Kuba (Republik Kuba)

Statistische Informationen

Fläche 110.861 qkm (ein Drittel von D)
Einwohner 11,2 Mio.
Hauptstadt Havanna
Völker Weiße (70%), Mulatten (17,5%), Schwarze (12,5%)
Religionen Konfessionslose (55,1%), Katholiken (39,6%), Protestanten (3,3%), Sonstige (2%)

Hintergrundinformationen

Die schöne Insel Kuba ist gerade für deutsche Touristen ein beliebtes Ziel. Aber seit dem 1.1.1959 herrscht in dort Fidel Castro und seine kommunistische Partei (PCC). Ebenso wie andere linientreue kommunistische Staaten war es eine der Ziele Castros, die Religionen zu bekämpfen und auszutrocknen. Der Zerfall des sowjetischen Imperiums ging jedoch auch in dieser Hinsicht nicht spurlos an Kuba vorüber. Seit der Verfassungsänderung vom 12.7.1992 ist Kuba offiziell kein 'atheistischer' Staat mehr, sondern nur noch ein 'säkularer' Staat, weswegen seitdem Christen, wenn auch keine praktizierenden - Mitglieder der kommunistischen Partei werden können.

Man schätzt, dass nur 5% der Bevölkerung praktizierende Christen sind, obwohl offiziell fast 40% der Bevölkerung der katholischen Kirche und 3,3% evangelischen Kirchen angehören. Die Namenschristen, die meist dem animistischen afrokubanischen Santeriakult anhängen, werden nicht verfolgt, sondern nur überzeugte und aktive Christen.

Evangelikale Gemeinden erhalten immer wieder Besuch von Geheimpolizisten, die evangelistische Aktivitäten unterbinden wollen. Auf der Straße über den Glauben zu sprechen, wird schwer bestraft. Kirchenbauten werden praktisch immer verboten und Renovierungen behindert, aber private Treffen sind erst recht strafbar. Hauskirchen müssen geschlossen werden, was aber nichts daran ändert, daß immer neue entstehen - derzeit schätzt man ihre Zahl auf 10.000.

Im Januar 1998 besuchte der Papst Kuba und im Vorfeld wurden viele Dissidenten freigelassen. Auch wenn Kuba noch weit von Religionsfreiheit entfernt ist, hat sich manches gebessert. Evangelikale Christen durften nach 30 Jahren erstmals im ganzen Land öffentlich Ostern und Weihnachten feiern, ja am 20.6.1999 besuchte Castro sogar selbst einen Gottesdienst.

Doch dies ist nur die eine Seite. 1998 wurde auch erstmals ein Gebäude einer Baptistengemeinde enteignet und der kommunistischen Partei übergeben. Fast zwei Jahre nach dem Papstbesuch gab es eine Verhaftungswelle gegen Dissidenten und wieder stark zunehmend Schikanen für kirchliche Einrichtungen. 1999 folgte eine Verschärfung des Strafrechtes, die auch religiöse Fragen betrifft. Und wer erst einmal in die Mühlen der Justiz geraten ist, hat nichts zu lachen, denn: "Im Berichtsjahr herrschten in den Gefängnissen des Landes unverändert harte Haftbedingungen, die zuweilen grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gleichkamen." (AI-Jahresbericht 199, S. 353). Folterungen und Misshandlungen sind an der Tagesordnung, so etwa im Hochsicherheitsgefängnis Kilo-8 in Santiago de Cuba.

Gebetsanliegen

Unser Herr Jesus Christus, segne die schöne Insel Kuba und die Menschen, die auf ihr leben. Schenke, dass sie nach über 40 Jahren kommunistischer Diktatur bald die äußere Freiheit erleben dürfen und jetzt schon die innere Freiheit des Glaubens an Dich erfahren. Danke, daß sich gegenüber früheren Jahren schon viel geändert hat. Schenke Du, dass die Lockerungen der Kontrolle der Kirchen zunehmen und die Entwicklung sich nicht wieder zum Schlechteren wendet. Bewahre Deine Kinder und schenke ihnen Unerschrockenheit und Weisheit. Und lass die an der Verfolgung beteiligten Staats- und Parteidiener erfahren, daß Deine Liebe in Deinen Kindern lebt und wirkt. Amen.