Pakistan (Islamische Republik Pakistan)

Statistische Informationen

Fläche 796.095 qkm (etwa doppelt so groß wie D)
Einwohner 147,81 Mio.
Hauptstadt Islamabad
Völker Panjabi (50%), Sindhi (15%), Paschtunen (15%), Baschtunen (5%), Sonstige (15%), dazu 1,5 Mio. Flüchtlinge aus Afghanistan
Religionen Muslime (97%), Christen (2%), Hindus (1,5%)

Hintergrundinformationen

Das pakistanische Gesetzbuch sieht für Gotteslästerung die Todesstrafe vor. Der entsprechende § 295 wurde 1991 verschärft und besagt, dass im Falle von Blasphemie gegen den Islam oder Mohammed nur auf Freispruch oder Todesurteil erkannt werden kann. Der Sturz des Ministerpräsidenten Mawaz Sharif im Oktober 1999 beendete den wachsenden Einfluß fundamentalistischer Muslime. Aber eine schon veröffentlichte Anordnung der neuen Militärregierung und des seit Oktober 1999 herrschenden Generals Pervez Musharraf, die den Mißbrauch des Blasphemiegesetzes einschränkte, wurde auf den Druck islamischer Geistlicher wieder zurückgezogen.

Verhaftungen und Todesurteile aufgrund dieses Paragraphen bedrohen jeden Christen. So wurden im Mai zwei Brüder, Rasheed Masih (33, 5 Kinder) und Saleem Masih (29, 3 Kinder) zu 35 Jahren Haft und hohen Geldstrafen verurteilt, wobei die Todesstrafe gefordert worden war, weil sie sich angeblich abfällig über den Islam und Mohammed geäußert haben sollen. Die Polizei verhinderte die Lynchjustiz, zu der eine nahegelegene Moschee hetzte (Compass 19.5.2000; Religious Prayer List, WEF, 24.5.2000). Auch Ayub Masih (33, 5 Kinder) wurde aufgrund einer Beschuldigung durch einen Jugendlichen 1998 zum Tode verurteilt. Das Oberste Gericht hob das Urteil auf, weil ihm die Beweise zu dürftig waren. Trotzdem bleibt er weiter inhaftiert. Er hat zwei Mordanschläge überlebt und fanatische Muslime haben einen Eid geschworen, ihn zu töten. Alle 14 christliche Familien in seinem Heimatdorf mußten fliehen und untertauchen. Ayub Masih muß sich nicht mehr vor dem Staat, sondern vor islamischen Extremisten fürchten. Denn zwei weitere Christen, deren von örtlichen Gerichten verhängten Todesurteile von Berufungsgerichten aufgehoben worden waren, wurden ermordet aufgefunden.

Auch ansonsten sind es eher muslimische Extremisten, als Justiz und Regierung, die die Religionsfreiheit brutal ersticken. "Im Februar 1997 kam es zu gewalttätigen Übergriffen von rund 30.000 Muslimen aus Khanewal (Provinz Pandschab) gegen Kirchen, christliche Einrichtungen und rund 5.000 Privathäuser", und zwar wegen angeblicher Beleidigung des Islam. Am Ende waren 40.000 Christen obdachlos (nach 'Kirche in Not'). Am 27.4.2000 trafen sich 1.200 islamische Geistliche, um den heiligen Krieg gegen Indien wegen Kaschmir auszurufen (AP 27.4.2000) und auch sonst ist eine zunehmende Fanatisierung festzustellen.

Gegen mindestens 25 Menschen wurde 2004 wegen Blasphemie Strafanklage erhoben. Der 27 Jahre alte Christ Samuel Masih wurde im August 2004 festgenommen und beschuldigt, gegen den Paragraph 295 des pakistanischen Strafgesetzbuchs verstoßen zu haben, da er eine muslimisch Gebetsstätte entweiht habe. Samuel Masih starb an den Folgen von Mißhandlungen, die ihm von einem Bewacher zugefügt worden waren.

Gebetsanliegen

Vater im Himmel, wir bitten Dich für die Männer in pakistanischen Gefängnissen, die in Angst auf ihr Urteil oder auf die Vollstreckung der Todesstrafe warten, oder aber fürchten, dass Sie der Lynchjustiz zum Opfer fallen. Stärke und tröste Du sie und laß sie ein Zeugnis Deiner Liebe und Deines Friedens sein. Wir bitten Dich auch besonders für ihre Frauen und Kinder, dass die Sorge um ihre Ehemänner und Väter und den Schmerz des Verlustes verarbeiten können und nicht bitter auf Dich werden, sondern sich nur noch mehr an Deine Liebe klammern. Und sorge Du bitte dafür, dass die Justiz und die Regierung dem Treiben der Extremisten deutlicher entgegentreten und den Gotteslästerungsparagraphen entschärfen. Amen.