Kolumbien

Statistische Informationen

Fläche 1.142.000 km² (etwa dreimal so groß wie Deutschland)
Einwohner 45 Mio.
Hauptstadt Santa Fé de Bogotà 6.834.000. Andere wichtige Städte: Medellin 3.831.000; Cali 2.950.000; Verstädterung 70%
Völker Indianer 0,8% (1850 noch 50%) mit 65 Sprachen; Spanischsprachige Mischrassige: 98,6% (geschätzte Anteile: Mestizen = Eurindianer 58%; Mulatten = Eurafrikaner 14%; Europäer 20%; Afrikaner 4%; Afro-Inder 3%)
Religionen Christen 95,5% (Katholiken 90%; Protestanten u. ä. 5,4% = vorwiegend Evangelikale); Nichtreligiöse 2,7%; Animisten 0,7%

Hintergrundinformationen

„Nach Jahren der Verfolgung und Diskriminierung der religiösen Minderheiten wurde die privilegierte Stellung der Römisch-katholischen Kirche durch die Verfassung von 1991 beendet, die den ethnischen und religiösen Minderheiten größere Freiheiten einräumt. Die Drogenbosse bekämpfen Evangelikale und engagierte Katholiken mit besonderer Härte.“ (Gebet für die Welt, Ausgabe 2003)

Christenverfolgung muss nicht immer von der Regierung ausgehen. Gerade in den lateinamerikanischen Ländern, in denen die Drogenmafias oder – meist marxistischen – Guerillaarmeen eine große Rolle spielen und die Regierungen oft ohnmächtig sind, finden sich viele Beispiele von Christenverfolgung durch örtliche Machthaber. Christen werden leicht zwischen den Fronten zerrieben, besonders, wenn sie selbst gewaltlos bleiben wollen oder sich für andere einsetzen.

Das seit 1830 unabhängige Kolumbien ist eine parlamentarische Demokratie, in der die Regierung weite Teile des Landes nicht wirklich unter Kontrolle hat. Seitdem die Regierung einen Friedensvertrag mit der Drogenmafia geschlossen hat und diese durch eigene Parteien im Parlament vertreten ist, sind Mord, Gewalt und Kriminalität nach traurigen Rekorden etwas zurückgegangen. Aber immer noch ereignen sich zum Beispiel 45% aller Entführungen weltweit in Kolumbien (jährlich ca. 3000) und am Tag werden 71 Menschen ermordet – doppelt so viele wie in ganz Europa zusammen.

Eine kommunistische Befreiungsarmee entführte beispielsweise 150 Teilnehmer einer katholischen Messe. Die protestantischen Freikirchen sind im Regelfall die einzigen sozialen Größen, die sich weigern, Schutzgeld zu zahlen und Drogen anzubauen, wozu die Mafia Hunderttausende von Bauern zwingt. Deswegen werden Pastoren ermordet und Kirchen zerstört. Viele Christen sind in die Städte geflohen, aber eine Erweckung in den Verfolgungsgebieten sorgt dafür, dass es immer neue Christen und damit immer neue Opfer gibt.

Die katholische Kirche gibt an, dass in den letzten Jahren 36 Priester und Bischöfe ermordet und 57 Kirchengebäude zerstört wurden. Von den 1,4 Millionen Evangelikalen sind rund 560.000 geografisch von Verfolgung betroffen. 133 Pastoren wurden in jüngster Zeit ermordet.

Gebetsanliegen

Gott, Vater im Himmel, wenn ein Land im Bürgerkrieg versinkt, müssen auch Deine Kinder viel leiden. Wir bitten Dich für alle Christen in Kolumbien, dass Du sie vor Übergriffen der Mafia und der Guerillas bewahrst und dass Du ihnen in ihrer alltäglichen Lebensangst beistehst. Wir flehen Dich an: Mache Du dem kriminellen Treiben ein Ende und brich Du selbst die grausame Macht und Gewalt der Drogenbosse und Guerillaführer. Schenke den Verantwortlichen der Regierung viel Weisheit, Kolumbien den Frieden zurückzugeben und den Einfluss der Mafia und der Guerillabewegungen zurückzudrängen. Sorge Du dafür, dass Richter, Politiker und Bürgermeister den Mut haben, sich gegen Mafia, Korruption und Rechtsbeugung zu stellen. Amen.