Irak

Statistische Informationen

Fläche 438.317 km² (etwas größer als D)
Einwohner 30.000.000
Hauptstadt Bagdad 5,6 Mio.; andere Großstädte: Mosul 1,7 Mio.; Basra: 1,3 Mio.
Völker 70% Araber, 19% Kurden, 6% Turkmenen und Türken; 2,5% Assyrer und Armenier, 2% Perser
Religionen 96,9% Muslime (darunter 11 Mio. Schiiten im Süden, 5 Mio. Sunniten), 1,5% Christen (vorwiegend katholische und orientalische Kirchen, Evangelikale 0,1%), 1,1% Andere; 0,5% Nichtreligiöse (Atheisten)

Hintergrundinformationen

Die Monarchie wurde 1958 in einer gewaltsamen Revolution beseitigt. Das Baathistische Militärregime mit dem Programm eines säkularistischen und panarabischen Sozialismus wurde unter Saddam Hussein zu einer unterdrückerischen Diktatur. Mit Hilfe der westlichen Mächte, die gerne ihre Dollars für Öl bezahlten, wurde eine enorme Militärmaschinerie aufgebaut und zum Schutz der Diktatur, zur Unterdrückung der Kurden und der Schiiten und schließlich zum Krieg gegen den Iran (1980–88) und zur Invasion in Kuwait 1990 genutzt. Zerstörung, Niederlage und Vertreibung aus Kuwait im Golfkrieg 1991 waren nicht vollständig und führten zum Wiederaufbau der Herrschaft Husseins. 2003 eroberten die USA zusammen mit anderen Ländern den Irak. Seitdem lebt das Land in den nichtkurdischen Teilen in bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Christen im Irak
In „Märtyrer 2006“ erschien die deutsche Übersetzung des Berichtes des UN-Flüchtlingskommissars zur Lage der Christen im Irak. Darin wird festgestellt, dass sich die Lage der alteingesessenen christlichen Minderheiten seit der Invasion 2003 stark verschlechtert hat.

„Verstärkt kam es zu religiösen Spannungen im Irak im Jahr 2006. Abgesehen von den blutigen Kämpfen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen und der Tatsache, dass viele Angriffe bereits alltäglich geworden sind, gab es Berichte über eine Zunahme von gewalttätigen Übergriffen speziell auf Christen.

Christen leiden unter der anti-westlichen Stimmung im Land. Viele Iraker sehen den Westen als christlich an und schließen daraus, dass ein Christ auch ein Kollaborateur des Westens ist. Die Veröffentlichungen der Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung, der Fastenmonat Ramadan und die umstrittenen Aussagen von Papst Benedikt während seines Deutschlandbesuches entzündeten ein explosives Klima.

Auch werden Christen zunehmend entführt, um Lösegeld zu erpressen, denn viele irakische Christen gehören der Mittelschicht an. 2006 sind einige Christen ermordet, beleidigt, oder entführt worden. Zudem wurden Kirchen beschossen oder Bombenanschläge auf Kirchen oder christliche Einrichtungen verübt. Es kam zu Demonstrationen und Drohungen gegen Nichtmuslime. Wegen der zunehmenden Bombenanschläge auf Kirchen oder Priesterentführungen in Mosul und Bagdad schätzt man, dass sich die christliche Bevölkerung des Irak mit jetzt unter 450.000 halbieren wird. Viele verlassen das Land.“ (nach www.opendoors-de.org)

Regelmäßig werden von deutschen Gerichten Asylanträge von irakischen Konvertiten vom Islam zum Christentum abgelehnt, da es ja im Irak Christen gäbe. Das ist eine Schande, denn einerseits leben auch die alteingesessenen Minderheiten in ständiger Gefahr und andererseits weiß jeder, der sich in der islamischen Welt auskennt, dass auf den Abfall vom Islam der Tod steht und dies gerade in den arabischen Ländern auch praktiziert wird.

Aktuelle Meldungen unter: www.ead.de/akref.

Ein weiterer Bericht findet sich in der gesonderten Broschüre „Märtyrer 2007“, die Sie über uns oder im Buchhandel (ISBN 978-3-938116-35-7, € 7,90) bestellen können.

Gebetsanliegen

Vater im Himmel, wir sind traurig, dass in dem wunderschönen alten Kulturland Tod, Angst und Chaos herrscht und zusammen mit allen Menschen besonders deine Gemeinde darunter zu leiden hat. Auch wenn wir uns kaum eine friedliche Zukunft des Landes vorstellen können, bitten wir dich herzlich, dass du den Führern Einsicht schenkst, dass sie miteinander und nicht gegeneinander das Land führen wollen.

Vater im Himmel, wir bitten Dich, dass Du die Menschen, die den Islam verlassen wollen, beschützt und bewahrst und ihnen den Mut schenkst, für Deinen Sohn zu leiden. Bewahre Du alle, die sich für diese Menschen einsetzen, sie verstecken, ihnen zur Flucht verhelfen oder vor Gericht Einspruch erheben. Und schenke Du, dass viele derer, die Gewalt gegen den Glauben anderer einsetzen, Deine Liebe und Deinen Frieden erfahren.

Vater im Himmel, wir bitten Dich auch für Weisheit für alle mit Asylfragen betrauten Richter und Beamten, dass sie Weisheit haben, Wahrheit und Täuschung bei Asylanträgen zu unterscheiden, aber auch dafür, dass irakische Konvertiten Gnade vor ihren Augen finden und nicht in den Irak zurückgeschickt werden. Amen.