Arabien).

Nichtmuslime finden sich nur unter den Ausländern (Verteilung siehe im Kasten), die in großer Zahl als Gastarbeiter im Land leben, sei es als billige Arbeitskräfte, sei es als hochbezahlte Fachleute ausländischer Firmen. Unter ihnen finden sich sowohl Muslime anderer Glaubensrichtungen als auch katholische und evangelische Christen. Namentlich unter den Phillipinos, die sowieso meist nur niedrigste Arbeit leisten und oft sklavenähnlich leben, finden sich immer wieder Christen, die schikaniert, verhaftet, monatelang in Gewahrsam gehalten, gefoltert und schließlich abgeschoben werden. Da im Gegensatz zu Christen aus westlichen Ländern der Druck der heimischen Regierung der Phillipinos kaum Beachtung findet, sind sie die Hauptleidtragenden der Christenverfolgung. Die amtlichen Stellen bedrängen weiterhin alle in- und ausländischen Arbeitgeber, alle aktiven Christen zu entlassen.

In den Gefängnissen sind massive Folter und Körperverletzung üblich. So wurde ein katholischer Christ mit 70 Peitschenschlägen von Fuß bis Nacken und 1,5 Jahre Gefängnis bestraft, weil er - angeblich - missioniert hatte. Immer seltener werden Konvertiten vom Islam zu einer anderen Religion offiziell verurteilt oder hingerichtet, sondern es scheint so, daß man es immer mehr dem Geheimdienst überläßt, die Konvertiten auf ihre Weise zu beseitigen. Die westlichen Regierungen und die internationale Staatengemeinschaft unternehmen nur wenig gegen die Menschenrechtsverletzungen Saudi-Arabiens, weil sie vom Öl des Landes abhängig sind.

Gebetsanliegen

Vater im Himmel, deine Kinder in Saudi Arabien leiden und mancher traut sich nicht, sich zu Dir zu bekennen, weil er um sein Leben fürchtet. Wir bitten Dich, daß Du Deinen Kindern Kraft und Mut schenkst, dich nicht zu verleugnen und nicht an Dir zu verzweifeln. Gib ihnen trotz Schikanen und Folter den inneren Frieden, den nur Du schenken kannst. Und benutze Du ihr Zeugnis, damit ihre Peiniger etwas von Deiner Liebe spüren und beginnen, nach Dir zu fragen. - Wir bitten Dich auch für die Regierungen der westlichen Länder, die oft wegen des Öls aus Saudi-Arabien schweigen, daß ihnen die Freiheitsrechte und die Würde der Menschen wichtiger sind, als Geld und Öl, und sie den Mut aufbringen, Saudi-Arabien zu ermahnen. Amen.