China (Volksrepublik China)

Aktueller Beitrag

Bitte beachten Sie den aktuellen Beitrag "Irgendwo in China...", der erst nach Drucklegung des Gebetsheftes verfasst und veröffentlicht wurde.
[zum Beitrag "China im Jahr 2008: Wachstum, Kontrolle und Erweckung"]

Statistische Informationen

Fläche: 9,6 Mio. km² (ca. 27 mal so groß wie D)
Einwohner: 1,3 Milliarden
Hauptstadt: Peking (Beijing) 15,5 Mio.; größte Stadt (der Welt): wahrscheinlich Chongqing 32 Mio.
Völker: Han-Chinesen 92%, allerdings in zahllosen Gruppen und Sprachen; 456 ethnische Minderheiten 8%, 470 Sprachen mit Mandarinchinesisch als Amtssprache
Einkommen: pro Kopf 5.000 € (16% von D); unter der Armutsgrenze: 29%
Religionen: Nichtreligiöse/Versch. 49,6%; Chinesische Religionen 28,5%, Buddhisten 8,4%, Christen 7,3% (Protestanten/Unabhängige 7,2% – etwa je zur Hälfte in registrierten Gemeinden und nichtreg. Hauskirchen, Kath. 0,6, u. a. / Anteil der Evangelikalen an der Gesamtbevölkerung 6%), Stammesreligionen 4,3%, Muslime 2%

Hintergrundinformationen

© Bertrand Benoit | Dreamstime.com

Diese große und alte Nation hat nach fast zwei Jahrhunderten des Niedergangs und der Demütigung durch westliche Mächte und Japan seinen bedeutenden Platz in der Welt wieder eingenommen. Seit der endgültigen Eroberung Festlandchinas im Jahr 1949 hat die kommunistische Partei die Nation nach marxistischem Muster umgebaut. Die Kulturrevolution Mao Zedongs (1966–1976) führte zu unvorstellbarem Leid und wirtschaftlichem Chaos. Intellektuelle und an eine Religion Glaubende wurden grausam verfolgt. Man schätzt, dass dabei 20 Mio. Chinesen ihr Leben ließen. Nach dem Tod Maos 1976 leitete die pragmatischer ausgerichtete Führung eine Serie wirtschaftlicher, politischer und kultureller Reformen in Richtung eines gelenkten Kapitalismus ein.

Die ‚antiterroristischen‘ Bestimmungen des Strafgesetzbuches und die neuen Bestimmungen für ‚Religious Affairs‘ von 2005 führten zu langen Haftstrafen von Führern von Falun Gong, uigurischen Muslimen, Katholiken und Protestanten. Es gibt eine strikte Kontrolle des Internets in Fragen der Religion und allgemein. Dazu wurden eigene Programme entwickelt. Derzeit sind 30.000 Internetpolizisten aktiv.

Christen in China

In den 50er Jahren organisierte die Regierung die Infiltration, Unterwanderung und Kontrolle des gesamten organisierten Christentums. Seit 1958 geschah dies durch die Dreiselbstbewegung unter den Protestanten und die Katholische Patriotische Vereinigung unter den Katholiken. Während der Kulturrevolution waren sogar solche kommunistischen Frontorganisationen verboten. 1978 wurden die Einschränkungen erleichtert und die beiden Bewegungen als Werkzeug der Regierungskontrolle wieder zum Leben erweckt, um die Tausenden von Hauskirchen unter Kontrolle zu bringen, was nur teilweise gelang. Die registrierten Kirchen haben dagegen erstaunlicherweise große Freiheiten und sind ebenfalls überwiegend evangelikal oder theologisch-konservativ.

In China sind mehr Christen im Gefängnis als in jedem anderen Land der Erde. Innerhalb eines Jahres wurden alleine 2000 Leuter von Hauskirchen verhaftet. Der katholische Bischof James Su Zhimin ist z. B. bereits insgesamt
28 Jahre inhaftiert gewesen.

Hauskirchenleiter werden nicht nur inhaftiert, sondern wiederholt bis zum Koma und manchmal sogar zum Tod gefoltert. Ein Bericht über die Lage der Hauskirchen im Jahr 2007 stellt eine Steigerung der Verfolgung fest. In
18 von 23 Provinzen fanden 60 Einzel- oder Gruppenverhaftungen statt. 2000 namentlich bekannte Hauskirchenleiter sind inhaftiert. Dazu wurden 100 ausländische Christen verhaftet und überwiegend des Landes verwiesen, nur ein Teil davon waren Missionare. Dies ist die höchste Zahl, seit Ausländer wieder ins Land dürfen.

Jede Form von Arbeit mit Kindern ist Christen in China streng verboten, was Religionsunterricht und Taufe einschließt. Eltern werden immer wieder deswegen verhaftet.

Weitere Informationen

Gebet

Vater im Himmel, wir danken dir, dass Du der Gemeinde in China ein unglaubliches Wachstum geschenkt hast und schenkst. Wir danken Dir auch für alle Freiheiten, die es trotz allem offen und heimlich gibt, wenn Einheimische im ganzen Land das Evangelium verkündigen. Wir danken Dir auch für alle Möglichkeiten, die die registrierten Kirchen haben.

Wir bitten Dich aber auch, dass Du sie vor Kompromissen mit der Regierung und ihrer Ideologie bewahrst. Wir bitten Dich daneben für die Millionen von Christen in nicht re­gistrierten Hausgemeinden. Schenke ihnen durch Deinen Heiligen Geist Weisheit zum Umgang mit den Behörden. Wir bitten aber auch, dass Du der chinesischen Christenheit Einheit schenkst und sie vor falschen Lehren und Streit bewahrst. Amen.