Libanon und Palästina (Republik Libanon)

Statistische Informationen

Fläche Libanon: 10.400 qkm (ca. 3% von D)
Palästina: noch keine genauen Angaben verfügbar
Einwohner Libanon: 3,19 Mio.
Palästina: noch keine genauen Angaben verfügbar
Hauptstadt Libanon: Beirut
Völker Libanon: Libanesen (80%), Palästinenser (16%), Sonstige (4%)
Religionen Libanon: Muslime (53%); Christen (40%), Drusen (7%)
Palästina: noch keine genauen Angaben verfügbar

Hintergrundinformationen

Libanon
Zwischen 1975 und 1995 haben 850.000 Christen den Libanon verlassen. Die einheimischen Bischöfe beklagen das Verschwinden der christlichen Kultur. Obwohl Verfassung und Regierung Religionsfreiheit gewähren und die Christen, meist Angehörige der alten maronitischen Kirche, an den höchsten Staatsämtern beteiligt sind, gibt es eine schleichende Islamisierung. Im staatlichen Rundfunk, an Schulen, in Zeitungen und auf Spruchbändern wird der Islam als Mittel zum gesellschaftlichen Frieden gepriesen. Da das Rechtssystem teilweise daniederliegt und Folter und anderes Unrecht in Gefängnissen vorkommt (AI-Jahresbericht 199, S. 363-364), haben die Christen von dort keine Unterstützung zu erwarten. Doch das Hauptproblem sind die Anhänger der Hisbollah-Bewegung und andere kämpferische Islamisten, die unabhängig von der Regierung die Christen zur Ausreise drängen. In dem neun Meilen breiten, von Israel besetzten Schutzstreifen, den Israel gerade räumt, finden sich viele christliche Dörfer, die nun der Kollaboration mit Israel beschuldigt werden und leiden müssen. Die 4.500 Mann starke UN-Friedenstruppe unternimmt nichts gegen die Hisbollahtruppen, geschweige denn gegen deren Vorgehen gegen Christen.

Palästina
Der Islam wird in den Gebieten unter palästinensischer Autorität "de facto als offizielle Religion" angesehen (Bericht der US-Regierung zur Religionsfreiheit 1999). Der Verfassungsentwurf legt die islamische Scharia als Hauptquelle des Rechts fest. Die Sicherheitskräfte und Geheimdienste verhaften wahllos, foltern und es kommen Gefangene unter mysteriösen Umständen ums Leben (AI-Jahresbericht 1999. S. 420-421). Die Verletzung der Religionsfreiheit trifft vor allem bestimmte islamische Gruppierungen. Aber auch christliche Gottesdienste und Gebetstreffen werden offensichtlich überwacht. Ein Gesetz besagt, dass sich mehr als sechs Menschen nur treffen können, wenn sie die Regierung informieren. Insbesondere neuen Christen - und es ist hier von arabischen Christen die Rede - und Christen kleinerer Kirchen wird vorgeworfen, dem islamischen Glauben zu schaden, während die alteingesessenen Kirchen toleriert werden, von denen allerdings auch keine Missionsarbeit ausgeht. Mehrfach wurden Muslime, die Christen wurden, verhaftet, verhört und wohl auch leicht gefoltert. Die Lage ist noch nicht verheerend, aber sie verschlechtert sich und ist ein Schlag ins Gesicht derer, die den Palästinenserstaat wollten, um mehr Freiheit für die Palästinenser zu gewinnen. Außerdem führt sie dazu, dass christliche Araber in freiere Länder abwandern, wie es auch in Israel oder Libanon der Fall ist.

Gebetsanliegen

Vater im Himmel, im Libanon und in Palästina verlassen Deine Kinder oft aus Angst ihre geliebte Heimat und die, die dort bleiben, leben oft in Sorge und Schrecken. Schenke Du, das die Regierungen dem Treiben islamischer Extremisten in ihrem Land energischer entgegentreten. Gib Du den Christen, die anderen von Dir erzählen, Mut dies zu tun, aber auch Bescheidenheit und Weisheit, wie sie es tun. Schenke, dass der gerade erst entstehenden palästinensische Staat sich nicht in das Fahrwasser des Fundamentalismus begibt, sondern die Religionsfreiheit respektiert und anerkennt, dass es immer schon viele christliche Araber und Palästinenser gegeben hat, die ebenso einen Anspruch haben, in ihrer Heimat in Frieden leben zu können. Amen.