Laos (Demokratische Volksrepublik Laos)

Statistische Informationen

Fläche: 236.800 km², Teil von Indochina
Einwohner: 6,8 Mio.
Völker: Komplexes Gemisch aus 138 Volksgruppen
Einkommen: pro Kopf 440 € (1,4% von Deutschland)
Religionen: Buddhisten 62%; Stammesreligionen 31%; Nichtreligiöse 4%; Muslime 1,1%; Christen 1,9% (Kath. 0,66%; Prot. 0,82%; Unabhängige 0,37%; praktisch alle nichtkatholischen Christen sind evangelikal)

Hintergrundinformationen

Das buddhistische Laos, einer der letzten kommunistischen Staaten der Welt, ist zwar klein und der Öffentlichkeit nicht bekannt, gehört aber leider zu den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Laotische und vietnamesische kommunistische Armeen eroberten das ganze Land 1975. Die Regierung lehnt sich stark an die Politik von Vietnam an, auch wenn viele Laoten dies nicht wünschen. Die kommunistischen Führer haben die volle politische Kontrolle über das Land, obwohl die Wirtschaft liberalisiert wird. Der Vietnamkrieg, marxistische Wirtschaftsprinzipien, die Flucht gut ausgebildeter Arbeiter, ein bürokratisches Durcheinander und das Fehlen kostengünstiger Verkehrsverbindungen über das Meer machen Laos zu einem der ärmsten Länder Asiens.

Die kommunistische Verfolgung der Christen zwischen 1975 und 1978 war sehr schwer. Die Beschränkungen wurden gelockert, obwohl die Kirchen weiterhin als potentiell subversiv angesehen und überwacht werden und öffentliche Evangelisation usw. nicht möglich sind. Der Buddhismus gewinnt teilweise seinen alten Einfluss wieder und verbündet sich teilweise mit dem Staat gegen die Christen.

Jagd auf Christen, Gefängnis und Tod sind keine Seltenheit. Die Verfolgung geht sowohl von den örtlichen kommunistischen Behörden als auch von buddhistischen Nachbarn aus. 1999 wurde das Christentum offiziell zum Staatsfeind Nr. 1 ernannt. In den letzten Jahren gab es leichte Verbesserungen. So wurden etwa erste Kirchen wieder eröffnet und Ordinationen zugelassen.

2008 wurden beispielsweise ein Pastor und einige Teenager inhaftiert, weil sie ihren Glauben nicht schriftlich widerriefen. Der Pastor wurde zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt, die Teenager werden freigelassen, sobald sie ihren Glauben widerrufen. In dem Dorf Ban Sai Jarern wurde 2008 eine Gemeinde von 1.900 Besuchern solange schikaniert und bedroht – so wurden 200 Männer als Rebellen inhaftiert, 13 Christen bei Hausdurchsuchungen erschossen, Besitz und Land konfisziert –, sodass sich jetzt nur noch 20 mutige Christen treffen.

Die Katholiken sind überwiegend vietnamesischer Herkunft und haben deswegen zusätzlich unter Rassismus zu leiden. 1975 wurde die katholische Kirche komplett enteignet, ein Bistum wird bis heute nicht zugelassen. Die doppelte Verfolgung erleben die Evangelikalen ähnlich, da sie überwiegend ethnischen Minderheiten angehören. Zudem werden sie der Kollaboration mit den USA verdächtigt.

Weitere Informationen

Gebet

Gott, im Himmel, du Vater unseres Herrn Jesus Christus, sei den Christen in Laos ein liebender Vater und tröste und schütze sie. Seit dreieinhalb Jahrzehnten kann deine Gemeinde ihren Glauben nicht mehr offen leben, verliert Freiheit und Besitz und wird immer neu als staatsfeindlich verleumdet. Erbarme dich der kleinen und großen Machthaber, dass sie zur Gerechtigkeit zurückkehren und deine Güte und Liebe erkennen.

Du siehst, dass fast alle Christen im Land im Untergrund leben. Stärke du deine Gemeinde, gib ihr Kraft und schenke ihr Liebe für ihre Feinde. Amen.